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Gersthofen

11.07.2019

Wie geht es mit den Pappeln am City-Center weiter?

In den gut 20 Jahren, die es das Gersthofer City-Center bereits gibt, sind die Pappel im Stadtpark zu stattlichen Bäumen emporgewachsen. Die Folge sind Schmutz auf den Balkonen der Bewohner, außerdem schlagen die Äste bei Sturm an.
Bild: Marcus Merk

Die Säulenbäume im Gersthofer Stadtpark wurden vor rund 25 Jahren  zu dicht am Gebäude gepflanzt. Nun beschweren sich die Anwohner

25 stattliche Säulenpappeln stehen im Gersthofer Stadtpark Spalier entlang der Fassade des City-Centers – elf davon sogar besonders Nahe. Ein Umstand, der den Bewohnern in den oberen Stockwerken keine große Freude bereitet. Denn die Baumriesen wurden einst einfach mit zu geringem Abstand zum Gebäude gepflanzt. Im Bauausschuss wurde nun diskutiert, wie man die Lage verbessern kann.

Anwohner hatten das Bauamt darauf aufmerksam gemacht: Während der Blüte der Bäume gelangen erhebliche Menge an Dolden und Laub der Bäume auf die Balkone. Weil die Bäume bereits relativ weit ausladen schlagen bei Sturm die Äste gar ans Haus und an die Balkone an. Das Bauamt hatte nun untersucht, wie Abhilfe geschaffen werden kann. „Die Grundfrage wäre eigentlich, ob ein Baum wie eine Pappel so nahe an einem Gebäude überhaupt sinnvoll ist“, sagte Stadtbaumeister Roland Schmidt. „Doch diese Frage hätte man sich vor gut 25 Jahren stellen müssen.“

Die Pappeln haben eine Höhe zwischen 25 und 30 Metern

Laut Gutachten, das Jürgen Heichel von der Bauverwaltung erstellte, haben die Pappeln eine Höhe zwischen 25 und 30 Metern und befinden sich mit 25 Jahren Alter in der Reifephase. Sie haben eine Lebenserwartung von etwa 150 Jahren und damit noch eine lange Restlebensdauer. „Drei davon, die im Bereich der Treppe vom Rathausplatz zum Stadtpark stehen, wurden in der Höhe bereits eingekürzt, weils sie bei Wind an die Balkone beziehungsweise an das Dach des Gebäudes anschlugen“, so Heichel.

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Durch diesen Schnitt wurde allerdings das Wachstum im mittleren Bereich um den Stamm gefördert. „Solche Schnittmaßnahmen führen dazu, dass das Blattwerk in den folgenden Wachstumsperioden dichter wird und dann der Lichteinfall in den Wohnungen stark abnimmt“, heißt es weiter im Gutachten. Weiter spricht gegen einen solchen Schnitt, dass die Säulenform der Pappeln leidet. Denn die Äste wachsen nicht mehr in die Höhe, sondern verzweigen sich in der Breite.

Die Bäume sind ein prägendes Merkmal des Stadtparks

„Da es sich bei den Bäumen um ein prägendes Merkmal des Stadtparks handelt, ist es sicher nicht sinnvoll, sie in der Höhe einzukürzen“, so Schmidt weiter. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass sich holzzersetzende Pilze an der Stelle ansiedeln, an welcher die Bäume gekappt wurden. „Gerade in einem so stark von der Öffentlichkeit benutzten Park ist aus sicherheitsrechtlichen Aspekten eine Kappung in der Höhe sehr kritisch zu betrachten.“

Weil die Pappeln sich zurzeit in einem sehr guten Zustand befinden, seien Schnittmaßnahmen aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht nicht notwendig. „Mittelfristig würden wir aber einer Neuordnung im Stadtpark offenstehen, auch wenn dafür Bäume gefällt werden müssten“, sagte Roland Schmidt.

Ganz entschieden gegen Fällungen sprach sich Albert Kaps (Pro Gersthofen aus. „Wir haben jedes Jahr solche Klagen wegen Bäumen am Friedhof. Wenn wir uns für das Klima einsetzen, müssen wir auch gewisse Einschränkungen hinnehmen.“ Peter Schönfelder (SPD/Grüne) könnte sich „den Stadtpark auch mit wesentlich weniger Pappeln vorstellen“.

Gegen Ende der Vegetationsperiode 2019 sollen die Pappeln nun zurückgeschnitten werden, dann jedes zweite Jahr. Und bei einer künftigen Umgestaltung des Stadtparks soll auch über den Standort der Bäume gesprochen werden.

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