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Wohnen

17.06.2019

Wie sich Vallried entwickeln soll

Südlich und östlich der Haselbergstraße im Zusmarshauser Ortsteil Vallried soll ein neues Baugebiet entstehen.

Im Zusmarshauser Ortsteil soll ein neues Baugebiet entstehen. Die Gemeinderäte stehen vor der Frage: Wie groß darf es sein?

Der Marktgemeinderat in Zusmarshausen hat sich für eine sanfte Bebauung in Vallried entschieden. Bei der jüngsten Sitzung im Rathaus ist das von einer Stadtplanerin vorgestellte Konzept einer Ansiedlung im südlichen Bereich des zweitkleinsten Ortsteils verabschiedet worden. Es sieht neben einem Hauptgebäude für den kommunalen Wohnungsbau ein halbes Dutzend weitere Bauplätze für Einfamilienhäuser vor.

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Planerin Simone Knupfer wies bei ihrem Vortrag auf die „sensiblen Strukturen“ im beschaulichen Hornbachtal hin, die bei der Konzeption einer Bebauung dort unbedingt beachtet werden müssten. „Da sind etwa die Marienkapelle, die Hanglage und Biotope“, betonte die Expertin aus Oberschwaben, die für ihre Entwürfe aus allen Fraktionen wie auch von Bürgermeister Bernhard Uhl viel Lob erhielt. Denn sie plädierte immer wieder für den Erhalt eines regionaltypischen Charakters des klassischen Straßendorfes Vallried. „Dieses Kleinod ist es wert, genauer hinzusehen und bei der Neugestaltung des Areals mit Fingerspitzengefühl vorzugehen.“ Die vorgelegten Konzepte der Planerin unterschieden sich daher weniger in der ländlich orientierten Bauweise, als vielmehr bei der Dichte der Bebauung.

Letzteres beeinflusste schließlich eine Mehrheit des Gremiums, das sich für die aufgelockerte Anlage mit fünf neuen Bauplätzen von jeweils rund 500 bis 800 Quadratmetern, ein Zentralgebäude für bis zu zehn Wohneinheiten sowie zwei weitere bebaubare Grundstücke östlich der Eichbergstraße aussprach. Beim dominierend großen, zweistöckigen Geschosswohnbau mit Zufahrt von der Haselbergstraße konnte sich die Planerin Senioren oder junge Bürger des Ortes als Bewohner vorstellen.

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Knupfer ließ offen, welchem Zweck die Anlage letztendlich dienen sollte, riet aber hinsichtlich der Ausgestaltung der Gebäude zu einem eher strikten Vorgehen: „Zeigen Sie da bitte Rückgrat und bekennen sich zu einem nordschwäbischen Baustil“, bat der Gast die Ratsmitglieder am Sitzungstisch und brachte in den acht Ortsteilen Zusmarshausens gefundene Vorbilder ins Spiel. „Ich habe nicht gegen Toskanahäuser, aber in Vallried wäre das alles verschenktes Geld.“

Ihrer Warnung vor „Bausünden“ mochten die meisten Räte folgen, aber ein paar Diskutanten warnten vor zu großen Einschränkungen und Vorgaben. So etwa Ingrid Hafner-Eichner, die sich mehr Vielfalt wünschte. „Wir sollten schon noch Vielfalt zulassen.“ Dem schloss sich Walter Aumann an, dem „die Pläne bestens gefallen – aber ohne die strengen Voraussetzungen“. Die Städtebauspezialistin erklärte, dass die dargestellten Varianten „nicht in Stein gemeißelt“ seien. Thomas Günther sorgte sich wegen der regionaltypischen Anforderungen auch angesichts steigender Baupreise darum, dass sich „die Bauwerber das am Ende gar nicht leisten können und wir auf den Grundstücken sitzen bleiben.“

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