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Fundsachen

14.02.2020

Wo Eheringe vergeblich auf die Besitzer warten

Nach 62 Jahren wurde ein Ehering auf einem Acker bei Hainhofen wiedergefunden. Nicht immer sind die verlorenen Ringe so schwer zu finden – manchmal reicht auch schon der Gang ins Fundbüro, um das wertvolle Schmuckstück wiederzufinden.
Bild: Marcus Merk

In den Fundbüros in der Region landen allerlei Wertsachen und vor allem Fahrräder. Manchmal lagern dort aber auch Kuriositäten und sehr ungewöhnliche Funde

Walburga Ellenrieder aus Hainhofen konnte ihr Glück kaum fassen, als ein Sondengänger den Ehering zurückbrachte, den sie 62 Jahre zuvor auf einem Kartoffelacker verloren hatte (wir berichteten). Nicht immer sind die verlorenen Ringe so schwer zu finden – manchmal reicht auch schon der Gang ins Fundbüro, um das wertvolle Schmuckstück wiederzufinden. Im Stadtberger Fundbüro beispielsweise werden immer wieder Eheringe abgegeben.

„Oft sind auf den Ringen Signaturen oder Daten eingraviert. Dann kann ich bei der Stadt nachfragen, wer an diesem Tag geheiratet hat und den Ring zurückgeben“, erzählt Karin Peter, Sachbearbeiterin bei der Stadt Stadtbergen und Zuständige für das Fundamt der Stadt.

Oft werden Eheringe allerdings auch nicht abgeholt. „Überhaupt lagern bei uns viele wertvolle Gegenstände, deren Besitzer sich nie melden“, sagt Peter. Neben Schlüsseln, Brillen, Schmuckstücken und Geldbeuteln gibt es im Fundbüro allerdings vor allem an einem Gegenstand keinen Mangel: Fahrräder. „Oft werden die Räder vom Bauhof gefunden. Einmal im Jahr veranstalten wir dann beim Stadtfest in Stadtbergen eine Fahrradversteigerung, bei der wir die Räder günstig an neue Besitzer abgeben“, erzählt Peter. Bei einem dieser Stadtfeste habe es auch einmal einen sehr ungewöhnlichen Fund gegeben: Jemand hatte ein Gebiss gefunden. „Das wurde bis heute nicht bei uns abgeholt“, sagt Peter.

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Tatsächlich scheinen sich Menschen öfter versehentlich von ihren dritten Zähnen zu trennen. Denn auch im Fundbüro in Meitingen ist ab und an mal ein Gebiss unter den Fundstücken, erzählt Dana Manderla-Emmert vom Markt Meitingen. Ansonsten beschränken sich die gefundenen Gegenstände auf Schlüssel, Kleidungsstücke und Handys. Schlüssel sind auch im Fundbüro Adelsried das meistabgegebene Fundstück. Kaum einmal werden diese abgeholt, sagt Heidrun Weber von der Gemeindeverwaltung. Sie hat sich ihren ganz eigenen Reim darauf gemacht: „Allgemein ist es so: Das, was gefunden wird, wird nie geholt. Das, was gesucht wird, wird nie gefunden.“

Ein ungewöhnliches Fundstück lagert im Fundbüro Dinkelscherben: „Bei uns liegt schon seit Ewigkeiten eine Querflöte“, sagt Amelie Schmid. Irgendwann sei diese im Musikerheim gefunden worden und nie abgeholt worden. Auch ein herrenloser Notenständer wurde abgegeben. Ansonsten seien im Dinkelscherber Fundbüro vor allem verschiedenste Badeutensilien deponiert – im Sommer bleiben diese oft im Waldfreibad liegen.

Tierisch ging es vor einigen Wochen im Fundamt der größten Stadt des Landkreises zu. Das Königsbrunner Huhn hat nach seiner Entdeckung für einige Schlagzeilen gesorgt. Zahlreiche Medien griffen die Geschichte unserer Redaktion über das herrenlose schwarze Huhn auf, das übergangsweise einen Platz im Stall eines Königsbrunner Halters gefunden hat.

Dort hat es sich gut eingelebt und legt mittlerweile auch fleißig Eier. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge, darf es das auch weiterhin tun. Trotz der großen medialen Aufmerksamkeit hat sich der Besitzer des Tieres nicht gemeldet, teilt die Königsbrunner Stadtverwaltung mit.

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