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27.05.2020

Wie sieht Schule für Fünftklässler im Herbst aus?

Im Schmuttertal Gymnasium Diedorf findet üblicherweise viel Unterricht in Gruppenarbeit auch auf dem Campus vor den Klassenzimmern statt. Das ist im Moment überhaupt nicht möglich. Schulleiter Manhardt spricht von der „Simulation von Unterricht“.
Bild: Marcus Merk

Gymnasien und Realschulen erwarten fast überall mehr neue Schüler. Wie sie unterrichtet werden, ist aber noch offen

Augsburg Auf mehr neue Fünftklässler als in vielen Jahren zuvor stellt sich jetzt das Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf ein: 132 Kinder sind für das kommende Schuljahr ab September 2020 an der Schule angemeldet. „Das sind 35 Prozent mehr als im vorigen Jahr“, freut sich Schulleiter Günter Manhardt. Damals waren es nur 97. Unter anderem könnten die Zuzüge im westlichen Landkreis ein Grund für den höheren Zuspruch an der Schule sein, vermutet er.

Zum ersten Mal seit den Gründungsjahren der Schule können nun auch wieder fünf fünfte Klassen eingerichtet werden.

Das hat aber auch noch einen zweiten Grund, so Günter Manhardt: Er wird keine Klasse mit mehr als 28 Schülern einteilen. Denn bereits jetzt will der Schulleiter darauf vorbereitet sein, falls auch im nächsten Schuljahr wieder Klassen geteilt werden müssen und sie nur jede zweite Woche unterrichtet werden können.

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Da die Klassenzimmer am Schmuttertal-Gymnasium kleiner sind als an anderen Schulen, können dann in einem Raum höchstens 14 Kinder unterrichtet werden.

Am Schmuttertal-Gymnasium findet üblicherweise viel Unterricht in Gruppenarbeit auch auf dem Campus vor den Klassenzimmern statt. Das ist im Moment überhaupt nicht möglich. Folglich sagt der Schulleiter auch: „Was wir im Moment machen, hat mit normalem Unterricht wenig zu tun. Das ist eher die Simulation von Unterricht.“

Und dennoch enorm wichtig, findet Andreas Thomik, stellvertretender Schulleiter an der Realschule in Neusäß. „Der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern ist nicht zu ersetzen“, ist seine Erfahrung. An den Realschulen werden bereits die fünften, sechsten und neunten Klassen wieder je zur Hälfte unterrichtet und die zehnten Klassen, auf die ab 1. Juli die Abschlussprüfungen warten, komplett unterrichtet. Erst seit wenigen Tagen steht endgültig fest, dass nach den Pfingstferien auch die siebten und achten Klassen in dieses System eingefügt werden.

An der Neusässer Realschule haben sich 117 Kinder (Vorjahr: 110) bereits fest angemeldet, 16 sind vorangemeldet oder müssen noch den Probeunterricht (30 Kinder) besuchen. Wie an den anderen Schulen auch, war die Anmeldung kontaktlos organisiert, Fragen wurden per Telefon geklärt.

Fünf fünfte Klassen (eine davon im Ganztag) wird es im kommenden Schuljahr an der Realschule in Zusmarshausen geben. 109 Kinder sind bereits fest angemeldet, 22 weitere müssen zunächst noch den Probeunterricht absolvieren. Im vergangenen Jahr waren es 100 feste Anmeldungen im Mai.

Schulleiterin Heidrun vorm Walde plant gerade die Zeit nach Pfingsten neu, wenn auch die siebten und achten Klassen wieder in den Unterricht zurückkommen. „Logistisch ist das schon eine Mammutaufgabe“, sagt sie. Klassenzimmerverteilung, Stundenpläne, Busfahrpläne – alles muss immer wieder neu zusammengestellt werden. Wie der Unterricht für die fünften Klassen ab September aussehen wird, daran denkt sie im Moment noch nicht.

An der Dr.Max-Josef-Metzger-Realschule in Meitingen gibt es aktuell 120 Anmeldungen (nach 128 im Vorjahr), zehn Voranmeldungen und 23 Kinder, die zunächst den Probeunterricht absolvieren müssen. Für das Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen haben sich 102 neue Fünftklässler entschieden, im Vorjahr waren es nur 92.

Zurück zu den Gymnasien: Eine gebundene Ganztagsklasse sowie eine Forscherklasse in drei Gruppen wird es im kommenden Schuljahr am Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß geben.

Insgesamt 102 Kinder (111 im Vorjahr) sind dort angemeldet. Normalerweise werden die Fünfklässler beim Schulfest im Juli begrüßt. „Aber das geht jetzt nicht“, so stellvertretende Schulleiterin Carlette Sandu. Stattdessen sollen die neuen Fünftklässler in Kleingruppen begrüßt werden – damit sie sich wenigstens einmal sehen könnten, so Sandu. Ob die Kinder dann im September in getrennten Gruppen unterrichtet werden, ist freilich noch offen.

Schulleiter Günter Manhardt möchte das, zumindest zu Beginn des Schuljahres, verhindern. An der Schule wird bereits überlegt, ob für die Anfänger eine Ausnahme organisiert werden kann, sodass zunächst die Klassen in Gruppen geteilt alle im Schulhaus unterrichtet werden können. Denn in Online-Unterricht einzusteigen, ohne die Schüler überhaupt zu kennen, das kann er sich nur schwer vorstellen.

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