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Dinkelscherben

25.01.2020

Worauf Kinder beim Umgang mit sozialen Netzwerken achten sollten

Lehramtsanwärter gestalten in Dinkelscherben in der Montessori-Schule eine besondere Unterrichtsstunde. Hinten (von links): Leonie Brenner und Natalie Heiler erstellen mit den Kindern ein Plakat zum Thema Cyber-Mobbing.
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Lehramtsanwärter gestalten in Dinkelscherben in der Montessori-Schule eine besondere Unterrichtsstunde. Hinten (von links): Leonie Brenner und Natalie Heiler erstellen mit den Kindern ein Plakat zum Thema Cyber-Mobbing.
Bild: Andreas Lode

Lehramtsanwärter gestalten in Dinkelscherben in der Montessori-Schule eine besondere Unterrichtsstunde. Wie sie den Unterricht verändern wollen. 

Ob mit Freunden schreiben, Trends folgen, Likes verteilen oder kommentieren, selber Bilder oder Videos online stellen: Kommunikation immer und überall ist für Kinder und Jugendliche unverzichtbar. Und mit dem Smartphone, Youtube, WhatsApp, Snapchat und Instagram sind sie auch unterwegs immer vernetzt.

70 Kinder der Grundschule, aufgeteilt in kleinen Gruppen, konnten jetzt in der Montessori-Schule lernen, wie sie Informationen aus dem Internet holen, was sie über Cyber-Mobbing wissen müssen oder wie man den Social-Media-Knigge nutzt, der zeigt, wie man sich korrekt im Netz verhält.

Dafür hatten Lehramtsstudierende der Universität Augsburg digitale Medien für die Schulpraxis erstellt und diese an der Montessori-Schule erprobt. Sie hätten eine Unterrichtsstunde gestaltet, die auch später bewertet wird, erklärte Ulrich Fahrner, Leiter des Medienlabors der Universität Augsburg. Er sagt: „Der Umgang mit digitalen Medien als neue Art der Unterrichtsgestaltung oder Ergänzung stellt einen wichtigen Grundbaustein für die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf ihr späteres Berufsleben dar.“

Worauf Kinder beim Umgang mit sozialen Netzwerken achten sollten

Die guten und schlechten Seiten des Internets

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die sechs- bis zehnjährigen Schüler die Videos in dem sehr anschaulichen und spielerisch aufgebauten Unterricht. Gezeigt wurden Szenen von einem Engelchen und Teufelchen, das dem Mensch die guten und schlechten Seiten des Internets erklärt. In drei Gruppen aufgeteilt konnten die Jungen und Mädchen bei Memory, Zuordnungsspielen und Experimenten (welchen Bildern im Internet kann man trauen) einzelne Situationen durcharbeiten.

Lehramtsanwärter gestalten in Dinkelscherben in der Montessori-Schule eine besondere Unterrichtsstunde.
Bild: Andreas Lode

Cybermobbing, Recherche und Informationsbeschaffung über das Internet und auch Verhaltensregeln in sozialen Netzwerken waren die zentralen Themen. Denn ganz klar wurde, dass Jugendliche zu gerne bereit sind, viele private Daten preiszugeben. Besonders das Spiel mit dem versteckten Schlüssel gefiel den Kindern. Es zeigt, was passiert, wenn jemand bereits Infos über das Versteck hat oder immer nur dasselbe Versteck ausgewählt wird. Tristan aus der Gruppe hatte sofort verstanden, worum es geht, und sich beschwert. „Das ist gar nicht gut, wenn jemand schon mehr Informationen hat.“

Suchmaschinen für die jungen Internetnutzer

Es muss nicht immer Google sein: Für die jungen Internetbenutzer gebe es auch Suchmaschinen, die für Kinder verständlicher und daher besonders geeignet sind, weiß Mario Draghina, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Medienlabors. Auch das Wort „Mobbing“ haben schon viele der anwesenden Kinder gehört. Hinter dem Rücken wird getuschelt und gelacht.

Eine Junge bringt ein Beispiel: Seine Klassenkameradin hat geweint, weil ihr Vater gestorben war. Die anderen hätten ihr zugerufen „... heul leise!“ und gelacht. Das fand er nicht schön.

Ihre Meinung zum Thema „Mobbing“ durften sie auf bunte Zettelchen schreiben. Diese wurden auf ein Plakat geklebt, und einige zeigten sich richtig kreativ. Ein Schüler hatte sogar ein Handy mit einem fröhlichen und ein Handy mit einem traurigen Gesicht gemalt, andere wiederum zeichneten einen weinenden Smiley oder schrieben, dass Cybermobbing zu großer Traurigkeit führe.

Lehramtsanwärter gestalten in Dinkelscherben in der Montessori-Schule eine besondere Unterrichtsstunde.
Bild: Andreas Lode

Nicht alle Daten dürfen eingegeben werden

Und was haben die Jungen und Mädchen gelernt? „Im Internet muss man vorsichtig sein. Nicht alle Informationen sind sicher, und nicht alle Daten dürfen eingegeben werden“, sagte Theresa. Sie und die anderen hätten gelernt, worauf man achten muss, wenn man in den sozialen Netzwerken unterwegs ist: Zurückhaltung mit der Preisgabe persönlicher Informationen, wählerisch bei Kontaktanfragen sein, ein sicheres und jeweils anderes Passwort verwenden, keine vertraulichen Informationen über andere preisgeben, nicht wahllos auf Links klicken. Denn eine Sache haben die Kinder an diesem Tag auch gelernt: Das Internet vergisst nie!

Für Karin Rollenhagen, Konrektorin der Montessori-Schule, war diese Veranstaltung sehr wichtig. Und dass alle so toll mitgemacht haben, freute sie ganz besonders. „Die Kinder hier sind selbstbewusst und lassen sich so schnell nicht beeinflussen.“

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