Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg Land
Icon Pfeil nach unten

Gersthofen und die Gasballone: Eine abwechslungsreiche Geschichte

Gersthofen

So ist die Liebe Gersthofens zum Gasballon entflammt

  • |
  • |
  • |
  • |
    Zuletzt ist zum 50. Stadtjubiläum von Gersthofen ein neuer Gasballon mit dem Namen der Stadt gesegnet worden und in die Luft gestiegen.
    Zuletzt ist zum 50. Stadtjubiläum von Gersthofen ein neuer Gasballon mit dem Namen der Stadt gesegnet worden und in die Luft gestiegen. Foto: Marcus Merk (Archivfoto)

    Der Freiballonverein Augsburg als ältester aktiver Luftsportverein der Welt mit Sitz in Gersthofen begeht in diesem Jahr sein 125-jähriges Vereinsjubiläum. Gefeiert wird ab dem 12. Mai mit der Deutschen Gasballon-Meisterschaft 2026 am Ballonstartplatz Via Claudia. „Keine andere Stadt ist in diesen 125 Jahren so eng verbunden mit dem Ballonfahren“, wird der Stadt Gersthofen in der Jubiläumszeitschrift bescheinigt.

    Weiter ist zu lesen, dass gerade in den 1970er Jahren der Gasballonsport in Gersthofen eine Blütezeit erlebte. Bis zu zwölf Gasballone gehörten zum Vereinsleben. Bei der Anschaffung der Ballonflotte zeigte sich die Stadt Gersthofen oftmals als großzügiger Unterstützer. Zuletzt anlässlich des 50. Stadtjubiläums im Jahr 2019 mit der Beschaffung des Ballons „Stadt Gersthofen“.

    Der Augsburger Freiballonverein hat eine enge Beziehung zu Gersthofen

    Dank eines privaten Spenders gab es aber bereits in den besagten 1970er Jahren einen solchen als durch die Lüfte fahrenden Werbeträger. Die schon zurück bis in das Gründungsjahr 1901 des Augsburger Freiballonverein wegen des Füll- und Startplatzes bestehenden engen Beziehungen und generell die Tradition des Ballonfahrens in Gersthofen veranlassten den Chef der damaligen Firma Tiba-Bau Benno Eierle zu einer Ballonspende an die Augsburger Ballonfahrergilde. Diese freute sich natürlich über den Zugang eines Ballons in ihre Flotte.  Aber auch Tausende von Menschen waren neugierig auf das spannende Ereignis der Ballontaufe und des ersten Aufstiegs am 18. April 1971 am außergewöhnlichen Startplatz mitten in Gersthofen auf dem Rathausplatz.

    Wettbewerbe mit Gasballonen finden in Gersthofen regelmäßig statt, mit Starts oft in den frühen Morgenstunden.
    Wettbewerbe mit Gasballonen finden in Gersthofen regelmäßig statt, mit Starts oft in den frühen Morgenstunden. Foto: Marcus Merk (Archivfoto)

    Das Spektakel mit einem mehrstündigen Rahmenprogramm begann mit der Füllung der Gaskugel. Die Flaschenbatterien mit dem Wasserstoffgas aus dem Werk Gersthofen der Farbwerke Hoechst beanspruchten einen ganzen Lastwagen, um den 630 Kubikmeter großen Ballon zu füllen. Umsäumt von den Zuschauern stand die rotbraune Kugel mit der Aufschrift „Stadt Gersthofen“ prall in der Frühlingssonne. Die Stadtkapelle unter der Leitung von Ansgar Weißerth verkürzte die Wartezeit bis zum Start.

    Die erste Fahrt des Ballon „Stadt Gersthofen“ endete in Hollenbach

    Stilecht nahm dann Berta Eierle, die Gattin des Ballonspenders, die Taufe mit einer Flasche Sekt vor. Die Taufpatin war dann auch mutig genug, mit Bürgermeister Karl J. Weiß sich dem Ballonführer Erich Märkl zur ersten Fahrt anzuvertrauen. Dies geschah mit bestem Gefühl, denn für Märkl war der erste Start des Gersthofer Ballons zugleich seine 350. Fahrt. Mit einem dreifachen „Gut Land“ fielen die Leinen, die Zuschauer klatschten begeistert, die Stadtkapelle spielte „Muß i denn zum Städtele hinaus“ und tausend Kinderluftballons stiegen in die Höhe. Dann hob der Ballon rasch an Höhe gewinnend vom Rathausplatz ab und nahm Fahrt in nordöstlicher Richtung auf. Gegen 14 Uhr beendete Ballonführer Erich Märkl nach einer „genussreichen“ Fahrt, so die Teilnehmer, auf einer Wiese in Hollenbach im Landkreis Aichach-Friedberg die erste glückliche Landung.

    Nach fünfeinhalb Jahren hatte der Ballon seine Altersgrenze erreicht

    Es war Erich Märkl, der als Hauspilot und Ballonsportgröße vor fünfzig Jahren im Oktober 1976 der Stadt Gersthofen mit etwas Wehmut mitteilte, dass der Ballon „Stadt Gersthofen“ nach 331 Starts unter diesem Namen die Altersgrenze erreicht hat. „221 Fahrten erfolgten von Gersthofen aus. Kein Ballon vorher konnte je eine so hohe Fahrtenzahl erreichen. 11.215 Kilometer Luftlinie wurden in 852,25 Stunden Fahrtzeit zurückgelegt. Die längste Fahrt dauerte 9,17 Stunden. Sämtliche Fahrten verliefen absolut unfallfrei, Presse, Funk und Fernsehen haben den Namen „Stadt Gersthofen“ oftmals publiziert und haben somit der Stadt Gersthofen alle Ehre gemacht hat“, bilanzierte Erich Märkl positiv den fünfeinhalbjährigen Einsatz des Ballons.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren