1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Zähe Schlacke: Arbeiten an der B2 bei Biberbach dauern an

Langweid/Biberbach

19.10.2019

Zähe Schlacke: Arbeiten an der B2 bei Biberbach dauern an

Zwischen Langweid und Meitingen wird die eingearbeitete Schlacke mit Hilfe eines großen Meißel aus dem Erdreich herausgebrochen. Das ist ein mühseliges Unterfangen.
Bild: Marcus Merk

Autofahrer müssen bis Ende des Monats mit Behinderungen auf Höhe von Biberbach und Langweid rechnen. Das eingebaute Material erweist sich als hartnäckig.

Es ist eine zähe Baustelle. Auf der B2 bei Biberbach und Langweid staut sich derzeit nicht nur der Verkehr. Auch die Arbeiten an der Baustelle kommen nicht so recht voran. Dort wird die Entwässerung am „Schlackedamm“ auf einer Länge von rund 500 Metern saniert. Dafür muss die Schlacke ausgebaut werden. Laut Stefan Heiß vom Staatlichen Bauamt Augsburg erweist sich dies jedoch als schwieriger als zunächst angenommen. „Es ist mühselig, die Elektroofenschlacke rauszubekommen. Diese ist zusammengebacken und somit hart und fest“, erklärt er. Zuerst habe man es mit einem Bagger versucht. Doch das habe nicht geklappt. Derzeit werde mit großen Meißeln das Material herausgebrochen. Doch das dauert.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die Folge: Laut Heiß werden die Arbeiten im Fahrbahnbereich zwei Wochen länger dauern, als angenommen. Das heißt, bis Ende nächster Woche, sprich bis zum 25. Oktober, wird in diesem Bereich jeweils nur eine Fahrspur in jede Richtung zur Verfügung stehen. Ab 28. Oktober soll in Richtung Augsburg der Verkehr wieder wie üblich rollen und nur in Richtung Donauwörth eine Fahrspur gesperrt sein.

Am 4. und 5. November wird es laut Heiß dann noch einmal zu Einschränkungen kommen, da noch Arbeiten am Mittelstreifen erledigt werden müssen.

Zähe Schlacke: Arbeiten an der B2 bei Biberbach dauern an

Immer wieder Baustellen auf der B2 in Richtung Augsburg

Pendler, die auf der B2 in Richtung Augsburg unterwegs sind, hatten in den vergangenen Jahren immer wieder mit Baustellen zu tun. Zuletzt war im Mai zwischen Gersthofen und Langweid ein neuer Fahrbahnbelag aufgebracht worden. Und auch in Zukunft wird es Baustellen auf der B2 geben. Laut Heiß muss im nächsten oder übernächsten Jahr der Belag zwischen Meitingen-Nord und Biberbach erneuert werden. Auch an der Anschlussstelle West der Autobahn werden noch Arbeiten kommen.

Doch zurück zu den derzeitigen Arbeiten an der B2. Diese wurden notwendig, weil der Damm für große Probleme sorgte. Bereits 2006 hatte der Einbau von Tausenden Tonnen Ofenschlacke, die von den Lech-Stahlwerken stammte, zu einer erheblichen Grundwasserverunreinigung im Bereich des Straßendamms geführt. Das ging aus einem Expertengutachten hervor, das vom Landratsamt damals in Auftrag gegeben worden war. Daraufhin waren teure Sanierungsmaßnahmen ergriffen worden, damit das Fahrbahnwasser nicht mehr in den Schlackendamm eindringen konnte. Zur Überprüfung werden seitdem regelmäßig Proben gezogen und von einem Chemielabor ausgewertet.

Wie gesundheitsschädlich ist Molybdän?

Laut Auskunft des Straßenbauamtes bereiteten vor allem die Werte, die für Molybdän gemessen werden, Sorgen, da diese eine „anhaltend hohe Konzentration“ aufweisen. Das Schwermetall Molybdän ist laut Auskunft des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth ein klassischer Bestandteil von Stahllegierungen, aber auch ein für das Leben essenzielles Element und Bestandteil mehrerer Enzyme. Für diesen Stoff sei ein Geringfügigkeitsschwellenwert für das Grundwasser festgelegt worden, der „humantoxikologisch“ begründet ist. Das heißt, die Fachleute halten diesen Stoff ab einer bestimmten Konzentration beziehungsweise Aufnahmemenge für gesundheitsschädlich. Die Sanierung des Dammes musste immer wieder verschoben werden. Der Grund: Das Staatliche Bauamt gelangte nicht an die benötigten Grundstücke, die in diesem Bereich alle dem Stahlunternehmer Max Aicher gehören. Es dauerte, bis schließlich eine Bauerlaubnis vorlag, die auch Max Aicher unterschrieben hatte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren