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Bürgermeister Ustersbach: Markus Kohler setzt auf Gespräche und Teamwork

Ustersbach

Markus Kohler bereitet sich auf sein Amt als neuer Bürgermeister in Ustersbach vor

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    In Ustersbach an der "Wasserreserve" mit Blick auf den Ort, das ist der Lieblingsplatz des neuen Bürgermeisters Markus Kohler.
    In Ustersbach an der "Wasserreserve" mit Blick auf den Ort, das ist der Lieblingsplatz des neuen Bürgermeisters Markus Kohler. Foto: Andreas Lode

    Gleich nach dem 1. Mai gibt es einen Amtswechsel in Ustersbach. Willi Reiter (CSU) geht als Bürgermeister „in Rente“. Sein Nachfolger ist Markus Kohler, der noch nicht lange in der CSU ist und die Wahl mit 54 Prozent der Stimmen für sich entscheiden konnte. Da die Gemeinde rund 1280 Einwohner zählt und über knappe Kassen verfügt, ist seine Aufgabe weiterhin ehrenamtlich. Markus Kohler hat sich die Sache genau überlegt. Er hat mit seinem Arbeitgeber und seiner Frau gesprochen. In Zukunft wird er am Montag, Dienstag und Freitag im Rathaus Gessertshausen sein. Sein Vorgänger war zwar jeden Tag dort, berichtet er, „aber das kann ich nicht abbilden.“ An den drei anderen Tagen muss der Familienvater arbeiten. Markus Kohler ist gelernter Maschinenbaumechaniker und als Schlosser tätig.

    „Mit der Verwaltungsgemeinde ist das gut machbar“, meint er. Ustersbach hat kein eigenes Gemeindeamt. Zuständig für alles, was den Bauhof, das Bauamt und die Kämmerei betrifft, ist die Verwaltung in Gessertshausen. Dort ist auch der Dienstsitz des Ustersbacher Bürgermeisters. Die Aufteilung drei Tage im Rathaus und zwei Tage im Schlosserei-Betrieb auf Montage und in der Werkstatt hat er sich vorgenommen und hofft, dass am Wochenende Zeit für die Familie bleibt. Ob das alles so klappen wird, müsse sich noch zeigen. Falls es Termine gibt, die in diese Planung nicht reinpassten, sei auch sein Arbeitgeber flexibel, sagt er. Die Büroarbeit hat Markus Kohler zuletzt beruflich in der Kundenbetreuung kennengelernt. „Ich habe das lange Sitzen aber unterschätzt“, gibt er ehrlich zu und lacht.

    Wie der Fußball Markus Kohler geprägt hat

    Kein Wunder – Markus Kohler ist auf dem Fußballplatz groß geworden. Sein Vater hatte 1973 den TSV Ustersbach mitgegründet. Fünf Jahre später kam Sohn Markus zur Welt. Sein Vater hat als Jugendleiter, Platzwart und Wirt das Leben seines heute 47-jährigen Sohnes mitgeprägt. Seine ganze Jugend hat Markus Kohler aktiv Fußball gespielt und ist später im Verein in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Zwölf Jahre hat er als Jugendtrainer gearbeitet. Seit mehr als 20 Jahren ist er im TSV-Vorstand engagiert, ebenfalls als Platzwart. Dafür wurde er vom Bayerischen Fußballverband mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Doch Fußball ist nicht sein einziges Engagement in der Gemeinde. Viele kennen ihn aus dem Gemeinderat und auch aus dem Feuerwehrverein, wo er immer noch aktiv ist und seit 2006 im Vorstand mitwirkt.

    Dass sein erster Termin als Bürgermeister eine Vorstandswahl in einem Verein sein wird, passt zu ihm. Dass dieser Termin bei der Jugendförderung Ustersbach stattfinden wird, besonders gut. Denn der erfahrene Jugendtrainer war in den vergangenen sieben Jahren einer der Jugendbeauftragten im Gemeinderat. Mit Sitzungen kennt er sich aus und war Mitglied im Bauausschuss. Trotzdem hat er am Bürgermeisterlehrgang teilgenommen, der für alle Neuen angeboten wird. Dabei ging es nicht nur um die Rechte und Pflichten eines Bürgermeisters, berichtet er, sondern auch um neue Themen, die auf die Gemeinden zukommen. Infos gab es zum Bau-Turbo und zur neuen Ganztagsbetreuung.

    Markus Kohler weiß: Aus Kostengründen geht nicht alles in Ustersbach

    Als Familienvater liegt ihm das Thema Schule und Kindergarten am Herzen. Im Bürgermeisterkurs wurden die verschiedenen Formen der Ganztagsbetreuung vorgestellt. Bald gebe es in Ustersbach einen Runden Tisch dazu, erläutert er. „Momentan denkt jeder, es bleibt beim Hort“, aber er selbst hätte lieber eine verlängerte Mittagsbetreuung. Doch zuerst müsse man die Vor- und Nachteile prüfen und mit allen sprechen. Die Hortunterbringung in der Alten Schule sei zu teuer, meint er, und auch der Container im Kindergarten ist für ihn keine Dauerlösung. Für die Kita hätte er lieber einen Neubau gehabt, der aus Kostengründen ja verschoben werden musste. Deshalb schließt er einen Umbau nicht aus. „Wir wissen, dass wir etwas machen müssen.“

    So ein Runder Tisch wie mit Kita und Schule ist genau sein Ding. Er hat auch schon im Vorfeld seines Amtsantritts mit den Vertretern der anderen Fraktionen gesprochen, mit Angelika Ortner von der ABU, die nur knapp gegen ihn bei der Wahl unterlegen ist, und Andreas Fetsch von den Grünen, der mit seiner Partei neu im Gemeinderat sitzt. Auf die konstituierende Sitzung, seine erste als Bürgermeister, ist er vorbereitet. Im Lehrgang hat er das Prozedere gelernt. Bis dahin guckt er seinem Vorgänger über die Schulter. Willi Reiter ist ein Freund aus der Schafkopfgruppe. Markus Kohler begleitet ihn momentan zu dem ein oder anderen Termin und hat einen Blick über die E-Mails geworfen, die einen Bürgermeister erreichen. „Dass es so viele sind, habe ich nicht gedacht“, sagt er und weiß, dass er in Zukunft delegieren muss. An wen, ist noch nicht raus. Bernhard Schmid hört als zweiter Bürgermeister auf, was Markus Kohler bedauert. Wer dessen Nachfolgerin oder Nachfolger wird, lässt er noch offen. Gewählt wird sein Vize in der konstituierenden Gemeinderatssitzung am 5. Mai in der Schule Ustersbach.

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