Manchmal dauert ein Vorhaben etwas länger, um am Ende gut zu werden. So könnte das auch in der Marktgemeinde Diedorf sein, wo seit 2020 über den Austausch der vielen in die Jahre gekommenen Straßenlampen auf den heutigen Standard in LED-Technik gesprochen wird. Im Jahr 2022 war der zuständige Fachmann der Lechwerke Augsburg (LEW) im Diedorfer Gemeinderat zu Gast, hatte aber lediglich einen Vorschlag dabei, der dem Gremium damals nicht passte. Denn die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte hatten sich inzwischen dazu entschieden, nicht nur aufs Geld zu schauen, sondern mit der neuen Straßenbeleuchtung auch etwas für die Umwelt und den Artenschutz zu tun. Das hatte die LEW anscheinend überrumpelt.
Denn viele Kommunen setzen in der Straßenbeleuchtung Leuchtmittel ein, die eine Lichtfarbe von 4000 Kelvin haben. Dieses Licht ist im sogenannten kaltweißen Bereich und lockt, nachts verwendet, Insekten an. Der Vorteil: Bei 4000-Kelvin-Licht ist die Einsparung am größten. Der Fachmann hatte damals errechnet, dass beim Betrieb der insgesamt rund 1100 Straßenleuchten in Diedorf etwa 60 Prozent der Energiekosten und ein Ausstoß von jährlich 81 Tonnen CO2 eingespart werden könnten. Der Gemeinderat war jedoch mehrheitlich dafür, einen Kompromiss einzugehen: Die Lichtfarbe der neuen Straßenbeleuchtung soll 2200 Kelvin betragen, was einem warmweißen oder auch goldenen Farbton entspricht.
Von der gewählten Lichtfarbe profitieren Umwelt und Menschen
Zwar ist die Energieeinsparung damit um etwa ein Drittel geringer; allerdings werden Insekten, die nachts unterwegs sind, auch weniger stark von diesem Licht angezogen. Umweltverbände empfehlen deshalb diese Lichtfarbe. Trotz dieses Wissens scheint der Wunsch der Marktgemeinde recht exotisch zu sein. Das weiß auch Projektleiter Denis Zimmermann aus dem Bauamt. „Diesbezüglich gehen wir in den Landkreisgemeinden mit gutem Beispiel voran.“ Doch das hat Folgen. Die LEW hatte bereits in Aussicht gestellt, dass es einige Monate dauern könnte, bis ein entsprechender Auftrag zum Austausch der Leuchtmittel ausgeführt werden könnte, auch bei herkömmlichen LED-Lampen. Doch tatsächlich sind inzwischen zwei Jahre vergangen, seit der Auftrag bei der LEW eingegangen ist, wie es aus dem Bauamt heißt. Als Begründung gab die LEW demnach an, dass es Lieferengpässe bei den gewünschten Leuchtmitteln gebe.
Nun soll es jedoch so weit sein. In zwei Abschnitten im Frühjahr und im Sommer dieses Jahres werden die Leuchtmittel in jenen Straßenlaternen ausgewechselt, die noch über kein LED-Leuchtmittel verfügen. Übrigens profitieren von der Lichtfarbe nicht nur Insekten. Auch Anwohnerinnen und Anwohner werden bei 2200 Kelvin weniger beeinträchtigt. Zudem seien die neueren, typischen tropfenförmigen Diedorfer Straßenlampen ohnehin nach unten zur Straße ausgerichtet, so Denis Zimmermann. Die neuen Leuchten haben einen weiteren Vorteil: Chip gesteuert wird ihre Leuchtleistung ab 21 Uhr auf 70 Prozent reduziert, ab 24 Uhr dann sogar auf 50 Prozent. Ab 5 Uhr morgens wird die Leuchtleistung wieder auf 70 Prozent erhöht und ab 7 Uhr wieder auf 100 Prozent angehoben, falls die Jahreszeit das verlangt.
Kaputte Straßenlampen können der LEW direkt gemeldet werden
Bevor sich die Einsparungen im Verbrauch tatsächlich auswirken, kommt es zunächst einmal freilich zu Kosten für den Austausch. Dafür sind Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 443.000 Euro im Finanzhaushalt 2026 eingeplant. Übrigens: Über ein Portal auf der Homepage der LEW kann dort direkt gemeldet werden, wenn im Gemeindebereich eine Straßenlampe ausgefallen ist. Nur jetzt, vor dem generellen Austausch, werden die kaputten Lampen nicht mehr ersetzt, wie Bürgermeister Peter Högg auf der jüngsten Bürgerversammlung angemerkt hatte.
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