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Landkreis Augsburg

26.08.2019

Zeit für Steinpilze und Braunkappen im Augsburger Land

Über die reiche Pilzbeute im Wald bei Biberbach freut sich Karl Zeisbergers Enkelin Mia. 
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Über die reiche Pilzbeute im Wald bei Biberbach freut sich Karl Zeisbergers Enkelin Mia. 
Bild: Karl Zeisberger

Im Landkreis Augsburg beginnt die Saison für Pilzsammler. Worauf Anfänger achten müssen, wo sie fündig werden und wie ein leckeres Pilzgericht gelingt.

Der regenreiche August verspricht Pilzsammlern eine gute Saison, die Wetterverhältnisse waren ideal: Die meisten Pilze wachsen von 20 bis 25 Grad und Regen. Unser Leser Karl Zeisberger hat die Saison bereits eingeläutet und im Wald bei Biberbach die ersten Pilze gefunden. Ein Pilzberater erklärt, was Anfänger bei der Suche beachten und wie man mit den Funden umgehen sollte.

Der Korb von Karl Zeisberger und seiner Enkelin Mia aus Gersthofen ist reichlich gefüllt. Steinpilze, Braunkappen und Hexenröhrlingesowie ein Schmetterlingsporling finden sich darin. Auch Josef Thiergärtner ist im Altenmünsterer Waldgebiet fündig geworden. Prächtig sehen sie aus, doch genießbar sind die Pilze nicht immer.

Windfried Brandmeier vom Pilzverein Augsburg empfiehlt Anfängern daher, immer mit einer vertrauenswürdigen Person, die sich mit Pilzen gut auskennt, zum Sammeln zu gehen. „Wer in der Familie oder Bekanntenkreis niemanden hat, kann sich einer Wanderung von einem Pilzverein oder der Volkshochschule anschließen.“ Dabei könnten auch Anfänger Pilzarten relativ gefahrlos bestimmen, sagt Brandmeier. Von Smartphone Apps rät er aber dringend ab, nicht immer seien die Angaben darin zuverlässig. Dazu komme, dass Anfänger ohne geschulte Wahrnehmung die Hinweise falsch zuordnen. Er warnt: „Seit es diese Pilz-Apps gibt, sind die Zahlen der Vergiftungsfälle drastisch gestiegen.“ Pilzsammlern empfiehlt er, ein aktuelles Buch zu nutzen, da einige Pilzarten erst in den vergangen Jahren heimisch geworden sind.

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Tipps für eine reiche Ausbeute

  • Richtig bestimmen In den Wäldern gibt es 2000 verschiedene Arten, von denen einige giftig sein können. Bei der Erkennung spielt der Geruch eine große Rolle. Manchmal muss man einen Pilz kosten, um ihn richtig zu bestimmen. Dabei können Pilzberater helfen. Wichtig ist, den Pilz komplett aus dem Boden zu entnehmen.
  • Pilzreiche Wälder Mischwälder eignen sich am besten. Der Waldboden muss feucht sein, moosige Böden sind ein gutes Merkmal dafür, dass in der Nähe Pilze wachsen könnten.
  • Für Einsteiger Röhrlinge empfehlen Experten für Anfänger, da sie sehr zahlreich wachsen und relativ einfach zu entdecken sind. Es gibt zwar giftige Arten, aber die sind nicht tödlich.
  • Transport der Pilze Eine ewige Streitfrage unter Experten: Schneidet man den Pilz ab, kann Fäulnis eindringen. Dreht man den Pilz aus dem Boden, bleibt ein Loch zurück, über das das Mycel austrocknen kann. Wichtig ist, den Pilz komplett auszugraben, falls er im Nachhinein bestimmt werden soll.
  • Lagerung Auf keinen Fall in Plastik einwickeln, sondern luftdurchlässig verpacken. Am besten im klassischen Körbchen oder notfalls in Stoffbeuteln.
  • Haltbarkeit Je kürzer die Zeit von der Ernte bis zum Verzehr ist, desto besser. Es hängt aber auch von der Außentemperatur ab. Entweder kann man Pilze in Dörrautomaten trocknen oder – entweder vorgekocht oder roh – einfrieren. Danach müssen die Pilze aber auch unaufgetaut gekocht werden.
  • Im Vergiftungsfall Bei Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen oder Schwindel sollten Pilzsammler sofort einen Arzt anrufen, ein Hausmittel gibt es nicht. Der Giftnotruf lautet 089/19240 – hilfreich ist es, den Pilz aufzubewahren. (zian, mells)

So gelingt ein leckeres Pilzgericht

Es gibt viele Möglichkeiten, die leckeren Steinpilze zuzubereiten. Hier ein ganz einfaches:

  • Steinpilze putzen und unter kaltem Wasser abwaschen.
  • In einer Pfanne mit zwei Esslöffeln Basilikum-Olivenöl oder Butter einlegen und mit etwas Pfeffer und Currypulver bestreuen.
  • Abdecken und nicht zu stark erhitzen, bis die Pilze ihre Flüssigkeit abgeben und ihre Farbe verändern. Dabei immer wieder mit einem Kochlöffel umrühren.
  • Vier bis fünf Esslöffel Wasser zugeben, etwa fünf Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.
  • Fünf bis sechs Esslöffel Sahne unterrühren. Mit Salz abschmecken. (evh)

Kennen Sie auch ein einfaches und leckeres Pilzgericht? Schicken Sie uns doch ihr Lieblingsrezept. Per E-Mail an redaktion.landbote@augsburger-allgemeine.de oder per Post an Augsburger Allgemeine, Redaktion Landbote, Bahnhofsstraße 8 in 86368 Gersthofen. Stichwort: Pilzgericht


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