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Thierhaupten

17.08.2020

Zu Beginn unterrichtete Rudolf Anlauf in Thierhaupten im Wirtshaus

Mehr als vier Jahrzehnte hat Rudolf Anlauf in Thierhaupten Schüler unterrichtet, war von 1973 bis 1999 auch Schulleiter. Jetzt feiert der beliebte Lehrer seinen 85. Geburtstag.
Bild: Foto: Familie Anlauf

Plus Der ehemalige Thierhauptener Schulleiter feiert heute seinen 85. Geburtstag. Warum seine Schüler für ihn 1959 einen Protestmarsch organisierten.

Er hat zahlreiche Jahrgänge durch ihre Schullaufbahn geführt und Thierhaupten gleichzeitig auf kommunalpolitischer Ebene geprägt: Rudolf Anlauf, der heute 85 Jahre alt wird, ist in der Marktgemeinde allseits bekannt. Dabei war zu Beginn seines Lebens nicht abzusehen, dass er einmal in Bayern landen würde.

Anlauf ist am 17. August 1935 in der Stadt Troppau geboren und wuchs im kleinen Ort Lippin auf – beides liegt im ehemaligen Sudetenland. Mit elf Jahren wurde er gemeinsam mit seiner Familie ausgesiedelt, kam über Prag nach Neuburg und schließlich nach Rennertshofen. Ab 1947 besuchte er die Oberschule Neuburg, die dem heutigen Gymnasium entspricht. Im Anschluss daran ging er an die Lehrerbildungsanstalt nach Augsburg.

Im September 1958 in Thierhaupten begonnen

Im September 1958 dann begann seine Arbeit als Lehrer in Thierhaupten. Weil die damalige Schule am Klosterberg zu klein war, schickte man Anlauf in das Wirtshaus Stöckl. Dort fungierte der Saal als Klassenzimmer für die Buben der höheren Jahrgangsstufen, Anlaufs Schüler saßen im Unterricht an wuchtigen Wirtshaustischen. „Zu diesem Zeitpunkt war ich nichts anderes gewöhnt“, erinnert er sich.

Der Sudetendeutsche wurde als Lehrer schnell beliebt: Als man ihn 1959 für kurze Zeit nach Erlingen versetzte, organisierten seine Schüler einen Protestmarsch durch Thierhaupten. Noch innerhalb desselben Schuljahres kam Rudolf Anlauf zurück über den Lech.

Den Bau der neuen Schule am Kreuzberg miterlebt

Als Lehrer erlebte er in Thierhaupten so einiges mit, wie zum Beispiel 1961 den Bau der neuen Schule am Kreuzberg. In seine Amtszeit als Schulleiter von 1973 bis 1999 fielen dann noch zwei Schulhauserweiterungen. Außerdem brachten Reformen neue Fächer mit sich. Als wohl „gravierendste Veränderung“ bezeichnet Anlauf die Einführung der neunten Klasse.

Als Rektor war Anlauf nicht nur zuständig für den Schulstandort Thierhaupten, sondern auch für die damaligen Außenstellen Neukirchen und Baar. Zu Eltern und Kollegen hatte er dabei stets ein gutes Verhältnis: „Wir haben uns immer gut verstanden.“

Auch als Kommunalpolitiker in Thierhaupten aktiv

Doch Rudolf Anlauf machte sich in Thierhaupten nicht nur einen Namen als Schulleiter, sondern auch als Kommunalpolitiker. Für die SPD saß er von 1966 bis 1996 im Gemeinderat; von 1984 bis 1990 übte er das Amt des Zweiten Bürgermeisters aus. „Seine kommunalpolitische Arbeit war geprägt von großer Überzeugungskraft und politischer Weitsicht, insbesondere bei bedeutsamen Entscheidungen“, so Altbürgermeister Franz Neher, der auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit Rudolf Anlauf zurückblickt. Als Beispiel für eine solche Entscheidung nennt Neher den Erwerb der Klosteranlage 1983 durch den Markt Thierhaupten.

Die örtlichen Vereine gefördert

Zu Rudolf Anlaufs Wirken als Lehrer, Schulleiter und Kommunalpolitiker kommt auch seine Rolle als Förderer der örtlichen Vereine. Unter anderem unterstützte er die Jugendarbeit des Sport- sowie des Musikvereins. Die gemeindlichen Feuerwehren waren ihm ebenso stets ein Anliegen.

Über fünf Jahrzehnte hinweg hat Rudolf Anlauf das gesellschaftliche Leben in Thierhaupten geprägt – bereits 2010 verlieh ihm der damalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer dafür das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt.

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