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Gersthofen

21.01.2019

Wunderschöne Kraft der Illusion

Zauberhafte Bühnenkunst mit Feuer, Licht und Farbenspielen gehören fest zum Repertoire der Traumfabrik mit dazu. 
Bild: Thomas Hack

Die Künstler der „Traumfabrik“ führen in Gersthofen zurück zum Ursprung der menschlichen Fantasie. Warum man noch Chaos in sich haben muss.

„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“ – dieses zeitlose Zitat aus der Feder des Philosophen Friedrich Nietzsche hat das internationale Bühnenensemble rund um den Ausnahmekünstler Rainer Pawelke nicht von ungefähr im Programmheft des mittlerweile legendären Projektes namens „Traumfabrik“verewigen lassen.

Im Jahre 1980 ins Leben gerufen und damals hauptsächlich von Studenten besetzt, vereint das fantasievolle Illusionstheater heute eine Vielzahl von Vollprofis und Weltstars unterschiedlichster Genres auf der Bühne. Mit ihrem Programm „Staunen, Lachen, Träumen“ machte die innovative Truppe auf ihrer Tournee auch mehrere Abende in der Gersthofer Stadthalle halt und präsentierte eine farbenprächtige Bühnenshow voller magischer und mitreißender Momente.

Eine aufregende Reise in zauberhafte Traumwelten sollte es werden, aber auch eine Reise in eine Zukunft, in der die Menschen schon alles gesehen haben und wieder näher zum Ursprung ihrer Fantasie zurückgeführt werden sollen. Mit faszinierender Feuerjonglage, atemberaubender Akrobatik und bildgewaltigen Illusionen stellten Bühnenkünstler von Ungarn bis Kanada ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis und schafften es wieder einmal mühelos, gemäß ihrem Motto das Publikum zum Staunen, Lachen und Träumen zu bringen.

Spannende Lichtchoreografien trafen auf originelle Schauspielkunst, betörende Bühnenmagie wurde geschickt mit spritzigen Spaßbeiträgen zu einem großen Gesamtgemälde verwoben. Wie es den Darstellern etwa gelang, die irdischen Gesetzmäßigkeiten aufzuheben und in absoluter Schwerelosigkeit über der Bühne schwebend auf spaßige Weise die Mondlandung nachzustellen, wird für die meisten Zuschauer für immer ein ungelöstes Rätsel bleiben.

Einen ganz besonderen Höhepunkt, der kaum mit den menschlichen Sinnen zu begreifen war, zeigte schließlich die russische Künstlerin Eva Aibaz mit ihrer „Traumreise“, bei welcher sie abertausende winzige Sandkörner zum Leben erweckte: Auf einer beleuchteten Leinwand „malte“ sie kunstvolle Bilder aus Sand, die sie mit rasenden Fingern derart schnell wieder zu verändern wusste, dass praktisch alle paar Wimpernschläge lang ein völlig neues Gemälde entstand – und fast gleichzeitig auch schon wieder am Vergehen war.

Das Besondere an der ungewöhnlichen Show: Die Mitwirkenden setzten weder auf moderne Hightech wie etwa die Ehrlich Brothers, noch auf Kameratricks wie David Copperfield, sondern präsentierten nichts anderes als die Gabe, mit dem eigenen Körper und unscheinbaren Kleinigkeiten die unglaublichsten Kunstfertigkeiten auf die Bühne zu zaubern – niemand kann wohl eleganter ein eigensinniges Gespenst heraufbeschwören, das unentwegt seine Körpergestalt ändert und währenddessen auch noch in Zeitlupe mit mysteriösen Gegenständen jongliert.

Die Kombination aus atmosphärischer Musikuntermalung und wohldurchdachten Beleuchtungseffekten hat der Reise zum Ursprung der Fantasie in wunderschöner Weise einen stilvollen Rahmen verliehen.

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