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Gersthofen

06.12.2019

Winterdienste: Gegen Eis und Schnee auf Straßen hilft Gurkenwasser

Prozesswasser aus der Gurkenproduktion soll jetzt im Kampf gegen Eis und Schnee eingesetzt werden. Dieses Bild entstand bei der Firma Durach in Todtenweis.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Mit einem neuen Verfahren wollen der Freistaat und ein Lebensmittelunternehmen im Winterdienst Salz sparen und so die Umwelt entlasten. Jetzt wurde erklärt, wie das funktioniert.

Bekannt ist das niederbayerische Unternehmen Develey für Lebensmittel. Doch in diesem Winter gibt die Firma auch auf Bayerns Straßen ihren Senf dazu - zumindest in übertragenem Sinn. Aufbereitetes Gurkenwasser aus dem Stammwerk in Dingolfing soll helfen im Kampf gegen Eis und Schnee auf den Straßen.

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Was auf den ersten Blick wie ein Scherz klingt, ist der volle Ernst der Bayerischen Staatsbauverwaltung und wurde am Freitag in Gersthofen von Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) der Öffentlichkeit vorgestellt. In einer Gemeinschaftsaktion mit der Firma Develey soll Abwasser aus der Lebensmittelproduktion in Salz-Sole verwandelt werden, die im Winter auf die Straßen gespritzt wird.

Auch in Schwaben gibt es potentielle Partner für das Projekt

Bewährt sich das Verfahren, könnten auch weitere Lebensmittelproduzenten eingebunden werden. So gibt es schon Gespräche mit dem schwäbischen Konservenhersteller Durach in Todtenweis (Kreis Aichach-Friedberg). Verkehrsminister Reichhart sagte dazu: „Eine coole Geschichte“.

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Das Prinzip dahinter ist relativ simpel, wie der Projektleiter Patrick Biebl in Gersthofen erklärte. Bei Develey in Dingolfing werden jährlich 17.000 Tonnen Gurken verarbeitet. Sie landen jeden Sommer in 1000 Silos und werden dort mit Salzwasser versetzt. Gehen die Gurken dann in die Produktion, bleiben pro Silo rund 10.000 Liter Salzwasser übrig, die mühsam geklärt werden müssen, was technisch aufwendig und nicht vollständig möglich ist.

Gurkenwasser in Sole umgewandelt: 700 Tonnen Salz werden gespart

In Dingolfing wird das Gurkenwasser nun mit weiterem Salz versetzt, bis es sich als Sole für den Winterdienst eignet. Unterm Strich will der Freistaat damit in diesem Winter 700 Tonnen Salz und knapp fünf Millionen Liter Wasser einsparen und so die Umwelt entlasten. Develey spart sich die Klärung.

Im Pilot-Versuch soll das Streumittel aus dem Gurken-Silo im Bereich Landshut eingesetzt werden, da es wenig Sinn hat, die Sole quer durch den Freistaat zu karren. Nur für die Vorstellung in der Autobahnmeisterei in Gersthofen war ein Tanklaster vorgefahren. Nach Gurken schmeckt das Wasser übrigens nicht mehr, wie Reichhart nach einem kurzen Geschmacktstest feststellte. Sein Urteil: „Ist genießbar, aber nur in Maßen.“

Insgesamt werden auf den bayerischen Staats- und Bundesstraßen sowie Autobahnen jeden Winter 320.000 Tonnen Salz und 120 Millionen Liter Sole verbraucht. Mehr als 3000 Mitarbeiter und 1300 Fahrzeuge werden eingesetzt, um die Straßen im Winter frei zu halten. Reichhart erinnerte an den hohen persönlichen Einsatz der Winterdienst-Beschäftigten, die auch bei schwierigsten Straßenverhältnissen ausrücken müssten. An die Autofahrer appellierte er, ihre Fahrweise an die winterlichen Verhältnisse anzupassen.

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06.12.2019

Prima Idee!!!! So wünscht man sich das!

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06.12.2019

Auf sowas kommen die Augsburger nicht, die müssen ja nicht sparen mit ihrem Haushalt. Jede Kommune bekommt das was sie wählt! :-) Tolle Idee jedenfalls! GW. Gersthofen!

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