1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Wird das Gersthofer Wasser teurer?

Gersthofen

16.10.2019

Wird das Gersthofer Wasser teurer?

Noch immer soll das Wasser in Gersthofen abgekocht werden. 
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbol)

Plus Noch stehen offenbar keine Erhöhungen an. Doch Kosten für die derzeitigen Labortests und anstehende Investitionen werden die Bürger künftig höher belasten.

Seit sieben Wochen müssen die Gersthofer ihr Leitungswasser abkochen, nachdem bei Untersuchungen koliforme Keime darin festgestellt wurden. Seitdem werden auch täglich an 48 Stellen im Leitungsnetz Proben genommen und in einem Fachlabor untersucht. Ein teurer Spaß. Aber wenn der Werkausschuss bei seiner heutigen Sitzung über eine Neukalkulation der Wassergebühren spricht, spielen diese Ausgaben noch keine Rolle. Aber über kurz oder lang, werden alle Bürger dafür zur Kasse gebeten.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

„Die Wasserversorgung ist eine kostendeckende Einrichtung, die Stadt darf also unterm Strich weder Gewinn noch Verlust machen“, erklärt Bürgermeister Michael Wörle auf Anfrage. Üblicherweise würden die Wassergebühren auf einen Zeitraum von fünf Jahren kalkuliert. Die letzte Kalkulationsperiode ist Ende 2018 abgelaufen. „Deswegen hat der Stadtrat anfang 2019 rückwirkend zum ersten Januar eine Neukalkulation beschlossen. Diese sei jetzt fertig. „Darüber werden wir Donnerstagabend beschließen“, so Wörle weiter. Auch wenn er der Diskussion im Werkausschuss nicht vorgreifen wolle – diesmal zeichne sich eine Erhöhung der Gebühren noch nicht ab.

Unvorhergesehene Kosten durch Labortests

Es wird aber dennoch eine Änderung geben: „Schon vor dem Abkochgebot haben wir Investitionen in unser Leitungsnetz ins Auge gefasst.“ Nun entstünden durch Labortests und eine eventuell noch kommende Chlorung unvorhergesehene Kosten. „Aus diesem Grund schlagen wir den Stadträten vor, die Kalkulation diesmal nur für zwei Jahre festzuschreiben.“ So könne man eventuelle Mehrkosten besser auffangen und die Wassergebühren moderater anheben. „Nach fünf Jahren müssten wir sicher deutlich stärker erhöhen, weil sich bis dahin eine deutlich größere Ausgabensumme ansammeln würde“, so Wörle weiter.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Ein großes Echo hatte unser gestriger Bericht im Internet ausgelöst. Darin hatte Bürgermeister Michael Wörle eingeräumt, dass bereits seit Wochen bei den täglichen Messungen keine koliformen Keime mehr festgestellt worden seien. Dennoch hat das Landratsamt das Abkochgebot noch nicht aufgehoben.

Vor allem auf Facebook entspann sich deswegen eine Diskussion. So schreibt eine Userin: „Ich hoffe, es wird mit Augenmaß entschieden, ob gechlort wird... das ist für den Körper eine größere Belastung als diese jetzt so geringe Verunreinigung.“

„Das Abkochen kostet einen Zeit und Nerven und Geld“

Ein anderer meint: „Wir haben genau drei Tage abgekocht. Und Fazit ist: Wir leben noch!“ Dabei gibt’s auch Kritik am Gesundheitsamt für seine „zügige Bearbeitung“ des Wasserproblems. „Das Abkochen kostet einen Zeit und Nerven und Geld, worauf wohl keiner nach der langen Zeit noch Lust hat.“

Eine andere Userin sieht es eher pragmatisch: „Wenn wir es überlebt haben, als Kleinkinder Gummistiefel abzulecken oder bis zum Hals in der Matschpfütze zu sitzen, dann bringt uns der eine Coli-Keim im Wasser schon nicht um.“

Gestellt wird auch die Frage, ob man die Stellen, an welchen der Keimbefall festgestellt wurde, nicht eingrenzen könne. Es wird auch vorgeschlagen, die Messstellen, an welchen Verunreinigungen registriert wurden zu veröffentlichen. „Gegebenenfalls kommt dann ein Bürger drauf, ob da in der Nähe ein totes System ist.“ In toten Rohren, in denen kein Wasser fließt, können sich Keime entwickeln. Die Stadt hat bereits angekündigt, solche Stellen vom Wasserleitungsnetz zu trennen.

Doch es gibt auch Verständnis dafür, dass das Abkochgebot noch nicht beendet wurde. Ein User, der seit 30 Jahren in verschiedenen Gemeinden arbeite und dort mit Wasser und Kanal zu tun habe, hält „das Vorgehen der Stadt in diesem Fall für wirklich sinnvoll“.

Der Werkausschuss berät am heutigen Donnerstag, 17. Oktober, ab 18 Uhr im Großen Rathaussitzungssaal.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren