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Gersthofen

10.12.2020

Wie es um die Wasserversorgung in Gersthofen steht

Seit gut einem Jahr wird in Gersthofen das Wasser gechlort. Die Bürger sind genervt, während die Stadt mit Hochdruck daran arbeitet, das Problem zu beheben.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Plus Seit gut einem Jahr wird in Gersthofen das Wasser gechlort. Die Stadt arbeitet mit Hochdruck daran, das Problem zu beheben.

Viele Gersthofer verlieren gerade die Geduld. Grund dafür ist die anhaltende Wasserchlorung. Die Stadt Gersthofen arbeitet hektisch daran, die Mängelliste des Gesundheitsamtes zu beheben. Das ist auch nötig, denn es gibt viel zu tun.

Nicht alles liegt in den Händen der Stadt Gersthofen

Die Kosten für diese Maßnahmen haben auch dazu geführt, dass zum ersten Mal seit Jahren die Wassergebühren in Gersthofen deutlich steigen. Aber die Sanierungen waren überfällig: "Unser Wassernetz entspricht dem, was Gersthofen in den Siebzigern gebraucht hat. Die überfälligen Arbeiten holen wir jetzt nach", sagt der Leiter der Stadtwerke, Jürgen Schinzel.

Eine der aufwendigsten Maßnahmen ist die Modernisierung der Hausanschlüsse. Wie die Stadt Gersthofen beteuert, liegt das aber in den Händen der Hausbesitzer. "Wir sind verantwortlich bis zum Ventil, alles andere ist Aufgabe des Hauseigentümers." Die Vertreter des Gesundheitsamtes haben von der Stadt Gersthofen gefordert, für jeden Wasseranschluss auf dem Stadtgebiet nachzuweisen, dass er über ein modernes Ventil mit dem Netz verbunden ist. Ein solches Ventil ist in den meisten modernen Häusern bereits verbaut. Es soll verhindern, dass Abwasser aus dem Haus das Trinkwasser verunreinigt.

Die Wasserleitungen in Gersthofen wurden im Februar gespült.
Bild: Christoph Lotter (Archivfoto)

Zuletzt appellierte Wörle in der digitalen Bürgerversammlung an die Bürger, einen Handwerker mit der Installation zu beauftragen. In der folgenden Werkausschusssitzung gab er zu Protokoll, dass er deswegen schon viele Beschwerden von den Handwerkern erhalten habe: "Die meinten, dass man das so kurz vor Weihnachten nicht machen kann", sagte Wörle. Die Stadt habe jeden Hausbesitzer in Gersthofen angeschrieben. 5000 von ihnen haben sich zurückgemeldet. Die Stadtverwaltung ist gerade damit beschäftigt, diese Rückmeldungen auszuwerten. Auch landwirtschaftliche Zapfsäulen für Wasser stellen ein Problem dar. Hier kann es ebenfalls zu kontaminiertem Rückfluss kommen. Der Vorschlag der Stadtwerke zum Umbau der Geräte werde gerade mit dem Gesundheitsamt abgestimmt.

Diese Baumaßnahmen sind in Gersthofen nötig, um die Chlorung zu beenden

Bereits im Gange ist die Sanierung der Be- und Entlüfter für das Wassernetz auf dem Stadtgebiet. Beauftragt damit wurde die Firma Leiter, die bereits die elf Anlagen an den Staatsstraßen saniert. Für jede dieser Sanierungen sind allerdings Straßensperrungen und aufwendige Genehmigungen nötig. Nach einer Schätzung der Stadtwerke sollen diese Arbeiten in der 13. Kalenderwoche 2021 abgeschlossen sein. Nach Plan also Ende März bis Anfang April.

Auch im Wasserwerk sind Sanierungsmaßnahmen vonnöten. Bereits umgesetzt wurden die Sanierung der Luftaustauschanlage, der Umbau eines Rückspülbeckens. Zudem wurden zahlreiche Rohre neu verlegt. Aufgrund des hohen Alters der Anlage soll auch deren Elektrik eingehend überprüft werden.

Auch im Gersthofer Wasserwerk sind Sanierungsmaßnahmen vonnöten. Bereits umgesetzt wurden die Sanierung der Luftaustauschanlage, der Umbau eines Rückspülbeckens.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Die Druckpumpwerke Peterhof und Weidenlohe müssen ebenfalls modernisiert werden. An der Weidenlohe sollen einzelne technische Komponenten ausgetauscht werden. Ein 81.000 Euro schwerer Auftrag wurde bereits erteilt. Am Peterhof kursieren zwei Varianten - eine Bestandssanierung für 99.000 Euro oder eine aufwendigere Renovierung für 200.000 Euro.

Noch vor Ende des laufenden Jahres soll Gersthofen an den Notverbund der Augsburger Stadtwerke angegliedert werden. Die chlorungsrelevanten Rohrspülungen sind bereits beendet, aber im Jahr 2021 sollen noch mehrere folgen.

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