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Landkreis Augsburg

25.12.2020

Wie sich die Corona-Pandemie auf das Augsburger Land auswirkt

Volksfest to go: Mehr ging nicht in Königsbrunn und anderen Orten im Landkreis, wo sonst jeden Sommer Feste gefeiert werden.
Bild: Andrea Collisi (Archiv)

Plus Corona war dieses Jahr auch im Landkreis Augsburg das beherrschende Thema. Welche Folgen die Pandemie hat und welche Themen 2020 sonst noch wichtig waren: ein Jahresrückblick.

Nach dem hauptsächlichen Gegenstand unserer Berichterstattung in den vergangenen zwölf Monaten lässt sich am besten über eine Abfrage des elektronischen Archivs fahnden. Das Ergebnis ist keine Überraschung, die schiere Masse schon. Sage und schreibe 4182 Artikel und Meldungen sind allein in den drei Lokalteilen unserer Zeitung für den Landkreis Augsburg erschienen, in denen ein Thema eine Rolle spielte: Corona und seine Folgen.

Mit dem Virus steckten sich im Landkreis Augsburg den offiziellen Zahlen zufolge bis Anfang Dezember mehr als 4000 Menschen an. Für manche war es harmlos, anderen steckt die Krankheit heute noch in den Knochen – und über 30 Menschen aus dem Kreis Augsburg starben bis Anfang Dezember an den Folgen einer Covid-19-Infektion.

Tolle Artisten, prächtige Kulissen und am Ende ein Desaster: Die Tournee des Circus Krone musste in Gersthofen abgebrochen werden.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Weit gegenwärtiger als die medizinischen Auswirkungen waren für die meisten Menschen die sozialen und wirtschaftlichen, die längst noch nicht vollständig abzusehen sind. Die Symptome aber waren allgegenwärtig: Schulen, Geschäfte und Wirtschaften zu, Maskenpflicht, kein Theater, kein Konzert. Weit über 300 Artikel und Meldungen widmeten sich bei uns allein dem Thema Absage und Ausfall im Zusammenhang mit Corona: Die Bandbreite reichte dabei von der Altpapiersammlung bis zum Start der Tournee des weltberühmten Circus Krone, dessen Gastspiel in Gersthofen im Corona-Desaster mündete. In Königsbrunn wurde derweil aus der berühmten Gautsch ein „Fest to go“. Mehr ging nicht.

Statt Feste zu feiern blickten die Menschen auch im halbwegs entspannten Sommer gebannt auf die Infektionszahlen, die das Landratsamt veröffentlicht. Die Behörde, an der auch das Gesundheitsamt angesiedelt ist, gewann für viele Menschen an ungeahnter Bedeutung. Dort wurde verfügt, wie viele Menschen zu Beerdigungen gehen dürfen, ob eine Veranstaltung noch erlaubt wird oder ob die Kinder in der Schule Masken tragen müssen – um nur drei von vielen Beispielen zu nennen. Wer hätte sich das ausgemalt, als wir zu einem der ersten Male über das Corona-Virus im Augsburger Land berichteten?

Ende Januar war das, und es ging um in China tätige Firmen aus dem Landkreis und deren Erfahrungen im Zusammenhang mit Corona. Kein Grund zur Besorgnis, hieß es damals vonseiten der Firmen, alles im Griff. Was für ein Irrtum!

Tempolimit auf der Autobahn zwischen Neusäß und Friedberg

Fuß vom Gas heißt es seit Ende Juli für bis zu 110.000 Autofahrer, die täglich auf der A8 zwischen Neusäß und Friedberg unterwegs sind. Insgesamt 16 neue Schilder für jede Richtung sollen künftig den Verkehr in diesem Bereich ein großes Stück sicherer machen. Und um dies zu erreichen, bremst dort nun das Verkehrszeichen „274-120“ in der Zeit von 6 bis 20 Uhr die Autofahrer auf maximal Tempo 120 herunter. Neben Anwohnern und Kommunalpolitikern hatte sich auch die Polizei wiederholt für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A8 ausgesprochen und dies mit der hohen Zahl schwerer Unfälle begründet.

