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11.04.2015

Wohnungen für Asylbewerber gesucht

In Gablingen werden die ersten Asylbewerber anerkannt. Sie müssen die Sammelunterkunft verlassen

Der Asylantrag wurde anerkannt – doch was ist dann? Ging es in den letzten Wochen und Monaten vor allem um die Frage, wo und wie die zahlreichen Flüchtlinge aus Krisengebieten untergebracht werden können, stellt sich nun den Gemeinden mehr und mehr eine neue Aufgabe: Denn inzwischen enden viele Prüfverfahren.

Anerkannte Flüchtlinge müssen dann die Asylbewerberunterkünfte verlassen und nachfolgenden Flüchtlingen Platz machen. In Gablingen, wo derzeit 60 Asylbewerber untergebracht sind, ist das beispielsweise der Fall. „Zwischenzeitlich sind drei Anerkannte aus der Unterkunft ausgezogen, zwei haben Wohnungen gefunden“, berichtet Bürgermeister Karl Hörmann.

Die Flüchtlinge bleiben aber nicht immer in der Gemeinde, in der sie während des Anerkennungsverfahrens Zuflucht gefunden haben. „Da gibt’s unterschiedliche Entwicklungen: Manche orientieren sich mehr in Richtung Stadt, wo es mehr Möglichkeiten gibt, oder sogar innerhalb Deutschlands.“ Dies sei besonders dann der Fall, wenn Verwandte oder Freunde in Deutschland gelandet sind.

„Die Gemeinde kann es sich allerdings nicht leisten, dafür zu sorgen, dass die Flüchtlinge Wohnungen finden, darum müssen sie sich zunächst schon selbst kümmern“, sagt Karl Hörmann angesichts seiner kleinen Kommune mit rund 4500 Einwohnern. Allerdings leistet in Gablingen das Familienzentrum eine gewisse Unterstützung. Wohnungen werden in der nächsten Zeit zu suchen sein. „Es geht ja nicht nur um Wohnungen. Die jungen Menschen brauchen Praktikanten- oder Lehrstellen oder auch Jobs.“ Auch hier gibt’s in Gablingen Unterstützung, und zwar über das Projekt Patenschaften. Ehrenamtliche übernehmen hier die Patenschaft für anerkannte Flüchtlinge und helfen bei Bewerbungen, Behördengängen und dergleichen. „Sie nehmen die Flüchtlinge an die Hand.“

Um alles für die Asylbewerber Erforderliche zu koordinieren, wird regelmäßig ein „Runder Tisch Asylbewerber“ einberufen. „Die Kümmererrolle übernimmt aber das Freiwilligenzentrum“, so der Bürgermeister. Diese Einrichtung, die erst 2010 in einem Raum im Rathaus Gablingen eingerichtet wurde, hat für Hörmann eine absolute Erfolgsgeschichte. „Die Einrichtung des Freiwilligenzentrums hat sich sehr bewährt, auch wenn die Zielrichtung zunächst eine andere war.“ Koordinierte Nachbarschaftshilfe hieß das Schlagwort. „Aber die Asylbewerber leben ja mitten unter uns. Ihnen zu helfen ist ebenfalls Nachbarschaftshilfe“, ist Hörmann überzeugt. "Diese Woche Seite 1

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