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Landkreis Augsburg

10.10.2017

Wildschwein & Co treibt es über die Straßen

Wenn Wildschweine die Straße überqueren, wird es gefährlich. (Archivfoto)
Bild: Bernhard Weizenegger

Jetzt beginnt wieder die Zeit der Wildunfälle. Besonders oft erwischt es Rehe. Was Autofahrer wissen müssen.

Im Herbst kann es auf den Straßen wieder gefährlich werden, denn zu dieser Zeit beginnt der Wildwechsel. Auf der Suche nach Fressbarem und einem geeigneten Ort zum Überwintern müssen die Tiere die ein oder andere Straße überqueren. Und da weder Rehe noch Wildschweine zuerst nach links und rechts schauen, besteht die Gefahr von Zusammenstößen mit Autos.

Hinzu kommt: Im Herbst ist die Sicht oft schlecht. Als besonders gefährlich gelten Straßenabschnitte, die durch den Wald führen oder auf deren beiden Seiten bepflanzte Felder liegen.

Deswegen bittet nun die Polizei um erhöhte Vorsicht beim Fahren, vor allem in der Nähe von Waldgebieten. Die Polizeiinspektion in Zusmarshausen warnt deshalb für den gesamten Dienstbereich. Vergangene Woche sei bereits ein Autofahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Wildschwein leicht verletzt worden. Gerade die Kollision mit diesen Tieren sei sehr gefährlich, da sie schwer und kompakt gebaut sind.

In den vergangenen beiden Jahren gab es im Landkreis Augsburg insgesamt 35 Verkehrsunfälle, die durch Wildschweine verursacht wurden. Das geht aus einer Auflistung von Polizeihauptkommissar Klaus Sütterlin hervor, der als Sachbearbeiter Verkehr für das Augsburger Land zuständig ist. Damit liegen die Paarhufer in dieser Statistik allerdings nur auf dem dritten Platz. Den zweiten Platz besetzen die Füchse mit insgesamt 65 Unfällen, unangefochtene Spitzenreiter sind die Rehe. Sie machen 696 der insgesamt 1034 Wildunfälle im Landkreis aus.

Andere Werte, die aus den Statistiken hervorgehen, sind etwas beruhigender. So gab es in diesem Zeitraum bei den gut 1000 Wildunfällen keine Todesopfer und zehn Verletzte, zumindest auf Seite der Menschen. Der Sachschaden belief sich insgesamt auf einen Betrag von ungefähr 22000 Euro.

Die Unfallorte sind recht gleichmäßig auf Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen verteilt, diese drei machen fast 90 Prozent aus. Danach folgen die Bundesstraßen, Autobahnen sind kaum betroffen.

Sollte ein Zusammenstoß trotz erhöhter Vorsicht unausweichlich sein, rät der ADAC dazu, möglichst stark abzubremsen und nicht auszuweichen. Unkontrollierte Ausweichmanöver können lebensgefährlich werden. Danach muss der Verursacher die Polizei und den örtlichen Jäger informieren. Das angefahrene Tier sollte keinesfalls angefasst werden, Wildschweine können sehr aggressiv werden.

Von unkontrollierten Ausweichmanövern ist übrigens auch aus versicherungstechnischen Gründen abzuraten. Wie der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute mitteilt, muss der Betroffene bei einer Teilkaskoversicherung ansonsten nachweisen, dass sich Wild auf der Straße befand. Dazu müsste es Zeugen, Beweisfotos oder Haare beziehungsweise Blutreste am Auto geben.

Das selbstgefährdende Ausweichen bei kleineren Tieren wie Hasen oder Füchsen ist nach geltendem Recht sogar unzulässig. Bei Vollkasko gebe es hingegen eine Rundumabsicherung, auch bei Zusammenstößen mit Federvieh.

Zu guter Letzt: Das Tier darf man nach einem Unfall auf keinen Fall mitnehmen. Wer überfahrenes Wild zum Verzehr nach Hause nimmt, erfüllt den Straftatbestand der Wilderei.

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