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Stadtbergen

13.02.2017

Zurück zum Swing der 20er-Jahre

Die 20er-Jahre-Melodien von Café Arrabbiata verwandelten den Bürgersaal in einen glanzvollen Tanztempel.
Bild: Foto: Thomas Hack

Beim Café Arrabbiata im Bürgersaal lernen die Besucher, wie anno dazumal getanzt wurde

Zahlreiche Besucher, die in den Stadtberger Bürgersaal strömten, hatten sich an diesem Abend ganz besonders charmant in Schale geworfen: die Damen mit funkelnden Fransenkleidern, Stirncolliers und langen Perlenketten, die Herren mit schicker Fliege, grauer Gatsby-Mütze oder bunten Hosenträgern aus der Zeit von anno dazumal.

Der Grund für diese nostalgisch angehauchte Modenschau der Gäste? Die Augsburger Formation Café Arrabbiata hatte zu einer geselligen Tanzgala eingeladen, die sich zum Ziel gesetzt hatte, der unsterblichen Musik der 20er- und 30er-Jahre neues Leben einzuhauchen. Einige Pärchen probten im Foyer noch rasch ein paar Tanzfiguren, bevor das Ensemble schließlich mit einem temperamentvollen Tango den Abend der unsterblichen Bühnenmelodien eröffnete.

Mit Bratsche, Kontrabass und Flügel tauchten die Interpreten immer tiefer in den musikalischen Zauber der alten Zeiten ein und die Gäste zögerten keine paar Takte lang, die Tanzfläche des Bürgersaals ganz für sich in Beschlag zu nehmen. Und mit frechen Chansons wie Zarah Leanders „Waldemar“ sowie klassischen Walzerstücken von Dmitri Schostakowitsch gelang es den Interpreten in spielerischer Nonchalance, legendäre Kompositionen und moderne Gesellschaftstänze miteinander in Einklang zu bringen und daraus ein stimmiges Gesamtkonzept zu erschaffen.

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Die schwelgenden Rumba-Stücke lebten wiederum durch ihre wunderschöne Melancholie in Moll und insbesondere bei solchen Arrangements zeigte sich das perfekte Zusammenwirken von Agnes Reiters Klarinettenklängen und dem versierten Bratschenspiel von Kirstin Arndt. Deren flotte Foxtrottklänge von „Puttin’ on the Ritz“ weckten dann ebenso Erinnerungen an die unbeschwerte Ära der vergangenen Tanztempel wie auch die großen Orchesterkompositionen, für die einst Glenn Miller in den Himmel der Bühnenstars erhoben wurde.

Und wenn sich im Saal gerade mal kein Platz zu ausschweifenden Walzerdrehungen ergab, eröffneten die Besucher schlichtweg mit dem Foyer des Bürgersaals ein zweites Tanzparkett.

Einer der Höhepunkte des Abends war dann schließlich der große Lindy-Hop-Tanzkurs, den die Tanzschule Swing in Augsburg kostenlos den Besuchern der Gala anbot. Und diese mussten sich die Einladung nicht erst zweimal sagen lassen: Nahezu alle Besucher strömten in heller Begeisterung nach vorne und erfreuten sich sichtlich am Erlernen neuer „Triple Steps“ und „Platzwechsel“ zu den groovenden Rhythmen der inzwischen wieder populär gewordenen Swingmusik.

Und dies betraf keineswegs nur die jungen Leute: Ein schick gekleideter Herr in gehobenem Alter machte den Tanzlehrern deutlich: „Mich freut es, dass eure Generation wieder auf so etwas anspricht. Mich juckt’s ja selber schon wieder!“

Ruhig auf den Stühlen ließ dieser Abend zumindest so gut wie niemanden und am Ende schien vor allem die Gesamtidee der Veranstaltung Spaß gemacht zu haben – eine feinfühlige Kombination von Gesellschaftstänzen, glanzvollen Musikperlen und dem leidenschaftlichen Lebensgefühl der Federboazeit der 20er- und 30er-Jahre, vom Ensemble Café Arrabbiata in Melodien eingefangen.

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