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Stadtbergen

20.11.2019

Zu klein, Fehlkauf: Frauen entrümpeln ihre Kleiderschränke

Nachhaltiger Shoppingspaß war beim „Frauenkram-Event“ im Haus der Familie garantiert: (von links) Tina Baier, Franziska Förg, Julia Kirner, Anette Kuhrmeier, Dagmar Werkmann und Hedi Edinger.
Bild: Foto: Ingrid Strohmayr

In Stadtbergen verkaufen Frauen nicht mehr benötigte Kleider. Warum viele glückliche Käuferinnen nach Hause gingen

Frauen kennen das: Der Kleiderschrank ist übervoll, es hängt Kleidung für sieben Frauen, in fünf Größen und für sechs Jahreszeiten. Jetzt gab es eine Gelegenheit, sich von den Dingen zu trennen, die nur den Platz wegnehmen, nicht mehr passen oder ein „Fehlkauf“ waren: die Tauschbörse im Haus der Familie in Stadtbergen.

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Die Konferenzräume, die Foyers im Alt- und Neubau, die Besprechungsräume samt Speisezimmer wurden von Anke Reiser und Evelyn Jonschel, beide Dipl.-Pädagoginnen und Leiterinnen der AWO-Familienbildungsstätte im Haus der Familie in ein wahres Modeparadies für Frauen jedes Alters verwandelt. „Alle 50 Stände für den nachhaltigen Shoppingspaß waren sofort ausgebucht mit dem Ziel, dass die Besucherinnen für wenig Geld schöne Kleidung, schicke Schuhe und Accessoires angeboten bekommen“.

Auch ein kleines Verwöhnprogramm war den Damen geboten. So vermittelte die Handmassage durch die Kosmetikerin Natascha Staib aus Neusäß den Damen ein entspannendes Gefühl mit einer Creme aus Jojobaöl und Bienenwachs per Yojaroller mit Rosenquarzstein. An Wolfis Cocktailbar gab es Erfrischungen bei einem Aperol Spritz, Pina Colada oder dem alkoholfreien Caipi Ginger. „Auch das gehört zu einem nachhaltigen Mädelsabend dazu“, sind sich die Freundinnen Susanna Schnell und Hannah Schneider aus Augsburg einig.

Zu klein, Fehlkauf: Frauen entrümpeln ihre Kleiderschränke

Lederhose für 15 Euro

Erstmals beteiligte sich Dagmar Meitinger aus Meitingen mit ihrer Mutter an der Frauenkleiderbörse. Sie verkaufte bereits öfters auf einem Flohmarkt Kinderkleidung und ist bestens mit ihrem mobilen Kleiderständer ausgerüstet. „Dass wir hier einen Tisch bekommen, ist schon fast Luxus, wie die Umkleiden und Spiegel.“ Beide Frauen freuen sich, denn vor dem offiziellen Start um 18 Uhr, wechselte das erste Teil, eine modische Lederhose für 15 Euro, die Besitzerin.

Steffi Ortmann und Silje Heilein, Freundinnen aus Augsburg haben einen Gemeinschaftsstand an dem sie Marken-Shirts wie von „Cos“, von leger bis edel ab zwei Euro, Jeans, Trachtenjacken, Umstandsmode in den Größen 34 bis 42 präsentieren. Sie deuten auf ihre „Kruschtkiste“, hier sind Schnäppchen vom Schal, Tuch bis hin zu Modeschmuck für einen Euro zu finden. Beide wollen „minimalistischer“ werden.

Carmen Steinmüller aus Stadtbergen freut sich über den „Heimvorteil“ mit den vielen netten Frauen, die wie sie auch auf der Suche nach einem modischen Teil sind. Sie zeigt freudig ihre Bluse. „Ich bin schon zum dritten Mal hier und finde es super, dass nicht nur kleine Kleidergrößen im Sortiment sind.“ Sommer- und Wintermode, Businessblusen, Blazer, Hosen von Cool, Esprit, Miss Sixty, etc. gibt es bei Franziska Förg aus Mering und Julia Kirner aus Gersthofen. Die beiden Frauen sind fast schon Profis unter den Anbieterinnen und bestens vorbereitet. Kreative Artikelschilder, Preisvorschläge, alles ordentlich sortiert nach Größe, Farbe und Hersteller sind in ihrer Fundgrube präsent.

Einige Teile hat mittlerweile Tina Baier aus Augsburg verkauft, sie bietet eine große Auswahl an exklusiver Damenmode der Größe 44 bis 46. „Ich bin da sehr konsequent, alles was ein Jahr nicht getragen wird, muss raus, oft passt es auch nicht mehr.“ Anna Eckl aus Stadtbergen liebt Flohmärkte: „Wenn ich was sehe, was mir gefällt, dann kaufe ich etwas. Meine Kleidergröße hat sich verändert von 36 auf 38. Bei diesem großen Angebot finde ich sicher etwas!“ Ebenfalls auf Schnäppchensuche sind erstmals Hedi Edinger und Dagmar Werkmann. Die Stadtbergerinnen genießen den Trubel und gönnen sich an einem der Stehtische einen Drink. „Ich habe für meine Tochter ein total schönes T-Shirt entdeckt“, erklärt Mama Werkmann. Die Tochter entscheidet sich allerdings für ein anderes Teil. „Egal, Hauptsache nachhaltig“, lacht die Mutter.

Freude über Luxusteil

Anette Kuhrmeier ist mehr als zufrieden. „Ich finde immer was, komme jedes Jahr zum „Frauenkram“. Sie zeigt ihren schwarzen Pulli, ein edles Einzelstück aus dem Hause Joop mit schönen Applikationen und Silberspange. „Ein Luxusteil, das ich zum Normalpreis sicher nicht gekauft hätte!“

Bereits auf dem Weg zum Auto sind die beiden Damen Anni Mauer mit Tochter Christiane Großhauser aus Pfersee. Beide besuchen erstmals den Secondhandmarkt für Frauen und strahlen um die Wette. „Ich habe eine echte Strenesse-Tasche in Grau für nur 14 Euro gekauft, den kleinen Fleck bekomme ich sicher raus“, erklärt Anni Mauer. Tochter Christiane freut sich sichtlich: „Ein knallig buntes Kleid von Desigual , so eines wie die Frau Stockl von den Rosenheim-Cops trägt, wünsche ich mir schon lange!“

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