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Kreis Augsburg

13.03.2015

Wütender Landwirt bespritzt Frau mit Gülle - "eine biologische Bombe"

Einem Landwirt bei Gablingen sind die Sicherungen durchgebrannt: Weil er mit einer Radfahrerin in Streit geriet, spritzte er die 60-Jährige mit Gülle aus seinem Odelfass voll.
Bild: Mathias Wild

Wegen eines Streits besudelte ein Landwirt eine Frau mit Gülle. Nun ermittelt die Polizei. Denn die Aktion war alles andere als nur unappetitlich, wie das Gesundheitsamt erklärt.

Dass man sich nicht mit einem wütenden Bauern mit Güllefass anlegen sollte, bekam eine 60-jährige Radfahrerin auf schmerzliche Weise zu spüren: Weil sie mit einem Landwirt in Streit geriet, betätigte der kurzerhand die Öffnung seines Güllefasses und bespritzte die Frau mit den stinkenden Exkrementen. Nun sucht die Polizei nach dem Landwirt.

Die Langweiderin war laut Polizei am Montagabend mit ihrem Rad auf einem geteerten Feldweg bei Gablingen unterwegs, als sich der Landwirt mit seinem Gespann näherte und sie überholen wollte. Dies war wegen der schmalen Straße aber nur schwer möglich. Offenbar stieg der Ärger des Bauern mit jedem Meter, den er hinter der Radlerin herfahren musste.

Als er doch noch an der Radlerin vorbeifuhr, beschimpfte er sie und öffnete währenddessen das Güllefass um sie mit dessen Inhalt zu bespritzen. Die über und über besudelte Frau erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. Wer der Bauer war, der seinem Ärger auf diese drastische Weise Ausdruck verlieh, ist bislang nicht bekannt, die Radlerin hatte sich in der Aufregung das Kennzeichen des Traktors nicht notiert. Die Polizei sucht nun nach dem Mann und ermittelt gegen ihn wegen Beleidigung – gut möglich, dass sich der juristische Schwerpunkt verlagert und bald wegen Körperverletzung gegen den Landwirt ermittelt wird.

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Experte: Gülle eine Art "biologische Bombe"

Denn laut Martin Miller, dem stellvertretenden Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Augsburg war die Aktion des wütenden Landwirts nicht nur respektlos und unappetitlich, sondern auch gefährlich. Miller erklärt: „Bei der Gülle handelt es sich um ein Sammelsurium von allem, was sich im Darm eines Warmblüters tummelt – eine Art biologische Bombe.“ Weil die Gülle meistens frisch ausgefahren wird und nur kurze Zeit gelagert wird, sind sämtliche Bakterien auch noch aktiv. Zwar gibt es auch einige Bauern, die die Gülle anhand von Gärresten aus Biogasanlagen gewinnen – in diesem Fall seien wegen der hohen Temperaturen in der Anlage die Bakterien schon abgestorben. Nach Einschätzung des Instituts für Ökologischen Landbauin Freising ist der Großteil der Bauern weiterhin mit herkömmlicher Gülle unterwegs.

Und eben die kann gefährlich werden, sagt Martin Miller: „Vor allem, wenn die Flüssigkeit mit den menschlichen Schleimhäuten in Berührung kommt, steigt das Infektionsrisiko.“ Dies ist zum Beispiel bei den Augen oder dem Mund der Fall. Aber auch offene Wunden stellen eine erhöhte Gefahr dar. Eine andere Rolle spiele auch das Alter der Frau, sagt Miller: „Mit 60 Jahren steigt zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit einer Diabetes-Erkrankung – das würde bedeuten, dass das Immunsystem nicht mehr so gut ist wie bei einem gesunden Menschen.“

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