Versorgung

29.08.2018

Zu wenig Hebammen

Zahl der Neugeborenen steigt auch im Landkreis, doch Geburtshelfer fehlen

Im Landkreis gibt es seit 2010 immer mehr Neugeborene. Dies zeigt eine aktuelle Anfrage von SPD-Landtagsabgeordneter Simone Strohmayr. Doch die Zahl der Hebammen ist gleich geblieben. Die Politikerin mahnt dringend, die Situation der Geburtshelferinnen zu verbessern.

Die Zahl der Geburten stieg von 2010 bis 2016 (aktuellere Zahlen liegen dem Ministerium nicht vor) von 1860 auf 2348 an. Das entspricht etwa dem bayernweiten (105251 neugeborene Kinder in 2010 und 125689 in 2016) und dem schwabenweiten Trend (2010: 14694 Neugeborene; 2016: 18241 Neugeborene) sowie der allgemeinen Entwicklung in Deutschland. „Die Bevölkerung wächst bundesweit, in Bayern und im Landkreis, das ist eine positive Entwicklung“, kommentiert Strohmayr die Zahlen.

Weniger positiv fällt jedoch die Entwicklung bei den Hebammen aus. Denn ihre Zahl hat sich in Augsburg-Land nicht verändert. So lag die Zahl der Hebammen und Entbindungspfleger in ambulanten Einrichtungen zwischen 2010 und 2016 konstant bei 33. Zum Vergleich: In Bayern ist ihre Zahl von 2403 auf 2980 angestiegen. Strohmayr: „Wir haben in Augsburg-Land also mehr Geburten, aber weniger Helferinnen. Das ist keine gute Situation. Jede Frau – und ihr Kind – haben das Recht auf eine optimale Versorgung. Dass die Hebammen in Relation zur Zahl der Geburten weniger werden, kann nicht sein“, betont die SPD-Frau.

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Im Landkreis Augsburg ist die Situation jüngst vor allem in Schwabmünchen schwieriger geworden. Dabei hatte die SPD-Landtagsabgeordnete bereits vor Wochen auf die sich verschärfende Situation an den Geburtskliniken aufmerksam gemacht. In einem Schreiben forderte sie Staatsministerin Melanie Huml, auf, die Situation im ländlichen Raum umgehend zu verbessern. Die Ministerin bat um Geduld.

„Wir können davon ausgehen, dass all diese Entwicklungen sich nicht positiv auf den Berufsstand der Hebammen auswirken“, resümiert Strohmayr. So muss auch die aktuelle Anfrage einräumen, dass „die Schülerzahlen zwar seit Jahren stabil sind“, aber die Bewerberzahlen auf die Schulplätze stetig abnehmen. Laut Staatsregierung soll ab Oktober 2018 ein Bonus von 1000 Euro pro Jahr an freiberufliche Hebammen ausgezahlt werden. Inwieweit die Hebammen allerdings vom Förderprogramm Geburtshilfe profitieren, ist noch unklar. Laut Anfrage komme es auf die jeweiligen Konzeptionen der Landkreise und kreisfreien Städte an. Ob all dies hilft, die Hebammen und Entbindungspfleger besserzustellen, bezweifelt Simone Strohmayr in einer Pressemitteilung. „Da werden wir noch deutlich nachbessern und genau hinschauen müssen.“ (AL)

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