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09.06.2009

Zwei Priester betreuen bald 10 000 Seelen

Neusäß/Aystetten Die Zeiten, in denen St. Ägidius in Alt-Neusäß und St. Martin in Aystetten eigene Pfarrer besitzen, werden bald vorbei sein. Denn ab 1. September werden die beiden Pfarrgemeinden in die bisherige Pfarreiengemeinschaft Neusäß-West aufgenommen, und damit wird die neue Gemeinschaft Neusäß mit rund 10 000 Gläubigen gegründet, bestätigt Dr. Christoph Goldt von der Pressestelle der Diözese Augsburg.

Neusäß-West gehören bisher die Pfarreien Thomas Morus (Alt-Neusäß), St. Vitus (Ottmarshausen) und Mariä Himmelfahrt ( Täfertingen) an. Grund für die Vergrößerung: Sowohl Geistlicher Rat Herbert Limbacher ( Neusäß) als auch Pfarrer Walter Zimmermann ( Aystetten) gehen zum 1. September in den Ruhestand. Künftig teilen sich zwei Geistliche die Leitung der Neukonstruktion: der bereits seit Ende des Jahres in St. Thomas Morus wirkende Engelbert Birkle sowie ab Sommer Wolfgang Kretschmer.

Der Zusammenschluss ist Goldt zufolge schon seit Jahren geplant. "Letztlich ist der Hintergrund dafür der allgemein festzustellende Priestermangel." Die Diözese begleite die Bildung von Pfarreiengemeinschaften langfristig und befinde sich in ständigem Dialog mit den Menschen vor Ort. "Bis jetzt ist das unterm Strich sehr positiv verlaufen", versichert der Pressesprecher.

"Man hat sich seelisch darauf einstellen können", sagt auch der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats von St. Ägidius, Ernst Weidl. "Jetzt arbeiten wir an der Umsetzung." Allerdings befürchten er und seine Kollegen, "dass damit durchaus eine gewisse Anonymisierung einhergeht. Wie stark dieser Effekt sein wird, ist noch nicht abzusehen." Als positiv beurteilt Weidl, dass die Gottesdienstzeiten so weit wie möglich beibehalten werden sollen. "Allerdings werden wir uns bei Festmessen auf profilierte Orte konzentrieren." So zeichne sich die Ägidiuskirche für feierliche Gottesdienste aus, Messen für Kinder und Jugendliche sollen nach bisherigem Konzert wohl eher in St. Thomas Morus stattfinden. "Auch die Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäte bleiben bestehen, wie sie sind." Die Gläubigen müssen sich seiner Auffassung nach schon umstellen: "Der Pfarrer wird nicht mehr so leicht erreichbar sein wie bisher.

Wichtig findet Weidl, dass die beiden neuen Pfarrer eine stärkere missionarische Komponente einführen wollen: "So sollen zum Beispiel auch Menschen angesprochen werden, die auf der Suche sind." Außerdem sei heute eine bessere Einbindung der ehrenamtlichen Mitarbeiter in das Leben der Pfarrgemeinde gefragt. Auch wenn es in der Pfarrei St. Martin in Aystetten alle Gefühle von Angst, Hoffnung und Wehmut bis hin zur Erwartung gebe - "die Leute können sich das derzeit einfach nicht vorstellen" -, ist Josef Dick, der Sprecher des dortigen pastoralen Gremiums - es gibt keinen Pfarrgemeinderat - durchaus aufgeschlossen: "Ich habe den Eindruck, das sind für die heutige Zeit die richtigen Pfarrer." Es handle sich um "tiefgläubige Leute". Dick erhofft sich auch durch den missionarischen Schwerpunkt "Impulse gerade für Aystetten, wo das religiöse Leben in den vergangenen Jahren relativ stark nachgelassen hat".

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