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Holzen

24.06.2019

Zum Johannimarkt statt ins Einkaufszentrum

Am Sonntag spielte das Wetter mit, und es blieb trocken. Viele Besucher schlenderten auf dem Klostergelände zu den Ständen.
Bild: Foto: Monika Matzner

Viele Besucher nutzten das trockene Wetter für einen Bummel. Was diesen Markt rund um die Klosteranlage ausmacht

Nach dem verregneten Samstag zeigte sich der Sonntag beim Johannimarkt in Holzen freundlich und zog die Besucher in Scharen an. Denn der Johannimarkt, den die Gemeinde Allmannshofen gemeinsam mit den Ortsvereinen organisiert, ist für viele ein angenehmer Pflichttermin, man schätzt weit über die Ortsgrenze hinaus dessen Flair zwischen Tradition und Klosteridylle.

Der Name verrät es: Der Ursprung des Marktes hat einen religiösen Hintergrund. Anlässlich des Patroziniums der Klosterkirche St. Johannes der Täufer rief Graf Ernst von Treuberg den Markt im 19. Jahrhundert ins Leben. Einst ein Stück Grundversorger, ist dieser heute eine Kombination von Einkaufserlebnis, Geselligkeit und Tradition. „Hat sich auch in vergangener Zeit einiges in Kloster Holzen verändert, der Johannimarkt bleibt“ war von einer Allmannshoferin, 79, zu hören. Sie erinnert sich: „Früher war es ein Treffpunkt, um sich mit Vorräten an Töpfen oder Strümpfen einzudecken oder einfach um unter die Menschen zu kommen im bäuerlichen Alltag. Der Markt zählte zu den wichtigsten gesellschaftlichen Ereignissen der Umgebung.“ Bis heute habe dieser an Anziehungskraft nicht verloren.

Davon konnte sich auch ein besonderer Besucher überzeugen: Josef von Ranke, ein Nachkomme der Treuberg-Linie, aufgewachsen in Holzen. Aus München war er in seine frühere Heimat gekommen und genoss Weißwürste und eine Maß Bier.

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Neben den Geschichten gab es an etwa 120 Ständen ein reichhaltiges Angebot an Nützlichem, Kulinarischem oder Schönem. „Der Johannimarkt macht glücklicher als ein Einkaufszentrum“, stellte ein Händler für Haushaltsartikel klar und bot auch gleich eine Probemassage mit dem Rückenkratzer an. Ein paar Meter weiter war der „Turbo-Pflegebalsam“ im Angebot, „der den störrischen Schuh geschmeidig wie einen Hausschuh macht“.

Mancher Besucher blieb für einen Ratsch auch gerne etwas länger stehen. Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung sowie die Förderstätte boten ihre kreierten Kunstwerke im Klosterladen an, Antiquitätensammler kamen beim Flohmarkt an der alten Mühle auf ihre Kosten. Wer genug vom Bummeln hatte, nahm im Festzelt oder Biergarten Platz, wo die Banzger Blosn aus Binswangen und die Ehinger Musikanten aufspielten.

Für Manfred Brummer war es – nach knapp 18 Jahren – der letzte Johannimarkt in seiner Funktion als Bürgermeister. Wie sehr ihm die Veranstaltung am Herzen liegt, machte er in markanten und eindringlichen Worten deutlich: „Der Johannimarkt ist zu pflegen wie ein rohes Ei. Ein wertschätzender Umgang mit den Marktausstellern, das Zusammenspiel und der freiwillige Einsatz von Helfern der Allmannshofer Vereine (Organisation Festzeltbetrieb und Organisation Parkplatzdienst) halten diesen Markt am Leben. Selbst das Personals des Klosterhotels und des Dominikus-Ringeisen-Werkes nehmen an diesen „Holzener Ausnahmetagen“ Rücksicht auf den Marktbetrieb. Es bleibt zu hoffen, dass diese Markttradition noch jahrzehntelangen Bestand haben wird.

Dass der religiöse Anlass des Marktes – die Feier des Patroziniums – eine besondere Rolle spielt, zeigte der Festgottesdienst im Klosterhof (s. weiterer Bericht).

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