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Komödie

26.10.2017

Wie ein tyrannischer Bürgermeister gezähmt wird

Turbulent ging es auf der Bühne in Biburg bei der Komödie „Der Tyrann“ zu: (von links) Claudia Richter, Heinz Graf, Jessica Schlegel, Ewald Wetzel und Roman Schimp.
Bild: Inge Christopher

Der Theaterverein Biburg erhält für den Dreiakter „Der Tyrann“ viel Beifall. Noch vier weitere Aufführungen

Premiere beim Theaterverein Biburg: In dem turbulenten Dreiakter „Der Tyrann“ von Bernd Gombold dreht sich alles um einen Dorfbürgermeister, der sein Umfeld ständig schikaniert. Als dieser jedoch den Bogen überspannt, bekommt er eine Lektion erteilt, die ihn zur Einsicht bringt, dass er mit seiner herrischen Art nicht weiterkommt. Mit rasantem Tempo, witzigen Wortwechseln und sich immer mehr zuspitzenden Ereignissen gelang es den Biburger Theaterspielern, bei der Premiere das Publikums aufs Beste zu unterhalten.

Dabei startet der erste Akt noch ganz ruhig. Bürgermeister Albert Babel (Heinz Graf) kann seinen 60. Geburtstag feiern und will in seinem Amtszimmer eine für den Festabend vorgesehene Rede üben. Doch er kommt nicht weit. Wie ein Wirbelwind stürmt immer wieder die geschwätzige Putzfrau Rosalinde (Jessica Schlegel) herein und unterbricht ihren Chef mit dem neuesten Klatsch. Das nervt Babel erheblich. Er will den Quälgeist loswerden. Besonders stolz ist der Bürgermeister auf seine neue Sprechanlage, mit deren Hilfe er seiner Frau und seiner Tochter Lisa, die beide für ihn arbeiten müssen, rüde Befehle erteilen kann. Als Albert Babel erfährt, dass seine Tochter ausgerechnet den Sohn seines Erzfeindes Bacher heiraten will, verbietet er diese Verbindung vehement und bereut zutiefst, dass er „nur“ eine Tochter hat: „Mit einem Sohn wäre mir das nicht passiert!“ Lisa (Katharina Schneider) und ihre Mutter Erna (Claudia Richter) wollen sich dies nicht länger gefallen lassen. Dabei kommt ihnen ein Zufall zu Hilfe. Als der Bürgermeister seinen Freunden Eugen (Ewald Wetzel) und Fritz (Roman Schimp) ausgiebig von seinen Jugendtagen und von einem Arbeitseinsatz in Saudi-Arabien und den damit verbundenen amourösen Abenteuern mit einer Schönheit namens Laila erzählt, kann Lisa über die Sprechanlage mithören. Zusammen mit ihrem Freund Peter (Marco Gaugigl) schmiedet sie einen Plan, um den Familientyrannen zur Räson zu bringen. Als sich dann plötzlich ein junger arabischer Scheich bei Albert Babel vorstellt und behauptet, dessen Sohn zu sein, ist der Bürgermeister am Boden zerstört und sieht seine bisherige Existenz in Gefahr. Und nun überstürzen sich die Ereignisse. Wie es kommt, dass der Tyrann am Ende zum sanft säuselnden Ehemann und Vater wird, dass Fritz vorübergehend als Haremsdame eingespannt wird und Lisa schließlich doch ihren Willen durchsetzt, sei hier noch nicht verraten.

Die Schauspieler unter der Regie von Gerlinde Birner spielten mit großem Einsatz, die Rollen waren optimal besetzt. Umwerfend komisch zum Beispiel, wie der anfangs eher unscheinbare Roman Schimp sich in die betrunkene Haremsdame Scheherazade verwandelt oder Jessica Schlegel als Putzfrau Rosalinde, die wie ein schwatzhafter Bumerang stets punktgenau über die Bühne wirbelte.

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Ebenso überzeugten Heinz Graf als tyrannischer Bürgermeister und Ewald Wetzel als Vizebürgermeister. Claudia Richter und Katharina Schneider gaben ein resolutes Damenteam, während Marco Gaugigl als junger Scheich das Ensemble perfekt ergänzte.

Weitere Aufführungen im Gasthaus zum Hirsch in Biburg: Samstag, 28. Oktober, 20 Uhr, Sonntag, 29. Oktober, 16 Uhr, Freitag, 3. November, 20 Uhr, Samstag, 4. November, 20 Uhr. Kartenvorverkauf bei Irmgard Graf, Telefon 0821/488713.

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