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Fischach-Willmatshofen

23.06.2018

Willmatshofen will eine zukunftsfähige Kulturlandschaft

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Setzten sich bei der Flurneuordnung Willmatshofen für eine Verbesserung der Agrarstruktur und Stärkung der Ökologie ein: (von links) Ludger Klinge, Manfred Ritter, Alois Miller, Bürgermeister Peter Ziegelmeier, Hermann Meitinger, Bernhard Atzkern, Josef Domberger, Franz Krass und Manfred Kleber.
Bild:  Siegfried P. Rupprecht

Das Projekt in Willmatshofen nützt der modernen Landwirtschaft. Doch die Umsetzung war nicht immer einfach und hatte ihren Preis.

Eine der größten Herausforderungen bei der Flurneuordnung in Willmatshofen seien die vielen zersplittert gelegenen Grundstücke gewesen, machte der Bürgermeister der Marktgemeinde Fischach, Peter Ziegelmeier, bei der Abschlussveranstaltung des Verfahrens in den Erkstuben aufmerksam. Nach der Durchführung des Projekts sei vor allem eine Verbesserung der Agrarstruktur und Stärkung der Ökologie erzielt worden. Er sprach von „einem weitgehend gelungenen Verfahren“.

Auch Ludger Klinge, Baudirektor des Amts für Ländliche Entwicklung Schwaben und Laudator des kleinen Festakts, erinnerte an die notwendige Flächenzusammenlegung. „Wir hatten vor der Neuverteilung eine durchschnittliche Grundstücksgröße von nur 0,24 Hektar“, berichtete er. Dies sei für eine effizient wirtschaftende Landwirtschaft ein absoluter Hemmschuh. „Jetzt liegen wir bei 0,94 Hektar.“

Vorrangiges Ziel der Flurneuordnung waren die Erschließung der landwirtschaftlichen Flächen durch Schaffung eines zweckmäßigen Wegenetzes, die Verbesserung der Produktionsbedingungen der landwirtschaftlichen Betriebe durch Bodenordnung sowie die Anlage und Sicherung ökologisch wertvoller Flächen zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Kulturlandschaft.

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Die Erschließung war nicht zeitgemäß

Der Festredner ging dabei ins Detail. „In Willmatshofen war die Erschließung der alten Grundstücke größtenteils nicht zeitgemäß“, sagte er. „Um Flächen zu erreichen, musste über Nachbarflurstücke gefahren werden.“ Durch den Aus- und Neubau von 8,6 Kilometern Wirtschaftswege seien nun alle Grundstücke bedarfsgerecht erschlossen. Ein Teil dieser Wege erfülle darüber hinaus die Funktion als Rad- und Wanderweg.

Ein wichtiges Ziel war auch, die gewachsene Kulturlandschaft zu erhalten und zu sichern. Ludger Klinge nannte hier beispielhaft die Neuanlage und Bestandssicherung landschaftlich wichtiger Standorte. Außerdem wurden Gehölz- und Baumpflanzmaßnahmen vorgenommen, um das Landschaftsbild zu bereichern, sowie Uferschutzstreifen an der Schmutter ausgewiesen. Zudem wurde das Gebiet komplett abgemarkt und vermessen. „Damit werden nachbarschaftliche Grenzprobleme künftig vermieden“, erklärte Klinge.

Weiter konnten durch die Bodenordnung Projekte der Marktgemeinde unterstützt werden. Klinge verwies hier auf die Bereitstellung von Flächen zum Hochwasserschutz. „Letztendlich haben die Projektträger die Gemeinde noch mit dem Erwerb von Teilflächen für den geplanten Ausbau des Schmutterweges zur Verbesserung der Schulwegsicherheit unterstützt“, resümierte der Baudirektor.

Auch die Grundstückseigentümer zahlten

Die Flurneuordnung in diesen Ausmaßen hatte natürlich ihren Preis. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf rund 770000 Euro. Dabei entfielen auf Wegebau und Planungskosten 600000 Euro, auf Landschaftspflege inklusive Grunderwerb 130000 Euro und Bodenordnung 40000 Euro. Freistaat, Bund und Europäische Union stellten Zuschüsse in Höhe von 675000 Euro bereit. Die Differenz schulterten der Markt Fischach mit 40000 Euro und die Grundstückseigentümer mit 55000 Euro.

Ludger Klinge und auch sein Vorredner Peter Ziegelmeier ließen aber auch anklingen, dass das Projekt mit vielfältigen Anforderungen und Herausforderungen konfrontiert war. Bei den Planungen und Entscheidungen mussten die Anliegen der Landwirtschaft mit den Zielen des Naturschutzes, der Eigentümer und der Gemeinde unter einen Hut gebracht werden. Dies sei eine anspruchsvolle und nicht immer einfache Aufgabe gewesen, bilanzierte Klinge. Trotzdem seien alle wesentlichen Projekte umgesetzt und alle Interessen und Ansprüche angemessen umgesetzt worden. „Unterm Strich profitieren von der jetzigen Flurneuordnung alle: die Grundstückseigentümer, die Landwirte, die Marktgemeinde, aber auch Natur und Landschaft“, so Klinge.

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