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Biberbach

16.01.2018

Wie eine Gemeinde in die Zukunft geht

.„Ist es dort langweilig und ohne Möglichkeiten sich einzubringen ins Gemeindeleben, kommt die Jugend nicht mehr zurück“Gastredner Günter Katheder-Göllner (r.) bescheinigte Biberbach beste Zukunftsaussichten, was die Bürgermeister (v.l.) Wolfgang Jarasch, Klaus Gerstmayr und Wolfgang Bertele natürlich freute.
Bild: Sonja Diller

Ein Fachmann aus dem Landratsamt zählt Pluspunkte auf. Aber nicht alles läuft gut, sagt der Bürgermeister

Das Prädikat „Alles im grünen Bereich“ verlieh Gastredner Günter Katheder-Göllner der Gemeinde Biberbach beim diesjährigen Neujahrsempfang in der vollen Aula der Grundschule. Die Frage „Ist Biberbach fit für die Zukunft?“ konnte der Leiter der Jugendhilfeplanung im Landkreis mit einem klaren „Ja“ beantworten. „Sie machen sich Gedanken, wie sie für ihre Bürger attraktiv bleiben“, überschrieb Katheder-Göllner eine lange Liste von Aktivitäten, die nicht selbstverständlich, aber wichtige Schritte auf dem Weg in eine gesicherte Gemeindezukunft seien. Das reiche von der durch den Bezirk ausgezeichneten Jugendarbeit über die Ausweisung von Bauplätzen für Familien bis zu Konzepten für die Betreuung der älteren Mitbürger.

Schon lange treffe die Aussage von Altkanzler Konrad Adenauer nicht mehr zu, der einmal gesagt habe, Kinder würden die Leute immer bekommen. So einfach sei es heute nicht mehr, denn auch wenn die Kinder geboren werden, spätestens zum Ende der Schulausbildung stellen sich die Weichen für Studium oder Berufsausbildung und damit oft auch der Weg hinaus aus der Heimatgemeinde. „Ist es dort langweilig, spießig und ohne Möglichkeiten sich einzubringen ins Gemeindeleben, kommt die Jugend nicht mehr zurück“ und die ländlichen Regionen geraten ins Hintertreffen, so der Experte.

In Biberbach bestehe diese Gefahr nicht. Mit einem lebendigen Jugendzentrum in der Ortsmitte und der Jugendorganisation „FAEMB“, in der Repräsentanten aller Ortsteile ihre Interessen vertreten, sei die Gemeinde hervorragend aufgestellt, hatte der Fachmann bei seiner Recherche rund um Biberbach Beeindruckendes herausgefunden. In der Zusammenarbeit der Verwaltung mit einer aktiven Bürgerschaft werde ein Heimatgefühl geprägt, das eine große Chance für den ländlichen Raum sei.

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Zahlen zum Wachstum und Fakten zu den Aktionen rund um die Attraktivität der Gemeinde hatte Bürgermeister Wolfgang Jarasch für die vielen Gäste dabei, die einen Abend der Begegnung dem Sonntagskrimi vorgezogen hatten. Gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen Klaus Gerstmayr und Wolfgang Bertele führte er durch den Abend, der musikalisch von den Schülern und Lehrern der Musikschule Biberbach beeindruckend umrahmt wurde.

Es funktioniere nicht immer alles so wie gewünscht, so Jarasch, der seit 2008 im Biberbacher Rathaus die Fäden in der Hand hält und seitdem auch zum Jahresbeginn alle Bürger zum Neujahrsempfang lädt. Als ärgerlichstes Beispiel dafür führte der die Verzögerungen beim Bau des ersten Regenrückhaltebeckens in Affaltern an. Rechenfehler des beauftragten Büros hatten dazu geführt, dass der Bau auch 2018 noch nicht gestartet werden kann.

Losgehen wird es aber mit anderen Großprojekten. Die Erweiterung der Kita wurde auf den Weg gebracht, die ersten Projekte der Dorferneuerung sollen im neuen Jahr starten und mit dem Biberbach-Erlebnispfad zwischen Biberbach und Affaltern wird Naturerfahrung für die ganze Familie geboten werden. Zu den aktuellen Diskussionen rund um die Straßenausbaubeiträge hatte Jarasch klare Worte. Wenn eine Änderung der geltenden Regelung beschlossen werde, dann „bitte nicht in Form einer Kann-Bestimmung.“ Ein Abwälzen der Verantwortung auf die Gemeinden wäre feige, so Jarasch.

Auf dem Bausektor tut sich in Biberbach einiges. Mit der wohl im Frühjahr beginnenden Erschließung des Baugebiets „Südlich der Peter-Dörfler-Straße 2“ wird neuer Wohnraum geschaffen, die Gehwege in Affaltern werden 2018 fertiggestellt und auf einem zentralen Grundstück könnte der neue Dorfladen entstehen.

Nach dem offiziellen Teil nahmen sich die Gäste noch lange Zeit zu angeregten Gesprächen und informierten sich am Infotisch der Bürgergemeinschaft über die Ziele des Vereins, der sich den Ausbau der Nachbarschaftshilfe auf die Fahnen geschrieben hat.

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