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Ausstellung

11.10.2019

Zwischen Fotografie und Malerei

Die Werke des Künstlers Andreas Decke sind zurzeit im Zusmarshauser Rathaus ausgestellt.
Bild: Tobias Karrer

In den Gängen des Rathauses in Zusmarshausen stellt ein Künstler aus dem Ort aus: Andreas Decke porträtiert die Region in seinem ganz eigenen Stil

Entlang der Treppe hoch in den ersten Stock des Rathauses in Zusmarshausen sind einige Fotos aufgehängt. Die Bilder sind bunt, bei guten Lichtverhältnissen aufgenommen und zeigen Zusmarshausen in verschiedenen Jahreszeiten und Blickwinkeln. Allerdings laden sie nicht wirklich lange zum Verweilen ein. Zu alltäglich die Motive und die Komposition.

Anders geht es dem Betrachter der Werke des Zusmarshauser Künstlers Andreas Decke. Sie sind noch bis etwa Mitte November in den Gängen des Rathauses ausgestellt. Ein Maler müsse das, was er sieht, anders als ein Fotograf immer auf das Wesentliche reduzieren, erklärt Decke bei der Eröffnung der Ausstellung. Das könnte der Grund dafür sein, dass sein Stil viel Raum für die eigene Wahrnehmung lässt. Jeder Betrachter nimmt das Bild anders wahr, sieht in den teils verschwommenen Konturen bekannte Bäume, Felder oder Hügel. Deckes Werke sind keine Idealbilder der Landschaft. Sie zeigen die von der Landwirtschaft geprägte Region um Zusmarshausen. „Alle Bilder, die hier ausgestellt sind, sind auch in der Gegend entstanden“, erklärt der Künstler.

Bürgermeister Bernhard Uhl drückt es so aus: „Oft fragt man sich, ist das der Rothsee oder das Horn?“ Allerdings zeigen Deckes Bilder nicht nur bekannte Motive, sie drücken auch Stimmungen aus. Auf kaum einem ist das Idealbild der blühenden Wiese zu sehen. Vielmehr zeigen sie Wetter, Felder und Jahreszeiten – eben alle Einflüsse, denen die Landschaft ausgesetzt ist. „Sie ist von Topografie, Geologie und Licht geprägt“, sagt der Künstler und ergänzt: „Erst durch den Menschen bekommt Landschaft eine Bedeutung und wird zum Erlebnis.“

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In seiner Geschichte habe der Mensch immer in der Landschaft leben und überleben müssen. Sie könne Genuss sein, wie zum Beispiel der Anblick beeindruckender Berge. Allerdings könne sie auch zur Bedrohung werden, zum Beispiel, wenn man an einem gefährlichen Abgrund stehe. Außerdem erklärt Decke, dass Landschaftsmalerei schon immer das Verhältnis einer Gesellschaft zur Natur zeige.

Decke bietet einen kurzen kunsthistorischen Überblick, um seine Thesen zu unterstreichen. Unter anderem nennt er Landschaftsmalerei als „Sinnsuche und Ausdruck des Göttlichen“ in der Romantik oder die Darstellung der einfachen Arbeitswelt und des bäuerlichen Lebens im Realismus. Ein Urteil, wo seine Arbeiten in diesen Kontext passen, will er nicht fällen. Besonders in Zeiten, in denen jeder mit dem Handy ein realgetreues Abbild seiner Wahrnehmung speichern könne, scheint es ihm wichtig, „es auf den Punkt zu bringen“.

Zu sehen sind die Kunstwerke von Andreas Decke noch bis Mitte November in den Gängen des Rathauses in Zusmarshausen.

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