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Stadtbergen

02.11.2020

Wie geht es mit den Waschbären in Stadtbergen weiter?

Dieses Waschbär-Weibchen war wegen Unruhestiftung im Sommer in Stadtbergen eingefangen worden.
Bild: Stadt Stadtbergen

Plus Im Sommer sorgt ein Waschbär in Stadtbergen für Unruhe, bis er gefangen wird. Wo dieser jetzt lebt und was seine Verwandten in Stadtbergen so treiben.

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz wurden im Juli die Feuerwehr Stadtbergen, das Ordnungsamt und sogar ein Tierarzt gerufen: Eine Waschbärdame hatte in der Stadtberger Ulmenstraße ihr Unwesen getrieben und so mehrere Beschwerden von Anwohnern verursacht. Der Trupp rückte aus, um den Kleinbären einzufangen. Schließlich konnte das Tier betäubt und gefangen werden. Im Anschluss wurde der Waschbär in eine Auffangstation nach München gebracht. Doch der Waschbär war nicht allein.

Der Leiter des Ordnungsamtes Stadtbergen, Markus Voh, hat seit der Einlieferung in die Auffangstation nichts mehr von dem Tier gehört. Die Stadt habe aber eine beträchtliche Summe als Pauschalbetrag für die Aufnahme des Waschbären gezahlt. "Von so einem Betrag kann ein Waschbär schon einige Zeit leben", meint Voh - auch in einer Auffangstation. Und wie sieht es aus mit seinen Stadtberger Verwandten?

Es sind noch mehr Waschbären in Stadtbergen unterwegs

Seit der Einfangaktion im Juli hat es zwei weitere Sichtungen von Waschbären in Stadtbergen gegeben, berichtet Markus Voh. Einmal sei eine Familie durch die Aufnahmen ihrer Wildkamera im Garten auf den nächtlichen Besucher aufmerksam geworden. Die Kleinbären, die ursprünglich aus Nordamerika stammen und erst vom Menschen nach Europa gebracht wurden, treiben sich also immer noch in Stadtbergen herum. Beschwerden habe es aber keine mehr gegeben, und das Ordnungsamt musste bisher nicht mehr eingreifen.

Ungewöhnlich tierischen Besuch bekamen Helmut und Maria Petrauschke in ihrem Garten in Stadtbergen im Sommer. Ein Waschbär lief Maria Petrauschke direkt vor die Kamera.
Bild: Maria Petrauschke (Archivbild)

An der Waschbärjagd im Sommer beteiligt war auch Markus Kraus, Tierarzt der Tierklinik Gessertshausen. Er hatte das Tier mit einem Blasrohr betäubt, damit die Feuerwehr es einfangen konnte. Seitdem hatte der Tierarzt jedoch keinen Kontakt zu Waschbären mehr. "Man darf Waschbären nicht als Haustiere halten, weil sie invasive Tiere sind", erklärt er. "Das bedeutet, dass sie, wenn sie in der Natur ausgesetzt werden, gut überleben und sich vermehren können. So sind sie eine Gefahr für den Lebensraum einheimischer Tiere." Zudem seien die Allesfresser auch keine angenehmen Haustiere, da sie gern alles kaputt machen und deshalb nur in Käfigen gehalten werden könnten.

Vorsicht mit Katzenfutter im Freien

Waschbären halten sich, wie auch in Stadtbergen, gerne in der Nähe von Menschen auf. Der Grund hierfür ist, dass sie in urbanen Räumen viel leichter an Futter kommen, erklärt Markus Voh. Sie bedienen sich an Katzenfutter oder schlitzen die gelben Säcke auf der Suche nach Nahrung auf. Die schlauen Kerlchen schaffen es sogar, die Deckel von Biotonnen zu öffnen, um in ihnen nach Essen zu wühlen.

Der Leiter des Ordnungsamtes hat deshalb ein paar Tipps, wie Waschbären aus dem eigenen Garten fernbleiben: "Am Besten beschwert man die Deckel der Biotonnen oder schließt sie in ein Mülltonnenhäuschen. Gelbe Säcke sollte man erst am Tag der Leerung und nicht schon am Abend vorher nach draußen stellen". Außerdem sei es besser, Katzenfutter nicht draußen stehen zu lassen und Lebensmittelreste eher nicht auf dem Kompost zu entsorgen. So kann, laut Markus Voh, die Vermehrung der neugierigen und immer hungrigen Tiere zumindest etwas eingedämmt werden.

Warum es bei den Stadtberger Waschbären nun ruhiger wird

In den nächsten Monaten wird es ruhiger werden um die Stadtberger Waschbären. Die Tiere halten zwar keinen Winterschlaf, befinden sich in der kalten Jahreszeit jedoch in einer Ruhephase. In dieser schlafen sie viel und seien weniger aktiv, erklärt Tierarzt Markus Kraus.

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