Nach gut zwei Stunden endete für Jan Haßold (rechts) und Martin Haar die Fahrt nach 44,3 Kilometern in der Nähe von Olching. Am Ende wurde es der fünfte Platz.Foto: Marcus Merk
Das Wetter hat Nerven gekostet. Die Blicke richteten sich im Fahrerlager der Ballonfahrer oft skeptisch in den Himmel. Es war am vergangenen Mittwoch relativ früh klar, dass es mit dem Start der deutschen Meisterschaft nichts wird. „Zu böiger Wind“, sagt Martin Haar, der zusammen mit Jan Haßold, für den Freiballonverein Augsburg in Gersthofen an diesem Tag an den Start gehen wollte.
Erst am Freitag hat es dann schließlich geklappt. In aller Früh um 5.17 Uhr und bei klammen vier Grad, setzte sich der Ballon der beiden Lokalmatadoren zusammen mit sieben weiteren Ballonen ab. „Es war schon heftig kalt“, gesteht Haßold. Bei ihrer ersten Etappe kamen die beiden nach vier Stunden und 15 Minuten auf 68,1 Kilometer. „Wir sind in der Nähe von Pfaffenhofen an der Ilm runter gekommen. Nördlich vom Münchner Flughafen“, erzählt Haßold.
Zum Glück gab es auch ein paar sonnige Abschnitte
Ihre Aufgabe bestand darin, drei Ziele zu markieren. Bei Meisterschaften und Wettbewerben werden Ziele durch das Abwerfen eines Markers markiert. Der Pilot versucht, dieses kleine, mit Sand beschwerte Markierungssäckchen so nah wie möglich an einem vorgegebenen Zielkreuz auf dem Boden oder einem definierten GPS-Koordinatenpunkt in der Luft zu platzieren. „Mit Säcken haben wir unsere drei Ziele jeweils gemarkert“, so Haßold. Belohnt wurde das Duo wenigstens dann doch etwas vom Wetter, wie Haßold berichtet: „Wir hatten dann schon auch ein paar sonnige Abschnitte.“
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Dass sich diese Meisterschaft und die Ausrichtung so zu einer Zitterpartie entwickelt hat, kann Haßold verstehen: „Als wir am Mittwoch die Ballone gefüllt haben, fing es stark zu regnen an. Für die Rennleiter ist es dann schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Ich denke, es war schon richtig, dass am ersten Tag abgesagt wurde.“ Die Stimmung sei trotzdem gut gewesen „und als Ballonfahrer sind wir ja gewohnt, bei schlechtem Wetter nicht zu fahren“, fügt sein Kollege Martin Haar dazu. Apropos schlechtes Wetter: Auch bei der zweiten Etappe am Samstag früh war es nicht angenehmer.
Aufgrund des Wetters machten sich nur sieben Ballons bei den Deutschen Meisterschaften von Gersthofen aus auf den Weg.Foto: Marcus Merk
Am Samstag war es nicht ganz ungefährlich
Da die Fahrer eventuell auch mit einer Kaltfront rechnen mussten, hat das Duo aus Burgkirchen sogar auf einen Start verzichtet. Deshalb machten sich nur sieben Ballons auf den Weg. „Es war am Samstag sicher nicht ganz ungefährlich. Man musste auch mit thermischen Winden rechnen und zuvor in der Nacht hatte es auch geregnet. Aber unser Meteorologe hat trotzdem grünes Licht gegeben.“
Nach gut zwei Stunden endete für das Augsburger Duo Jan Haßold und Martin Haar die Fahrt nach 44,3 Kilometern in der Nähe von Olching, westlich von München. In der letzten halben Stunde der Fahrt bestand die schwierige Aufgabe für die Ballonfahrer dann darin, so wenig Kilometer wie möglich zurückzulegen. „Bei einer Windgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern war das nicht so einfach“, lacht Haßold. Gut über 12 Kilometer wurde der Ballon da noch vorangetrieben. Restlos übermüdet kehrten Haar und Haßold, nachdem sie ihren Ballon wieder verstaut hatten, nach Gersthofen zurück. „Wir werden uns jetzt vor der Abschlussfeier am Abend ein bisschen aufs Ohr legen“, freuten sich beide nach den frostigen Stunden unterwegs auf ein warmes Bett.
Zum Sieg bei dieser deutschen Meisterschaft hat es für Haßold und Haar dann am Ende nicht gereicht. Das Duo musste sich mit dem fünften Platz zufriedengeben. Deutsche Meister wurden Munz/Schlegel aus Stuttgart vor Wilhelm und Benjamin Eimers aus Gladbeck.
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