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Gersthofen

20.07.2020

Zeugnisübergabe in Gersthofen: Ein Anlass für besonderen Mundschutz

Die besten des Jahrgangs am Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen: (von links) Eva (1,2), Elena (1,0), (1,1), Tamara (1,0) und Luka (1,2).
Bild: Tobias Karrer

Plus Am Gersthofer Paul-Klee-Gymnasium wurden die Abiturzeugnisse übergeben. Abstand, Handschuhe, Gesichtsmasken – die Corona-Krise machte sich auch hier bemerkbar.

Abi-Shirts sind eine lange Tradition. Doch in Zeiten der Corona-Krise hat sich der Abschlussjahrgang des Paul-Klee-Gymnasiums in Gersthofen etwas anderes überlegt. Das Motto ihres Abiturs „Labil – wir sind am Ende“ tragen die Schüler nicht etwa auf der Brust, sondern über dem Mund. Sie haben Masken mit dem Logo und Spruch bedrucken lassen. Sogar Schulleiter Christian Engel trug am Freitag bei der Übergabe der Zeugnisse eine solche Maske.

In Gersthofen fand die Übergabe der Abiturzeugnisse wegen der Pandemie auf dem Pausenhof statt. Zwischen den Stühlen der Besucher wurde der Abstand von eineinhalb Metern eingehalten, das Mikrofon wurde nach jeder Rede gewechselt und desinfiziert und zur Übergabe von Zeugnissen oder Ehrungen trugen der Schulleiter und seine Kollegen weiße Handschuhe. Auch die Livemusik, die eigentlich zu jeder Abiturverleihung gehört, kam diesmal via Verstärker aus einem Zimmer über dem Pausenhof.

Zeugnisse für insgesamt 100 Gersthofer Absolventen

Insgesamt 100 Absolventen bekamen am Freitag ihr Abiturzeugnis. Laut Christian Engel stehe bei 33 Schülern eine Eins und bei 88 mindestens eine Zwei vor dem Komma. „Darauf könnt Ihr stolz sein“, betont der Schulleiter. Wichtig war ihm außerdem, zu betonen: „Ihr erhaltet heute kein Not-Abi, sondern eines, das beweist, dass Ihr erfolgreich wart.“

Landrat Martin Sailer ging in seinen digital übermittelten Grußworten auf die Corona-Pandemie ein: „Lange Zeit wusste niemand, wie Ihre Schulzeit zu Ende gehen wird.“ Auch deshalb sei das Abitur in diesem Jahr eine „beachtliche Leistung“. Außerdem appellierte er: „Behalten Sie sich Ihre Neugier und Ihren Optimismus.“ Auch die dritte Bürgermeisterin der Stadt Gersthofen, Sigrid Steiner, ging auf die besonderen Umstände der Abschlussfeier ein. „Im Leben läuft nicht immer alles nach Plan. Sie haben eine beachtliche Herausforderung gemeistert“, betonte sie. In ihren Augen könnte es sich als Vorteil herausstellen, dass die Abiturienten des Jahres 2020 bereits bewiesen hätten, „dass sie unter Stress arbeiten und auf Unvorhergesehenes reagieren können“.

Viel mehr als nur ein „Corona-Jahrgang“

Trotz allem betonte der Absolvent, der auf der Feier die traditionelle Rede aus Sicht der Schüler hält: „Wir werden stets mit einem guten Gefühl auf die Zeit hier zurückschauen.“ Auch der Oberstufenkoordinator, der dem Abschlussjahrgang über die vergangenen Jahre am nächsten war, trat ans Mikrofon und sagte: „Ich habe zwar auch eine Eurer Masken bekommen, aber ich werde Euch nicht als den Corona-Jahrgang in Erinnerung behalten, denn Ihr seid so viel mehr.“

Auch die Schüler wollen ihre Schulzeit nicht auf den Abschluss während Covid-19 reduzieren. Auf dem Weg zu einem Gruppenfoto mit Drohne auf dem Sportplatz erklärte Eva Zultner, eine der Jahrgangsbesten: „Es hatte Vorteile und Nachteile. Wir hatten mehr Zeit zum Lernen, aber mussten uns vieles auch selbst erarbeiten.“ Das Online-Angebot, das den Präsenzun-terricht für einige Wochen ersetzte, sei unterschiedlich gut gewesen, ergänzt Elena Slansky, die eine glatte 1,0 in ihrem Zeugnis stehen hat. Alles in allem hätten sich Vor- und Nachteile die Waage gehalten, fasste sie zusammen. In einer Sache sind sich alle Schüler einig: Es war deutlich angenehmer, die Prüfungen in kleinen Gruppen in den Klassenzimmern zu schreiben, als für Stunden in der Turnhalle zu sitzen.

Hier finden Sie die Liste der Absolventen: Die Abiturienten des Gersthofer Paul-Klee-Gymnasiums

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