Auf dem Abschnitt der A8 zwischen Neusäß und Friedberg gilt seit Ende Juli Tempo 120.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Ende des Jahres sagt dann Verkehrsminister Andres Scheuer nach langem Drängen 37 Millionen Euro für Telematik auf der Autobahn zu. Der Zeitpunkt ist aber noch offen, und die digitale Geschwindigkeitsbegrenzung weist Lücken auf. Genau das übrigens bemängeln Kritiker auch bei Tempo 120. Dieses müsse bis Zusmarshausen ausgedehnt werden.

Pläne für den Bahnausbau im Landkreis Augsburg

Durchbruch oder Debakel fürs Augsburger Land? Mitte Oktober stellt Bayerns Bahnchef Josel die Pläne für einen Ausbau der Strecke zwischen Ulm und Augsburg vor. Vier Gleise sollen es insgesamt werden, und diese können im Bereich von vier je 500 Meter breiten Korridoren durch den Landkreis Augsburg und Dinkelscherben führen.

Einer der Vorschläge ist die bislang von der Kommunalpolitik im Landkreis geforderte Ausbaustrecke zwischen Augsburg und Dinkelscherben, die sich danach einen neuen Weg abseits der jetzigen Bahnlinie sucht. Aber wird es diese Variante? Oder gibt es eine neue Trasse viel näher an der Autobahn?

Die Unruhe ist groß, nicht zuletzt im Raum Zusmarshausen, wo gleich zwei Neubauvarianten angedacht sind. Können Tunnel die Probleme lösen? Sicher ist nur, die Entscheidung in dem seit Jahrzehnten folgenlos diskutierten Milliardenvorhaben rückt näher. Bis Mitte des Jahrzehnts soll der Bundestag entscheiden.

Bangen um die Staudenbahn

2020 ist ein ganz schlechtes Jahr für die Freunde der Staudenbahn. Im Sommer bremst Corona die beliebten Ausflugszüge auf der Strecke, dann kristallisiert sich heraus, dass die lange versprochene Wiederaufnahme des regelmäßigen Personenverkehrs zwischen Gessertshausen und Langenneufnach am seidenen Faden hängt. Damit es bis Mitte des Jahrzehnts noch etwas wird, fehlen elf Millionen Euro. Ob der Bund sie bezahlt, ist offen: Das bange Warten geht weiter.

Landwirtschaftsschule in Stadtbergen wird geschlossen

Mitte November scheitert in München vor dem zuständigen Landtagsausschuss ein Antrag des früheren Stadtberger Bürgermeisters Ludwig Fink, der den Erhalt der Landwirtschaftsschule in der Stadt zum Ziel hatte. Damit ist klar: Die Schüler, die im Herbst in Stadtbergen ihre Ausbildung begonnen haben, sind die letzten in der mehr als 150-jährigen Geschichte der Landwirtschaftsschule Augsburg, die ihren Sitz am Stadtberger Landwirtschaftsamt hat. In Schwaben schließt der Freistaat zwei von fünf Landwirtschaftsschulen. Begründet wird dieser Schritt mit rückläufigen Schülerzahlen.

Das Amt für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft Augsburg (wie es hochoffiziell heißt) mit Sitz in Stadtbergen soll ansonsten nicht betroffen sein. Die Behörde mit 110 Mitarbeitern bleibt in Stadtbergen, die Außenstellen in Schwabmünchen und Friedberg bleiben auch erhalten.

Landrat Sailer gewinnt die Kommunalwahl

Martin Sailer bleibt Landrat des Landkreises Augsburg. Der damals noch 49-jährige CSU-Politiker gewinnt am 15. März nach 2008 und 2014 gegen fünf Konkurrenten zum dritten Mal die Wahl. Auf Sailer entfallen schon im ersten Wahlgang 55 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei liegt Silvia Daßler von den Grünen mit 14,6 Prozent. Zu Sailers ersten Gratulanten zählt CSU-Veteran Max Strehle. Der langjährige Landtagsabgeordnete und Vize-Landrat scheidet nach 48 Jahren aus dem Kreistag aus.

Bei den Wahlen zum neuen Kreistag etablieren sich die Grünen als zweitstärkste Kraft vor den Freien Wählern. CSU und SPD verlieren zwischen sechs und sieben Prozent und können nur knapp ihre Mehrheit behaupten. Dennoch setzen sie ihr Bündnis fort. Neu im Kreistag sind die Linkspartei (1) und die AfD (5). Sie zieht gleich in Fraktionsstärke ein, bleibt aber isoliert, weil die anderen Parteien eine Zusammenarbeit ablehnen. (AZ)

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