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„Fehler sind nicht schlimm, aus Fehlern lernen wir“ – wie Kinder in Kutzenhausen Radfahren lernen

Kutzenhausen

„Fehler sind nicht schlimm, aus Fehlern lernen wir“ – wie Kinder in Kutzenhausen Radfahren lernen

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    Polizeioberkommissarin und Verkehrserzieherin Fatma Özen bereitet Schulklassen auf den Fahrradführerschein vor. Hier bei der Übung mit der Klasse 4b aus Zusmarshausen.
    Polizeioberkommissarin und Verkehrserzieherin Fatma Özen bereitet Schulklassen auf den Fahrradführerschein vor. Hier bei der Übung mit der Klasse 4b aus Zusmarshausen. Foto: Andreas Lode

    Ein lauter Pfiff hallt über den Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen. „Aufs Fahrrad setzen, beide Hände ans Lenkrad, umschauen und dann losfahren“, ruft Polizeioberkommissarin und Verkehrserzieherin Fatma Özen. Auf ihr Kommando hin setzen sich die 26 Schülerinnen und Schüler der 4b von der Grundschule Zusmarshausen auf ihre Räder und fahren los. Özen und ihre Kollegin Eva Bigelmayr von der Polizeiinspektion Zusmarshausen bringen Kindern aus dem Landkreis das Radfahren im Straßenverkehr bei. Wieso der Radlführerschein aus Sicht der Beamtinnen so wichtig ist und was den Verkehrsübungsplatz für die Kinder so wertvoll macht.

    Fahrradfahren lernen mit der Polizei auf dem Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen

    Die Übungseinheit in Kutzenhausen am Montagvormittag ist die letzte von drei Einheiten für die Viertklässler aus Zusmarshausen, eine Woche später steht die praktische Prüfung an. Davor müssen sie aber die theoretische Prüfung bestehen, um an der Praxisprüfung teilnehmen zu dürfen. Den Abschluss bildet dann die Teilnahme im Realverkehr der Gemeinde, bevor die Schülerinnen und Schüler ihren Radlführerschein erhalten. Der Verkehrsübungsplatz ist für die Beamtinnen ein elementarer Bestandteil für die Vorbereitung auf die Teilnahme im Straßenverkehr.

    Gemeinsam mit der Polizeihauptmeisterin Eva Bigelmayr lernen die Kinder, wie sie sicher am Straßenverkehr teilnehmen können.
    Gemeinsam mit der Polizeihauptmeisterin Eva Bigelmayr lernen die Kinder, wie sie sicher am Straßenverkehr teilnehmen können. Foto: Andreas Lode

    „Jetzt möchte ich links abbiegen, was muss ich dafür beachten?“, fragt Özen die Zusmarshauser Schülerinnen und Schüler, während sie gemeinsam die Strecke auf den Übungsplatz ablaufen. „Umschauen, Handzeichen geben, einordnen, noch einmal umschauen, Gegenverkehr beachten, Hände ans Lenkrad und abbiegen“, antworten die Viertklässler im Chor. Nachdem sie die Strecke abgelaufen haben, geht es aufs Fahrrad. Dabei haben einige von ihnen noch Probleme, das Radfahren und die Handzeichen zu koordinieren. Laut Özen und Bigelmaier sei das nicht unüblich.

    „Fehler sind nicht schlimm, wir lernen aus Fehlern“

    In der Frühjahres-, der Sommer- und der Herbstdekade bildet sie über jeweils fünf Wochen hinweg Klassen aus dem gesamten Gebiet der Polizeiinspektion Zusmarshausen aus, in diesem Frühjahr sind es 30 Klassen. „Immer mehr Kinder kommen zu uns und können nicht Fahrrad fahren. Viele haben Probleme damit, gleichzeitig zu fahren und Handzeichen zu geben“, erklärt Özen. Dieser Entwicklung wird mit den neuen Fahrradpässen entgegengewirkt. „Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse begleitet und erwerben wichtige Kompetenzen für das Fahrradfahren“, sagt Özen. Auch die Eltern seien laut Özen gefragt: „Wichtig ist, dass die Kinder schon viel Fahrradfahren, bevor sie bei uns sind. Wir bringen ihnen alles Wichtige im Straßenverkehr bei, aber das Fahren an sich können wir ihnen hier nicht beibringen.“ Daher sollten die Kinder mit den Eltern schon so viel Erfahrung sammeln wie möglich.

    Die letzten zehn Minuten der Übung muss die 4b der Grundschule Zusmarshausen in der freien Fahrt bewältigen, dabei ist keine feste Strecke mehr vorgegeben. Dabei beobachten Özen und Bigelmeier gemeinsam mit dem Klassenlehrer Stefan Schmucker die Schülerinnen und Schüler. „Helena, wer hat Vorfahrt? Du musst dich rechts einordnen, Ilias“, weisen sie die Kinder an. „Es soll spielerisches Lernen sein. Dabei müssen wir auch streng sein, schließlich bereiten wir die Schülerinnen und Schüler auf den Straßenverkehr vor. Dort sind sie die schwächsten Verkehrsteilnehmer“, sagt Özen. Zwei der Schülerinnen, die sie korrigiert hat, fragt Özen nach ihren Fehlern, was sie mit diesen Fehlern machen. „Fehler sind nicht schlimm, wir lernen aus Fehlern“, antworten die Schülerinnen. Dafür ist der Kutzenhauser Verkehrsübungsplatz der ideale Ort.

    Auch das korrekte Umfahren eines parkenden Autos wird auf dem Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen geübt.
    Auch das korrekte Umfahren eines parkenden Autos wird auf dem Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen geübt. Foto: Andreas Lode

    Verkehrserzieherin Özen: „Auf dem Übungsplatz blühen Kinder auf“

    „Die Kinder können sich hier auf das Fahrradfahren fokussieren und es kann nichts passieren“, sagt auch Klassenlehrer Schmucker. Der Übungsplatz wird mittlerweile von allen Schulen aus dem Gebiet der Polizeiinspektion Zusmarshausen genutzt, lediglich die Montessori-Schule und die Grundschule Dinkelscherben üben auf dem Dinkelscherber Schulgelände. „Der Platz ist für uns perfekt, wir haben hier Fahrräder, Lichtanlagen, einen Kreisverkehr und Verkehrsschilder. Einfach ideale Übungsmöglichkeiten“, sagt Özen. Nach der abgeschlossenen Übung versammeln Özen und Bigelmayr die 4b aus Zusmarshausen noch einmal um sich.

    „Nächsten Monat haben wir die Prüfung. Ihr müsst nicht nervös sein und keine schlaflosen Nächte haben. Ich bin mir sicher, ihr schafft das“, verabschiedet Özen die 4b. Dass die meisten der Schülerinnen und Schüler den Übungsplatz mit einem Lächeln verlassen, ist auch ihr nicht entgangen: „Auf dem Übungsplatz blühen einige Kinder auf. Auch solche, die in der Schule vielleicht nicht immer die besten Noten schreiben. Wenn die Kinder hier Selbstvertrauen sammeln können, Spaß haben und noch etwas lernen, bin ich glücklich.“

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