1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Wie steht es um die Wasserversorgung in Bonstetten?

Versorgung

25.09.2019

Wie steht es um die Wasserversorgung in Bonstetten?

Mit dieser Frage beschäftigt sich der Gemeinderat. Ein Experte sagt: „Wenn der Strom weg ist, gibt es in Bonstetten kein Wasser.“ Nun wird erneut darüber nachgedacht, sich einem Notverbund anzuschließen

Gute Noten vom Fachmann, strikte Forderungen seitens der Behörden – so hat sich die Situation bei der Wasserversorgung Bonstettens bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates dargestellt. Dabei ging es um wichtige Fragen zum Thema Wasser. Während der Rathauschef Anton Gleich auf das „keimfreie Wasser mit bester Qualität seit Jahrzehnten“ hinwies, forderte die Grünen-Fraktion mit Hinweis auf Verunreinigungsfälle in der Region Maßnahmen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Grünen-Sprecher Leo Kränzle erinnerte an die Wasserprobleme in Diedorf, Dinkelscherben, Gessertshausen und Gersthofen. Dort gebe es „unangenehme Folgen für Bürger und Versorger“ wie Abkochgebot oder schlimmer: Eine kostspielige Chlorung. Das alles spreche „überdeutlich“ für einen dringlichen Handlungsbedarf für präventive Maßnahmen und technische Verbesserungen. Gleichzeitig bedankte sich Kränzle bei Klaus Held, dem einzigen Referenten des Abends, der sein Gutachten zur Lage in Bonstettens Wasserleitungen vorstellte.

„So trivial der Begriff der Wasserversorgung klingen mag, so umfassend wie komplex fällt es in der Praxis aus“, betonte der Diplom-Ingenieur zu Beginn seiner Bestandsaufnahme. Weder in diesem System noch bei seiner Bewertung durch einen unabhängigen Prüfer dürften Fehler passieren, die sich verhängnisvoll auswirken könnten. Daher seien die Vorschriften und Ansprüche an Hygiene und Sicherheiten stets verschärft worden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Was die personelle Betreuung des Wassernetzes unterm Stauffersberg angehe, stehe Bonstetten gut da. „Was ich da vorgefunden habe, ist große Klasse“, sagte Klaus Held. Er sprach von „hervorragender Wasserbeschaffenheit“ sowie „bestens aufgestellte Löschwasserbereitstellung“. Doch es gab auch einiges zu kritisieren. Die Kritik betraf etwa die Ausfallsicherheit des Brunnens der Kommune mit einem jährlichen Wasserbedarf von 65 000 Kubikmetern. Ein Kubikmeter entspricht der Menge von 1000 Litern des natürlichen Lebensmittels. „Wenn der Strom weg ist, gibt es in Bonstetten kein Wasser“, erklärte der Fachmann zu einem Notfallmanagement. Immer mit Blick auf die anspruchsvollen Vorgaben der Behörden, etwa des Gesundheitsamtes. „Dort gibt es eine Checkliste, bei der nur Ja oder Nein abgehakt und kein Kompromiss geduldet wird.“ Dann folgten Zweifel an der Bausubstanz des Hochbehälters I, dessen Zukunft Held infrage stellte. „Der Zustand ist schlecht, Sie sollten sich über Alternativen Gedanken machen“, wurde der Gutachter deutlich.

Dass die Gemeinde Bonstetten die Einschätzung des Experten ernst nimmt, zeigt der Hinweis des Bürgermeisters auf den geplanten, rund 73000 Euro teuren Einbau eines Luftfilters im zweiten Wasserbehälter. Laut Leo Kränzle „ein wichtiger, aber nur ein Baustein zur Ertüchtigung unserer Wasserversorgung mit möglichen weiteren Baustellen“.

Offen blieb an diesem Abend, ob die Gemeinde bei dem Thema auf Nummer sicher gehen möchte und gemeinsam etwa mit Adelsried einen Notverbund schließt, um gegen Aussetzer im Netz gewappnet zu sein. Ingenieur Klaus Held sprach sich für diese Zusammenarbeit aus. „Diese gegenseitige Absicherung bringt Vorteile.“ Neben Petra Zinnert-Fassl hielt auch der Rathauschef diese Idee für eine denkbare Lösung. „Wir haben eine gute Wasserversorgung, aber uns fehlt ein zweites Standbein.“

Ein Wassernotverbund mit Adelsried wurde bereits 2014 durch einen von den Grünen und Freien Wählern initiierten Bürgerentscheid abgelehnt. Rund 70 Prozent der Bürger stimmten damals gegen den Notverbund mit Adelsried.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren