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Brandstiftung in Dinkelscherben: Hängen die drei Brände zusammen?

Dinkelscherben

Gibt es im Landkreis Augsburg einen Brandstifter? Nach Bränden prüft die Polizei Zusammenhänge

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    Zweimal hat eine Böschung bei Dinkelscherben gebrannt, einmal eine Mülltonne. Die Polizei vermutet Brandstiftung.
    Zweimal hat eine Böschung bei Dinkelscherben gebrannt, einmal eine Mülltonne. Die Polizei vermutet Brandstiftung. Foto: Matthias Fischer (Symbolbild)

    Die Polizei ermittelt derzeit im Landkreis Augsburg aufgrund einer Brandserie. In der letzten Maiwoche hatte es an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Umkreis von Dinkelscherben gebrannt. Es handelte sich um Kleinbrände wie Böschungs- und Müllcontainerbrände, bei denen Sachschäden entstanden. Auf Anfrage bestätigt eine Sprecherin, dass die Polizei Brandstiftung vermutet, weil sich die Brände in kurzer Zeit und örtlich gehäuft hatten. Die Ermittlungen prüfen derzeit mögliche Zusammenhänge. Kreisbrandrat Christian Kannler hebt hervor, dass auch von kleinen Bränden eine große Gefahr ausgeht. Der aktuelle Fall weckt Erinnerungen an eine Serie von Brandstiftungen im Landkreis Augsburg.

    Mehrere Brände in Dinkelscherben: So ermittelt jetzt die Polizei

    Zuerst brannte am 27. Mai ein Müllcontainer in Dinkelscherben. Einen Tag später folgte ein Böschungsbrand ebenfalls in der Marktgemeinde. Wie groß der Aufwand für die Feuerwehr jeweils ist, zeigte ein erneuter Böschungsbrand am Abend des 29. Mai am Radweg zwischen Zusmarshausen und Dinkelscherben. Hier stand auf Höhe der Abzweigung Fleinhausen das Buschwerk auf einer Fläche von zehn Metern Länge und drei Metern Breite in Flammen. Zudem beschädigte das Feuer fünf Bäume. Gegen 21.45 wurden die Feuerwehren Dinkelscherben, Fleinhausen und Steinekirch zum Einsatzort gerufen, die den Brand schnell löschen konnten. Allein beim dritten Brand liegt die Schadenssumme bei etwa 20.000 Euro.

    Wegen der Häufung mehrerer Brände in kurzer Zeit und in nahem Umkreis überprüft die Polizei standardmäßig, ob Zusammenhänge bestehen könnten. Gleichzeitig ermitteln die Beamten bei jedem Vorfall individuell, welche Ursache infrage kommt. Bei Bränden gehen sie dabei nach einem Ausschlussverfahren vor. Häufig werden Fälle deshalb nicht sofort, sondern erst nach akribischen Ermittlungen gelöst. Bei Brandstiftung ist zudem auch trotz des Feuers möglich, die Ursache zu ermitteln. „Es ist möglich, dass nicht alle Spuren verbrennen und eventuell Rückstände von Brandbeschleunigern gefunden werden könnten“, sagt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Schwaben Nord.

    Feuer während Waldbrandgefahr: Kreisbrandrat hebt Gefahr hervor

    Auch wenn in den drei Fällen lediglich Sachschäden entstanden, verurteilt Kreisbrandrat Christian Kannler eine mögliche Brandstiftung. Denn auch aus einem Kleinbrand könnten sich schnell auch größere Schadensereignisse entwickeln. Kannler: „Generell besteht immer die Gefahr der Ausbreitung und Gefährdung der Natur, Gebäuden und Bauwerken sowie eventueller Tiere und Personen in unmittelbarer Nähe.“

    Kreisbrandrat Christian Kannler spricht von einer erhöhten Gefahr durch Dürre und Trockenphasen.
    Kreisbrandrat Christian Kannler spricht von einer erhöhten Gefahr durch Dürre und Trockenphasen. Foto: Marcus Merk

    Zudem bestehe in Zeiten von Dürre und Trockenphasen erhöhte Gefahr, macht der Kreisbrandrat deutlich. Im Zeitraum der drei Brände bestand im Landkreis Augsburg erhöhte Waldbrandgefahr. Der Deutsche Wetterdienst hatte für das Augsburger Land die zweithöchste Warnstufe 4 ausgerufen.

    Brandstiftung Gessertshausen: Junger Feuerwehrmann hatte 2019 mehrere Feuer gelegt

    Das Stichwort Brandstiftung weckt Erinnerungen an eine Serie von Bränden in Gessertshausen vor sieben Jahren. Zunächst hatten im August 2019 Strohballen auf einem Feld zwischen Gessertshausen und Diedorf gebrannt. Wenige Tage später war erneut Feuer auf einem Feld gemeldet worden. Der Verdacht auf Brandstiftung erhärtete sich. Es folgten Brände in einem Geräteschuppen im September und eines Altkleidercontainers im Oktober des gleichen Jahres. Für besonderes Aufsehen hatte der Brand einer Lagerhalle außerhalb von Gessertshausen gesorgt, bei dem der Futtervorrat der Tierklinik für ein ganzes Jahr vernichtet wurde.

    Bei einem Brand war eine Lagerhalle bei Gessertshausen abgebrannt.
    Bei einem Brand war eine Lagerhalle bei Gessertshausen abgebrannt. Foto: Marcus Merk

    2020 wurde ein damals 18-jähriger Feuerwehrmann vor Gericht zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Er hatte laut Richter Anerkennung bei der Feuerwehr angestrebt, indem er die Brände als Erster entdeckte.

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