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Verkehr

06.01.2019

Wie sicher ist der Schulweg in Diedorf?

Bei der Grundschule in der Diedorfer Pestalozzistraße soll ein Zebrastreifen angelegt werden<b>.</b>
Bild: Andreas Lode

Bisher haben roten Markierungen auf der Fahrbahn den Zebrastreifen ersetzt. Nun sind sie weg, doch ein Zebrastreifen ist nicht in Sicht. Und der wäre auch nur die zweitbeste Lösung.

Der Vater eines Diedorfer Grundschülers ist aufgebracht: Schon vor einem Jahr hat der zuständige Diedorfer Ausschuss den Beschluss gefasst, die rote Fahrbahnmarkierung vor der Grund- und Mittelschule durch einen Zebrastreifen zu ersetzen. Inzwischen ist die rote Farbe von der Straße zwar abgefräst worden, der Zebrastreifen ist aber noch nicht angelegt. Der Vater und Anwohner kann das nicht verstehen. Er fragt: Hätte man nicht die rote Markierung so lange bestehen lassen können, bis die neue Lösung kommt?

Grund für die Verzögerung sei eine Reihe von Abstimmungsschwierigkeiten, heißt es aus dem Rathaus. Zunächst sei die beauftragte Firma einfach nicht gekommen, so Bürgermeister Peter Högg vor einigen Wochen. Und als sie dann kam, spielte das Wetter nicht mehr mit, verdeutlicht Sabine Buchholz aus dem Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Dennoch hofft sie auf eine schnelle Lösung: Sobald es das Wetter erlaubt, soll der Straßenbelag abgefräst und weiße Streifen zunächst aufgesprüht werden. Im Frühjahr dann werde der Zebrastreifen dauerhaft eingerichtet, unter anderem müsse auch ein Lichtmast ausgetauscht werden.

Nach Auffassung von Verkehrserzieher Nowak sorgten Markierungen für Unsicherheit

Ginge alles streng nach den Richtlinien zur Errichtung von Fußgängerüberwegen, dann hätte der Zebrastreifen an dieser Stelle ohnehin keine Chance. Denn dafür müssten an der betreffenden Stelle mindestens 200 Personen innerhalb einer Stunde die Straße überqueren, gleichzeitig müssten 50 bis 100 Fahrzeuge gezählt werden, so Verkehrserzieher Wolfgang Nowak von der Polizeiinspektion Zusmarshausen. Diese Zahl geben aber auch zwischen 7 und 8 Uhr früh die Schülerzahlen der Grund- und Mittelschule nicht her. Und in Tempo-30-Zonen seien Zebrastreifen ohnehin nicht vorgesehen. „In diesem Fall jedoch befürworte ich einen Fußgängerüberweg, da dieser direkt im Bereich zur Schule liegt“, erläutert Wolfgang Nowak weiter.

Die roten Fahrbahnmarkierungen, die in Diedorf jahrelang nicht allein vor der Schule, sondern auch an anderer Stelle etwa im Bereich der Linden- und Pestalozzistraße, auf querende Fußgänger aufmerksam machen sollten, hätten hingegen eher für Unsicherheit gesorgt, weil sie „rechtlich keine Bedeutung haben“, so Nowak. Immerhin, so hält der Diedorfer Vater dagegen, hätten seiner Erfahrung nach aber etwa die Hälfte aller Autofahrer wartende Fußgänger queren lassen, fast alle hätten die Geschwindigkeit reduziert.

Polizist Wolfgang Nowak warnt aber: Zebrastreifen und auch Fußgängerampeln „vermitteln eine Scheinsicherheit, da Fahrzeugführer diese oft nicht wahrnehmen“. So werde das aber wohl im Fall vor der Diedorfer Schule nicht sein. Hier würden vor allem Autofahrer unterwegs sein, die in der Nähe wohnen und genau wissen, dass sich dort die Schule befindet, mahnt er die Verantwortung der Fahrer an.

Zebrastreifen nur zweitbeste Lösung

Dennoch sei auch ein Zebrastreifen nur die zweitbeste Lösung. Am sichersten für die Schüler sei eine Verkehrsinsel für den „Zwischenstopp“, wie es sie in Diedorf bereits gibt. „Wenn dieser Übergang dann noch durch Schulweghelfer oder Schülerlotsen gesichert wird, wäre alles für die Sicherheit der Schüler getan.“ Jahrelang hat der damalige Elternbeirat der Schule, Wolfgang Hurler, vergeblich nach Eltern gesucht, die diesen freiwilligen Dienst regelmäßig vor der Schule machen möchten.

Die Hinweisschilder „Schulweghelfer“ werden deshalb jetzt entfernt, so Sabine Buchholz. Anders im Diedorfer Ortsteil Willishausen: Auch dort war den Eltern die Überquerung der Straße zum Schulbus zu unsicher. Sie schlossen sich kurzerhand zusammen und helfen den Kindern über die Straße.

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