Bürgerversammlung

20.11.2014

Wohin mit dem Sendemast?

Der Sendemast Seehühle stört ein ausgewiesenes Baugebiet der Gemeinde und soll womöglich versetzt werden. Wohin aber, das ist bislang noch nicht ganz klar. Die Alternative Steigfeldstraße ist nun immerhin vom Tisch.
Bild: Marcus Merk

Nicht nur das Telekom-Bauwerk beschäftigt die Adelsrieder. Für Ärger sorgt auch die Autobahn

Der Lärm der ausgebauten Autobahn, der Standort des geplanten neuen Funkmasts der Telekom sowie eine skelettförmige Bauruine an der Kirche sind die vordringlichsten Sorgen der Bürger in Adelsried. Diesen Eindruck jedenfalls vermittelte die alljährliche Bürgerversammlung, die mit über 100 Teilnehmern wieder großen Zuspruch fand.

Mittlerweile haben immer mehr Bürger den Verdacht, dass die neue, höher gelegte und um eine Spur erweiterte Autobahn tatsächlich lauter sei. So klagen Anlieger in der Nähe etwa, nachts die Fenster nicht mehr gekippt lassen zu können. Die Gemeinde sei in dieser Sache bereits tätig geworden und bemühe sich derzeit, zu eruieren, welche rechtlichen Möglichkeiten gegeben seien. Denn Geld für zweck- und somit sinnlose Überprüfungen der vorgelegten Emissionswerte auszugeben, verbiete sich, betonte Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann, die sich den Einwänden der Bürger gegenüber aufgeschlossen zeigte.

Nun soll in einer der nächsten Gemeinderatsitzungen die Einschaltung von Experten behandelt werden. Die Gemeinde habe nur dann eine Chance für Verbesserungen – wie Lärmschutzwände –, wenn die Nichteinhaltung der gesetzlichen Emissionsschutzwerte oder Änderungen der Bauausführung nachgewiesen werden könnten.

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Thema bei der Bürgerversammlung war auch ein Sendemast der Telekom. Das Problem besteht darin, dass der bisherige Sendemast Seehühle ein ausgewiesenes Baugebiet stört – deshalb war eine Diskussion um alternative Standorte entbrannt. Nun aber habe sich die Telekom aus technischen Überlegungen gegen die angedachte neue Position Steigfeldstraße entschieden, die bei den Anwohnern stark umstritten war. Geprüft werde jetzt unter anderem, ob der Mast an seiner bisherigen Position verbleiben oder ein Stück nach Norden versetzt werden könne, so Stegherr-Haußmann. Die Bürgermeisterin wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass gesundheitliche Schäden bei Einhaltung der Grenzwerte nach Expertenmeinung nicht zu erwarten seien. Und sie bat die Bürger zu bedenken, dass viele heute Kommunikation per Funk nutzen. Also müsse man die Voraussetzungen dafür schaffen.

Optischen Anstoß nehmen die Bürger gemeinsam mit ihrem Pfarrer an einem Bauskelett neben der katholischen Kirche. In der Versammlung äußerten sie ihr Missfallen bis hin zum Verdacht, der finanziell wohl klamme Bauherr „lacht uns doch aus, wenn wir nichts dagegen tun“, so ein Adelsrieder. Die Bürgermeisterin und auch der zweite Bürgermeister Karl Mayer beruhigten, man sei im Gespräch mit dem Eigentümer. Mayer versprach, mit ihm zeitnah Abhilfe-Möglichkeiten zu besprechen.

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