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Biberbach

18.08.2016

Wo sich der Startänzer den Hut holt

Fertige Hüte in allen Formen stehen zur Auswahl im Atelier von Belinda Hartmuth, auch als Anregung für den ganz besonderen eigenen Hut.
Bild: Bild: Sonja Diller

Bei Modistin Belinda Hartmuth in Biberbach verkehrt auch Prominenz. Passende Kopfbedeckungen kann hier aber jeder finden.

Viel mehr Mut zum Hut wünscht sich die Modistin Belinda Hartmuth. Und zwar nicht nur um ihre vielen tollen Kreationen an die Frau und den Mann zu bringen, sondern weil sie davon überzeugt ist, dass der passende Hut einen höchst erfreulichen Effekt beim Blick in den Spiegel bringt. Testen kann das jeder bei einem Probiertermin in Belindas Hutatelier in Biberbach. In der kleinen Werkstatt bekommen modische Bräute duftigen Tüll und gestandene Männer den regenfesten Filz zum Walkjanker. Jedem nach seinem Gusto und genau zum Anlass passend. In Promi-Gesellschaft wäre man mit einem Hut von Belinda auf jeden Fall. Denn stolze sieben Stück hat sich schon „Let’s Dance“-Startänzer Massimo Sinato in Biberbach geholt. Und die müssen was aushalten.

Auf beste Qualität der verwendeten Materialien und handwerkliches Können legt die Chefin größten Wert. Als Kammer- und Landessiegerin und einem zweiten Platz im Bundeswettbewerb hat sie ihren Ausbildern im Augsburger Haus der Hüte alle Ehre gemacht. „Damals war es nicht ungewöhnlich, dass sich die Kunden ihren ganz persönlichen Hut kreieren ließen und das edle Stück dann über viele Jahre trugen“, erinnert sie sich an mode- und qualitätsbewusste Käufer. Bei aller Freude an dem erlernten Beruf wechselte sie später trotzdem von der Herstellung zum Verkauf von Mode. Der Verdienst im anspruchsvollen Handwerk war einfach zu schlecht. Das Hüte machen ist aber „so etwas Schönes und Kreatives“, dass sie es nicht lassen konnte. 2011 hat sie eine eigene Werkstatt eröffnet und sich wieder den handgemachten Kopfbedeckungen verschrieben. Seitdem stehen dort die vielen Holzformen, über die edler Woll- oder Haarfilz nach einem heißen Dampfbad seine Form zum kühn geschwungenen Florentiner findet oder zum Glockenhut im frechen 20er Jahre Stil wird. An der Nähmaschine wird Tüll mit allerlei Beiwerk zum zauberhaften Wölkchen, das Bräute und Gäste bei rauschenden Festen aus der Menge heraus hebt. Dabei lässt die große Auswahl an Bändern, Perlen, Federn und Schmuck keine Modewünsche offen.

Hin und wieder stellt sie ihre Kreationen aus; für den Wertinger Schlossmarkt, dessen Ambiente Belinda Hartmuth gefällt, wird sie sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Meist kommen ihre Kunden aber über Empfehlungen ins Haus. Preislich kann ein handgemachter Hut natürlich nicht mit der Konkurrenz aus den Fabriken mithalten. Ein Vermögen kostet er aber auch nicht. Der Billigheimer vom Fließband wiederum hat aber auch keine Chance im Vergleich mit einem Hut aus Modistenhand.

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Wer noch keine festen Vorstellung hat wie der modische Auftritt mit Hut aussehen soll, bekommt jede Menge Anregungen an der Musterwand, die Stefan Hartmuth gebaut hat. Vom Boden bis zur Decke sind sie dort aufgereiht. Die luftig-duftigen Strohhüte in Pastelltönen, mit bunten Bändern und auch mal einem großen Schmetterling. Die Filzhüte mit Schwung und festem Stand, die auch ein Regenschauer nicht aus der Form bringt und die es natürlich auch für die Herren gibt. Und die mit ebenso viel Handwerkskunst, aber in kindlichen Farben und Motiven für den Nachwuchs angefertigten Exemplare. Man sieht förmlich die Kleinen in Lederhosen und Dirndl mit dem passenden Hut über den Plärrer stiefeln und erste Pluspunkte auf dem Outfit-Konto sammeln.

Für die Werkstattausstattung von der Holzform bis zum kecken Hutständer zeichnet Ehemann Stefan Hartmuth verantwortlich, der sichtlich stolz auf seine kreative Frau auch beim Verkauf auf Ausstellungen alle Register zieht. „Die Damen sind immer ganz hin und weg, wenn er Ihnen galant den Spiegel hält und die ausgesuchte Farbe lobt“, neckt die Hutmacherin ihren Vertriebsspezialisten. Der nimmt es gelassen und ist ebenso überzeugt von der Kunst seiner Gattin wie vom Schick eines gelungenen modischen Ensembles. „Das ist nicht nur warm, das sieht auch noch toll aus“, präsentiert er die in vielen Farben gestalteten Hüte und Mützen für den Herbst aus weich gewalkter Wolle. „Die kratzen garantiert nicht auf zarter Haut“, weiß er von den Nöten der Damen und freut sich über die schöne Qualität.

Passend zur Wiesn-Zeit verdrängen jetzt bald die Hüte mit Trachtenschmuck und bunten Bändern die sommerlichen Strohkreationen von den besten Plätzen an der Ausstellungswand. Qualität ist auch dabei erstes Gebot: das kaum mehr verzichtbare modische Trachten-Accessoire ist aber nicht aus billigem Hutfilz, der nach ein paar Stunden auf der Bierzeltbank schon die Krempe hängen lässt oder müffelt, sondern aus ordentlichem Material, das auch die heißesten Feiernächte unbeschadet übersteht.

Das Hutatelier von Belinda Hartmuth befindet sich in Biberbach in der Sebastian-Kneipp-Straße 10a. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, man kann aber einfach klingeln, und wenn sie zu Hause ist, wird die Werkstatt dann auch aufgesperrt. Wer von weiter her kommt und sich anmelden möchte, kann das unter der Telefonnummer 08271/41018 tun.

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