Großprojekt am Rothsee: Gastronomie, Hochseilgarten und Tiny-Häuser
Zusmarshausen
Hochseilgarten, Gastronomie und großer Saal: Das ist beim Monsterprojekt am Rothsee geplant
Ein Investor plant am Rothsee einen Hochseilgarten mit Gastronomie und Veranstaltungssaal. Auch eine Seilrutsche über den See wäre möglich. Das steckt dahinter.
Südlich des Rothsees plant ein Investor ein Großprojekt samt Gastronomie und Veranstaltungssaal. So könnte das einmal aussehen.Foto: JW Estate GmbH & Co. KG (KI-Visualisierung)
Ein großer Veranstaltungssaal, Übernachtungsmöglichkeiten, Außengastronomie und sogar ein Hochseilgarten samt Seilrutsche über den See. Das alles könnte am Rothsee in Zusmarshausen entstehen. Zumindest, wenn es nach Investor Joachim Weldishofer geht. Was das Großprojekt alles beinhaltet und wie realistisch das ist.
Besuchermagnet Rothsee: Das plant ein Investor
„Das wäre für Zusmarshausen und den Rothsee natürlich ein absoluter Gewinn“, schwärmte der nun nicht mehr amtierende Bürgermeister Bernhard Uhl, als das Projekt auf der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt wurde. Auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern sollen südlich des Rothsees eine Veranstaltungshalle samt Gastronomie sowie Übernachtungsmöglichkeiten in Form von Tiny-Häusern entstehen. Hinzu kommt ein Hochseilgarten mit Blick auf den See.
Ein Hochseilgarten samt Aussichtsplattform ist geplant. Ein Besuchermagnet könnte eine Seilrutsche über den Rothsee werden.Foto: JW Estate GmbH & Co. KG
So zumindest die Vision, wie Joachim Weldishofer, Geschäftsführer der Firma JW Estate, verrät. Bereits 2024 stellte der Zusmarshauser die Ideen in einer nicht-öffentlichen Sitzung dem Gemeinderat vor. „Danach wurde es sehr ruhig“, so Weldishofer, weshalb der scheidende Gemeinderat nochmals an das Gremium herantrat. Die Bauvoranfrage wurde nun im Marktgemeinderat behandelt und das Projekt erneut vorgestellt. „Wir sehen Potenzial für eine Aufwertung durch eine Erlebnisattraktion, die dem Markt mehr Bekanntheit, aber auch mehr Besucherinnen und Besucher verschaffen. Das in den vergangenen Jahren aufgewertete, schöne Rothseeumfeld würde dabei eine noch größere Bedeutung und auch Beliebtheit erfahren“, so Joachim Weldishofer, der auch Synergien, wie etwa bei der Parkplatz-Situation, sieht.
Das Projekt könnte auch einen Hochseilgarten mit Kristallturm in 15 Metern Höhe beinhalten, der individuell gestaltet werden kann. Weldishofer: „Es könnte ein neues Wahrzeichen und ein neuer Anziehungspunkt für Zusmarshausen sowie die gesamte Region werden.“ Angedacht ist sogar eine rund 160 Meter lange Seilrutsche über den Rothsee mit Zielpunkt am nördlichen Ufer. „Es wäre ein Flug über den Rothsee.“ Die Ideen sind da, wie sich das Projekt entwickelt, sei aber komplett offen. Das Grundstück zwischen Wasserwachtstation und Streuobstwiese gehört der Marktgemeinde, was laut Weldishofer auch so bleiben könnte. „Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir brauchen natürlich die Gemeinde als Partner, aber man kann da auch weitere Partner ins Boot holen.“ Besonders bei einem möglichen Veranstaltungssaal, über den in der Marktgemeinde schon seit Langem diskutiert wird, sieht Weldishofer ähnliche Interessen.
Gibt es in Zusmarshausen bald einen Hochseilgarten?
Die ersten Pläne schmiedete der Investor bereits 2012. „Wir hatten anfangs fünf Visionen. Es geht darum, Zusmarshausen attraktiver für Besucher zu machen. Manchmal wissen wir gar nicht, was am Rothsee alles möglich wäre. Von so einem Projekt würde auch die Gemeinde profitieren. Auch Vereine sowie Schulen und Kitas könnte man mit ins Boot holen, damit alle etwas davon haben.“ Als Vorbild dient den Investoren der Friedberger See, wie Geschäftspartnerin Valentina Luyk verrät. „Da ist immer etwas los und hier gibt es nicht einmal einen Kaffee. Dabei ist der Rothsee wunderschön gelegen und es ist echt schade.“ Das Zusammenspiel zwischen Erlebnis, Tourismus sowie Gastronomie und Veranstaltungen solle die gesamte Region aufwerten. „Man kann einen Besuch im Legoland mit einem Besuch am Rothsee verbinden oder Ähnliches.“
Joachim Weldishofer und Valentina Luyk haben großes vor am Rothsee in Zusmarshausen.Foto: Sebastian Richly
Der Marktgemeinderat, dem auch Weldishofer noch angehörte, der aber nicht abstimmen durfte, steht dem Projekt positiv gegenüber. Mit 16:4 Stimmen wurde beschlossen, die Planungen weiterzuverfolgen. Damit die bauplanungs- und bauordnungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens geprüft werden kann, empfiehlt Bernhard Uhl, einen Antrag auf Vorbescheid über das Landratsamt Augsburg einzureichen.
Das lehnt Joachim Weldishofer allerdings ab. Der Ball liege nun beim Gemeinderat. „Wir sind bereits in Vorleistung gegangen und müssen prinzipiell wissen, ob die Marktgemeinde sich das vorstellen kann, in welchem Ausmaß auch immer. Davor brauchen wir keine weiteren Schritte unternehmen“, so der Zusmarshauser, der 2014 als Bürgermeisterkandidat antrat. Mit einer schnellen Entscheidung rechnet Weldishofer im Übrigen nicht. „Es gibt aktuell wichtigere Dinge für den neuen Gemeinderat, allerdings hoffe ich, dass bei Gelegenheit unser Projekt auf den Tisch kommt.“ Deshalb könne man weder über Bauzeiten noch Kosten aktuell etwas Genaueres sagen.
Diskutieren Sie mit
XXX 0 Kommentare
hier kommen komentare rein
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren