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Landkreis Augsburg

04.04.2019

Wie viel Erzieher fehlen in den Kitas ab September?

Die Kindergärten suchen qualifizierte Mitarbeiter.
Bild: Jens Büttner, dpa (Symbolfoto)

Plus In den Kommunen im Augsburger Land wird für das nächste Jahr geplant. Doch wie viele neue Gruppen öffnen, ist noch gar nicht klar.

Wie dramatisch ist der Fachkräftemangel bei Erziehern und Kinderpflegern im Landkreis Augsburg wirklich? „Zum momentanen Zeitpunkt ist noch nicht absehbar, ob zu Beginn des neuen Kindergartenjahres für alle Einrichtungen im Landkreis ausreichend pädagogisches Personal vorhanden sein wird“, sagt zumindest der Sprecher des Landratsamts, Jens Reitlinger. Der Mangel an guten Mitarbeiterinnen ist ein Thema, das die Mitarbeiterinnen in den Betreuungseinrichtungen im Landkreis umtreibt. Am gestrigen Mittwoch hat deshalb eine Delegation von Kita-Leiterinnen aus dem Landkreis sogar im Landtag in München vorgesprochen.

Arbeitgeber versuchen unterdessen, auch mit früher noch ungewöhnlichen Dingen gutes pädagogisches Personal zu finden will: Bei der Stadt Stadtbergen sind es Angebote zur Gesundheitsprävention, Rückenmassagen und freier Eintritt ins Gartenhallenbad. All das legt die Stadt zum Tarifgehalt samt Jahresleistung mit drauf.

„Das ist nur eine Momentaufnahme“

Im Moment, so sagt der Verwaltungsleiter im Rathaus, Holger Klug, sehe es in Stadtbergen noch ganz gut aus mit der personellen Ausstattung in den Betreuungseinrichtungen für Kinder. Allerdings: „Das ist nur eine Momentaufnahme.“ Denn noch laufen die Planungen für das nächste Kindergarten- und Schuljahr ab September. „Es ist durchaus möglich, dass wir noch mehr Personal brauchen“, so Klug. Und was dann kommt, weiß er: „Es bewerben sich nur recht Wenige.“

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Und um einen Teil dieser wenigen Bewerber abzubekommen, muss man als Arbeitgeber schon auffallen. Ein Weg dazu sind die bunt gestalteten Stellenanzeigen, die das Kita-Zentrum St. Simpert schaltet – ein Weg zur Personalgewinnung, der vor einigen Jahren noch gar nicht nötig war, sagt Vorstandsvorsitzender Günter Groll. Das Kita-Zentrum unterstützt Betreuungseinrichtungen der katholischen Pfarreien im Bistum Augsburg. Noch gelinge es, Fachpersonal zu finden, sagt er. „Es uns ein großes Anliegen, unserem Personal ein angenehmes berufliches Umfeld zu bieten, bis hin zur Gesundheitsvorsorge und einem Willkommenstag“, setzt sich auch das Kita-Zentrum für seine Angestellten ein.

Situation könnte sich in nächster Zeit zuspitzen

Dennoch: Die Situation könnte sich in nächster Zeit zuspitzen. Schon jetzt seien „zur Sicherstellung der Aufsichtspflicht Kita-Träger auch bereit, „helfende Hände“ einzustellen sowie verwaltungs- oder hauswirtschaftliches Personal zur Entlastung der pädagogischen Fachkräfte“, sagt Landratsamtssprecher Jens Reitlinger. In Stadtbergen ist das jetzt bei der Essensausgabe schon so, sagt Holger Klug. Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis allein 67 Kinderkrippen und 111 Kindergärten und 25 Horte, fast alle mit mehreren Gruppen. Je größer die Kommune, umso größer die Nachfrage nach neuen Plätzen. „Wir eröffnen bald alle halbe Jahre neue Gruppen“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Gersthofen, Ann-Christin Joder. Noch gelinge es, mit regelmäßigen Ausschreibungen und Bewerberrunden genügend Personal zu finden. Irgendwann könne es aber doch mal „Spitze auf Knopf“ stehen.

Was andere Träger von Betreuungseinrichtungen nur hinter vorgehaltener Hand sagen: Im Vergleich zu vor einigen Jahren habe man die eigenen Ansprüche ans pädagogische Personal bereits deutlich heruntergeschraubt.

Hier geht es zu unserem Kommentar über den Fachkräftemangel: Ein System vor dem Umbruch

Lesen Sie dazu auch: Zu wenig Personal - Kita-Leiterinnen beschweren sich im Landtag

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