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Horgau

14.07.2016

Wurde die australische Echse ausgesetzt?

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Wem gehört diese Echse? Derzeit ist die in Horgau gefundene Bartagame beim Reptilienexperten Andreas Bandorf untergebracht. Laut Polizeiauskunft haben Bauarbeiter das Tier in einer Baugrube gefunden.
Bild: Andreas Lode

Nach einem Skorpion und einer Boa wird nun eine Bartagame gefunden.  Immer wieder sind Reptilienbesitzer mit den Tieren überfordert

Erneut ist im Landkreis Augsburg ein exotisches und herrenloses Tier gefunden worden: Wie die Polizei Zusmarshausen mitteilte, entdeckten Bauarbeiter in Horgau am Dienstag in einer Baugrube eine australische Bartagame. Die Echse ist etwa 40 Zentimeter groß. Was sie in der Baugrube suchte, ist bislang ebenso unklar wie die Frage, wer der Besitzer des Reptils ist. Die Arbeiter reagierten nach Auskunft der Polizei pragmatisch: Sie kümmerten sich während ihrer Arbeitszeit um das zutrauliche Tier und brachten es danach zum Reptilienexperten Andreas Bandorf nach Bobingen, wo es nun versorgt wird.

Derzeit häufen sich die kuriosen Tierfunde im Landkreis Augsburg: Erst am Wochenende entdeckten Mitarbeiter eines Cafés in Gersthofen einen schwarzen Mittelmeerskorpion in einer Kiste Pflaumen aus Italien. Zwei Wochen zuvor hatte die Feuerwehr Neusäß eine zwei Meter große Würgeschlange der Gattung Boa Constrictor von einem Hausdach gerettet. Die Schlange und der Skorpion gelten beide als nicht gefährlich für den Menschen und wurden zu einem Reptilienexperten nach Gersthofen gebracht. Für die Boa ist mittlerweile ein neuer Besitzer gefunden: Nachdem sich der bisherige Eigentümer nicht meldete, wird sie bald in den Reptilienzoo nach Oberammergau umziehen.

Davon ist Andreas Bandorf, der in Bobingen eine Reptilienfarm und ein Fachgeschäft für Aquaristik und Terraristik betriebt, mit der Bartagame noch entfernt. Ob die Echse, die trotz ihres gewöhnungsbedürftigen Aussehens für Menschen ungefährlich ist, ausgesetzt wurde oder seinem Besitzer ausgebüxt ist, ist noch nicht bekannt. Fakt ist aber: Dass Reptilien ausgesetzt werden, weil ihre Besitzer mit der aufwendigen Pflege der Tiere überfordert sind, kommt öfter vor. Er weiß: „Die Tierheime haben für die Reptilien oft kleinen Platz, weil sie mit Hunden oder Katzen schon viel zu tun haben.“

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Besonders dreist ging im vergangenen Jahr eine Besitzerin von zwei Würgeschlangen vor: Zusammen mit der Notiz „Bitte pass gut auf meine 2 Süßen auf!!! Grüße Jessica“ stellte eine Frau Ende Juli eine Styroporkiste vor Bandorfs Tür ab. Im Inneren der Kiste befanden sich zwei Pythons mit einer Länge von jeweils etwa 3,5 Meter. Als Wärmequelle hatten sie eine warme Wasserflasche mitbekommen. Dass Bandorf die Tiere, die für den Menschen gefährlich sein können, damals gefunden hat, sei reiner Zufall gewesen: „Ich war auf dem Weg zu einer Hochzeit. Wären die Schlangen eine halbe Stunde später vor meiner Tür ausgesetzt worden, hätten wären sie auf Wanderschaft durch Bobingen gegangen“, sagt Bandorf. Offensichtlich war die Halterin der Schlangen mit den großen Pythons überfordert gewesen.

Doch auch die Bartagamen sind alles andere als pflegeleicht und billig im Unterhalt, sagt Bandorf. „Bartagamen fressen viel und haben einen hohen Wärmebedarf. Und UV-Strahler brauchen wiederum sehr viel Strom.“ Ausschließen, dass auch die Bartagame ausgesetzt wurde, will Bandorf deswegen nicht. „Die Finder haben mir zum Beispiel ihre Namen nicht genannt, ebenso wenig wie den Fundort.“ Wer die Bartagame vermisst, kann sich bei Bandorf melden: Entweder per Mail an crocodileandi@aol.com oder jeden Samstag von 14 bis 16 Uhr bei der Ausstellung seiner Reptilienfarm in Bobingen.

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