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Zivilcourage: Vom Mut und seinen Tücken

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Kommentar Von Regine Kahl
12.07.2019

Weitergehen und nicht eingreifen ist feige, doch zuschauen und nicht helfen, ist noch schlimmer.

Es dröhnt auf der Straße oder im Park laut aus der Musikbox. Soll man was sagen? Das ist noch ein harmloseres Beispiel für die Notwendigkeit von Zivilcourage. Die Aufforderung, die Musik leiser zu machen, erfordert Mut. Die Angst vor einem Streit lässt uns oft lieber schweigen oder weitergehen. Noch mehr Mut ist nötig, wenn wir sehen, dass andere Menschen beleidigt, bedroht oder gar verletzt werden. Der Versuch der Realschüler auf dem Gersthofer Rathausplatz hat gezeigt, dass nicht alle helfend eingreifen. Natürlich hat so ein Versuch auch seine Schwächen: So mancher Passant hat wegen der Schminke erkannt, dass es sich um einen nachgestellten Fall handelt. Oftmals sind viele in der Hektik des Alltags gefangen und nehmen um sich herum gar nicht alles wahr.

Was soll so ein Versuch bringen? Er rüttelt auf und lässt über das Thema Zivilcourage nachdenken, nicht nur die Passanten, sondern auch die beteiligten Jugendlichen. Sie sprechen nach so einem Erlebnis sicher auch über ihr eigenes Verhalten in brenzligen Situationen. Eine spezielle Form des Wegschauens ist das Filmen von Unglücken mit dem Handy. Weitergehen und nicht eingreifen ist feige, doch zuschauen und nicht helfen, ist noch schlimmer.

Ob Passanten in Notsituationen tatsächlich helfen, haben Gersthofer Schüler getestet.

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