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Gospelchor

13.03.2015

Zerbrochene Gläser, Stimmgewalt und ganz viel Herzblut

Die Begeisterung ist hörbar: Der Gospelchor der Evangelischen Gemeinde in Zusmarshausen.
Bild: Andreas Lode

Seit über 20 Jahren gibt es den Gospelchor in Zusmarshausen. Ein Blick hinter die Kulissen. Nicht immer lief alles nach Plan

Wenn Chorleiter Marco Schick sein Zeichen gibt, wird es still in dem kleinen Gemeindesaal. Die Sänger machen sich bereit für das erste Lied. Als sein Gospelchor zu singen anfängt, sind alle mit Leidenschaft dabei, klatschen und schnipsen. Einmal pro Woche trifft sich der Chor der Evangelischen Gemeinde Zusmarshausen zur gemeinsamen Probe. Dabei beweisen die Sänger nicht nur Spaß am Singen, sondern auch Ernsthaftigkeit und Stimmgewalt.

1993 wurde der Chor von Ulrich Mayer aus einer Not heraus gegründet: Für die Taufe seines Sohnes trommelte er eine kleine Truppe zur musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes zusammen. So entstand der Gospelchor, der sich seitdem regelmäßig trifft. Heute sind noch zwei Gründungsmitglieder dabei, darunter auch Mayer, der die Leitung des Chores inzwischen an Marco Schick abgegeben hat. Der Chor hat sein Repertoire seit seiner Gründung immer weiter ausgebaut und singt heute neben Gospels und Spirituals auch A-Capella-Stücke, rockige Lieder oder Unterhaltungsmusik. Damit tritt er bei Hochzeiten, Taufen oder anderen kirchlichen Festen auf. Natürlich gibt der Chor auch eigene Konzerte. Die Sänger sind zwischen 17 und 63 Jahre alt und kommen aus Zusmarshausen und Umgebung. Die Freude am Singen ist in der Probe deutlich zu spüren: Jeder singt kräftig mit, keiner versteckt sich. Viele der Mitglieder sind schon jahrelang dabei. „Jetzt bin ich schon die Hälfte meines Lebens in diesem Chor. Die Zeit vergeht schnell“, stellt ein Chormitglied fest. Bei gemeinsamen Workshops, Chorausflügen und Konzerten haben die Sänger schon viel miteinander erlebt. Nicht immer läuft alles nach Plan. Eine Sängerin sagt: „Vor ein paar Jahren gab es ein Konzert, bei dem alles schief gegangen ist.“ Dabei sei nicht nur ein Strahler ausgefallen und eine Glasflasche von der Empore abgestürzt, sondern auch Gläser zerbrochen und ein Mikrofon fallen gelassen worden. Heute können die Sänger darüber lachen. „So etwas passiert ja Gott sei dank nicht immer“, meint eines der Chormitglieder. Doch neben all dem Spaß sind die Sänger immer mit Ernst bei der Sache und versuchen, mit ihrem Programm ansprechend für möglichst viele Leute zu sein. Dafür üben sie in einem Spiegelsaal Choreografien ein und singen grundsätzlich auswendig. Auch Sonderaktionen werden geplant: Bei der Fußball-WM in Südafrika 2010 gab der Chor zum Beispiel ein Konzert, bei dem ausschließlich afrikanische Lieder gesungen wurden.

Jüngstes Mitglied ist 17 Jahre alt

Der Chor ist für die Mitglieder eine Herzensangelegenheit. Auch das jüngste Mitglied, Maximilian Meyr, ist schon voll und ganz dabei. Der 17-Jährige singt seit zwei Jahren gemeinsam mit seinen Eltern mit und hat schon ein festes Ziel vor Augen: „Ich möchte später mal die Berufsfachschule für Musik besuchen“, verrät er.

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