1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Wie ein Grundstück für einigen Ärger sorgen kann

Gemeinderat

09.07.2018

Wie ein Grundstück für einigen Ärger sorgen kann

Ein Bauherr war davon ausgegangen, dass er dort problemlos ein Haus errichten kann. Doch es kommt anders

Verärgert verließ ein Biberbacher Grundstücksbesitzer die Zuschauerränge im Sitzungssaal des Biberbacher Rathauses mitten in den Beratungen rund um sein Anliegen. Einen Bebauungsplan solle die Gemeinde für sein rund 5000 Quadratmeter großes Grundstück aufstellen und dafür die Hälfte der Kosten übernehmen, so sein Antrag. Der Hintergrund: 1974 hatte der damalige Besitzer des Grundstücks für einen Teil des Areals Erschließungsbeiträge bezahlt. Die Gemeinde war damals davon ausgegangen, dass dort ohne Probleme gebaut werden kann.

Als nun auf der Teilfläche von 2000 Quadratmetern ein Wohnhaus entstehen sollte, stimmte der Gemeinderat im vergangenen Jahr zu. Das Landratsamt hatte eine andere Auffassung. Das Areal liege im Außenbereich ohne Baurecht. Deshalb lehnte man den Bauantrag ab. Dort habe sich die Rechtsauffassung über die Jahrzehnte geändert, so Geschäftsführer Stefan Behringer. Das komme immer wieder vor, auch wenn das dem Bürger schwer zu vermitteln sei.

Die Gemeinde bot dem Bauwilligen an, den Hausbau über ein beschleunigtes baurechtliches Verfahren zu ermöglichen. Allerdings müsse er die Kosten des Verfahrens tragen. Eine erneute Berechnung von Erschließungskosten für den bereits abgerechneten Teil würde es natürlich nicht geben, unterstrich Behringer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das wollte der Bauherr aber nicht, sondern beantragte, einen Bebauungsplan für das gesamte 5000 Quadratmeter große Grundstück zu erstellen, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Jarasch die Lage. Dazu wäre auch eine Änderung des neuen Flächennutzungsplans nötig, denn ein Teil des Grundstücks ist dort als Grün- und nicht als Baufläche festgeschrieben. Das lehnte der Gemeinderat ab. Eine Kostenbeteiligung an der Vorbereitung von privaten Bauvorhaben sei grundsätzlich nicht möglich.

Auch sei der Flächennutzungsplan sorgfältig ausgearbeitet worden und habe seine Berechtigung. „Bei dieser Entscheidung müssen wir kein schlechtes Gewissen haben“, sagte Johann Ertl (SPD). Denn es sei dem Bauwilligen ja eine Lösung angeboten worden, so der Konsens im Rat.

Bei den Lech-Stahlwerken in Meitingen wird ein neues Zentrallager gebaut. Dafür wird ein veränderter Gleisanschluss benötigt. Auf dem bisherigen Gleis- areal ist die Erweiterung des Walzwerks geplant. Für die Verlegung der Gleise ist ein Planfeststellungsverfahren nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz erforderlich, an dem die Nachbargemeinden beteiligt werden. Bei einem Ortstermin habe man ihm versichert, dass es durch den Umbau der Gleisanlage keine zusätzliche Belastung der Nachbarschaft geben würde, erklärte Jarasch. Die Radien der Gleise würden vergrößert und damit würde sich das weithin hörbare Quietschen beim Befahren der Gleise verringern.

Als Nachbargemeinde war Biberbach aufgefordert worden, eine Stellungnahme zum Vorhaben abzugeben. Ein Schallgutachten, das besagt, dass es durch das Vorhaben zu keinen erhöhten Lärmemissionen kommen wird, liege vor, so Jarasch. Deshalb sei er dafür eine positive Stellungnahme abzugeben. „Nur Abnicken ist zu gefährlich“, forderte Alois Pfaffenzeller (FW) eine deutliche Ansage der Gemeinde. Grundsätzlich könne man zustimmen, doch der Lärm dürfe keinesfalls steigen und auf Prognosen könne man sich nicht verlassen. „Wir wollen am Ende die tatsächlichen Messergebnisse sehen“, so Pfaffenzeller. „Das Werk rückt uns immer näher“, sah Gabi Mader (UFB) das Vorhaben ebenfalls kritisch. Dass durch die Erweiterung des Walzwerks, neue Lager mit Kränen und das neue Gleis kein zusätzlicher Lärm entsteht, könne sie nicht glauben und werde deshalb eine positive Stellungnahme nicht unterstützen. Dieser Sicht schloss sich Sabine Duttler (UFB) an.

Keine Einwendungen hatte der Gemeinderat gegen einen Wohnhausanbau in der Heilig-Kreuz-Straße in Biberbach und den Bau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle in Albertshofen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20MMA_03349.tif
Landkreis Augsburg

Dürre: Wie gut halten sich die Christbäume aus dem Landkreis?

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden