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Zusmarshausen

28.02.2020

Zusmarshausen vor der Wahl: Die wichtigsten Themen und Kandidaten

In Zusmarshausen stehen noch einige Baustellen an. 
Bild: Stefan Hegele (Archiv)

Plus An Millionenprojekten mangelt es in Zusmarshausen nicht. Kindergartenanbau, Erweiterung der Kläranlage, Ausbau der Schulstraße – es ist viel zu tun.

Steht die Zukunft der Marktgemeinde in den Sternen? Darauf könnten zumindest die Astronomiefreunde eine Antwort geben. Lädt die Volkssternwarte im Ortsteil Streitheim doch wenige Stunden vor Öffnung der Wahllokale am 15. März zum gemeinschaftlichen Himmelsgucken. Eine Ausschau lohnt sich allerdings auch bei den regelmäßigen Sitzungen des Gemeinderates, des wichtigsten Gremiums einer Kommune. Die umfangreiche Aufzählung von Projekten kann sich für eine Gemeinde mit knapp 6500 Bewohnern sehen lassen.

Astronomische Summen finden sich in dem nun vorgelegten Investitionsprogramm der Baumaßnahmen bis 2023 nicht gerade. Doch die in dem umfangreichen Zahlenwerk niedergelegten Kostenpunkte für Maßnahmen von A wie Autobahnanschluss bis Z wie Zugverkehr sind auch nicht von schlechten Eltern. Eine Reihe von millionenschweren Vorhaben in der Marktgemeinde für die kommenden Jahre. Dabei schwelgt Zusmarshausen nicht gerade im Luxus, sondern versucht, seine kommunalen Hausaufgaben zu erledigen.

Mehrere Millionenprojekt in Zusmarshausen stehen an

So steht in Gabelbach ein mehr als eine halbe Million Euro teurer Kindergartenanbau an, der kurz nach Fertigstellung des Sechs-Millionen-Euro-Neubaus des zentralen Kinderhauses fällig wurde. Die Erweiterung der Kläranlage schlägt mit 1,4 Millionen Euro zu Buche. Da wären etwa die anderthalb Millionen schwere Erschließung des neuen wie attraktiven Wohngebiets „An der Wiege“ in Wörleschwang zu nennen. Sie wird nur noch getoppt von den mehr als drei Millionen Euro für den Ausbau der Schulstraße und die Umgestaltung des Rathausumfelds.

Zusmarshausen vor der Wahl: Die wichtigsten Themen und Kandidaten
Bernhard Uhl ist amtierender Bürgermeister in Zusmarshausen.
Bild: Bernhard Uhl


Dort sitzt mit Bürgermeister Bernhard Uhl ein 58 Jahre alter Politiker, der nach sechs Jahren seine erste Amtszeit als Ortsvorsteher hinter sich weiß und nach eigener Aussage noch einmal „kräftig Gas geben“ möchte. Das gilt auch für die schon in den vergangenen Jahren immer wieder als Etat-„Evergreens“ zutage getretenen Vorhaben, den Bahnbrückenbau in Gabelbachergreut sowie die Rothsee-Problematik. Als Gegenkandidat tritt tritt Stefan Vogg an.

Bürgermeister Bernhard Uhl tritt gegen Stefan Vogg an

Während der Kostenaufwand für Ersteres Projekt mit knapp viereinhalb Millionen Euro relativ übersichtlich bemessen werden kann, scheint der kommende Aufwand für das schmucke Gewässer vor der Haustür tatsächlich in den Sternen zu stehen. „Diese Sache lässt sich nicht an einem Freitagnachmittag erledigen, und wir erwarten sehr hohe Kosten“, kündigt der begeisterte Hobbysportler den bevorstehenden „Marathonlauf“ in den kommunalen Gremien an, die sich künftig mit dem „Gesamtkonzept Rothsee “ beschäftigen werden. Gemeint sind solche Herausforderungen wie Hochwasserschutz , Sedimenteintrag und Fischdurchgängigkeit. Kein leichter Fang dürfte für die Gemeinde auch die Entwicklung in Autobahnnähe werden, bei der die dort konzipierte, deutschlandweit einmalige Ladestation für Elektroautos ansteht und nur auf den ersten Blick als alleiniges Kostenproblem für den Betreiber Sortimo gesehen werden kann.

Stefan Vogg tritt in Zusmarshausen als Bürgermeisterkandidat der Bürgerliste BLZus an.
Bild: Stefan Vogg


„Alles, was drumherum passiert, kann auf uns zukommen“, gibt der erste Mann der Gemeinde mit Blick auf den dortigen Schwarzbräu-Kreisel und das sich anschließende Gebiet etwa auf der Westseite zu bedenken. Als Standort der größten E-Tankstelle genannt zu werden verspricht einigen Charme, bringt aber auch Verpflichtungen für die Gemeinde mit sich. Bei den Kosten für die benachbarten zusätzlichen Ladestellen für den öffentlichen Busverkehr wäre man trotz großzügiger Zuschüsse in jedem Fall dabei. Zusmarshausens belebteste Verkehrsecke könnte jedoch auch für einen potenziellen Drogeriemarktanbieter anziehend wirken. Wann, weiß der Himmel.

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Die Freien Wähler haben keinen Bürgermeisterkandidaten, haben aber folgende Pläne:

Für das Funktionieren der Gemeinschaft fordern die Freien Wählervereinigung (FWV) ein „gesellschaftliches Umdenken“ im ganzen Ort. Wenige Tage vor der Wahl hat der Vorsitzende der Gruppe, Thomas Günther , jetzt dazu aufgerufen und gleichzeitig kommunalpolitischen Pflöcke für die Arbeit in der kommenden Legislaturperiode eingeschlagen. Davon erwähnte der 53-jährige Schreinermeister, der für seine pragmatischen Lösungsvorschläge sowie Klartextsprache bekannt ist, etwa die „Orts- und Flächenentwicklung, damit Zusmarshausen mit seinen Gemeindeteilen durch ein gesundes und vorausschauendes Wachstum lebenswert bleibt.“

Insgesamt lobte das Mitglied im Gemeinderat seit 2008 die gute Entwicklung der Kommune mit ihrer zentralen Bedeutung für den westlichen Landkreis, mahnte jedoch zugleich an, die finanzielle Situation im Auge zu behalten: „In den vergangenen sechs Jahren wurden viele Projekte angestoßen und Anträgen stattgegeben, die finanzielle Mittel binden.“ Dass die Vereinigung mit einer verjüngten Namensliste, aber nicht mit einem Bürgermeister-Kandidaten uns Rennen geht, begründete der Vater zweier erwachsener Söhne so: „Solche Anwärter wachsen leider nicht auf den Bäumen.“ Zwar habe es Gespräche darüber gegeben, aber die Mobilisierung einer schlagkräftigen Liste seien im Hinblick auf die Zukunft letztlich wichtiger gewesen.

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