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Karl-Heinz Wagner ist neuer Ehrenbürger der Stadt Gersthofen

Gersthofen

In Gersthofen lebt jetzt wieder ein Ehrenbürger

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    Karl-Heinz Wagner (links) ist zum Ehrenbürger der Stadt Gersthofen ernannt worden. Bürgermeister Michael Wörle überreichte dem 79-Jährigen die große gerahmte Urkunde.
    Karl-Heinz Wagner (links) ist zum Ehrenbürger der Stadt Gersthofen ernannt worden. Bürgermeister Michael Wörle überreichte dem 79-Jährigen die große gerahmte Urkunde. Foto: Marcus Merk

    Nach dem Tod von Josef Schuler im Jahr 2024 gab es in der Stadt Gersthofen keinen noch lebenden Ehrenbürger mehr. Das hat sich jetzt geändert: Karl-Heinz Wagner ist nach einem einstimmigen Beschluss des Stadtrates zum Ehrenbürger ernannt worden. Bürgermeister Michael Wörle formulierte den Grund für diese besondere Auszeichnung so: „Karl-Heinz Wagner hat das Leben in Gersthofen geprägt und bereichert.“ Sein Engagement in Gremien und Vereinen sei außergewöhnlich.

    Wagners Zeit der politischen Arbeit klingt rekordverdächtig: Der heute 79-Jährige war insgesamt 54 Jahre lang CSU-Stadtrat und viele Jahre lang dritter und zweiter Bürgermeister. Außerdem war der Gersthofer Mitglied des Kreis- und des Bezirkstags. Wörle lobte den Weitblick Wagners, den dieser in allen Sitzungen gezeigt habe. Der Titel des Ehrenbürgers ist nicht die erste Auszeichnung, die Wagner bekommen hat. Er durfte sich bereits vor Jahren beispielsweise über den Ehrenring der Stadt Gersthofen sowie über Verdienstmedaillen des Freistaats freuen. Wagner hat nicht nur eine politische Seite, sondern auch Freude am Fasching und dem Sport. Die Menschen kennen ihn als Vorsitzenden der Kolpingsfamilie, als Faschingsprinzen, als Mitbegründer der Kol-La, dort auch als Kol-La-Sitzungspräsident sowie als ehemaligen Handballer und Präsidenten des TSV Gersthofen.

    So kennen viele Gersthofer Karl-Heinz Wagner (Mitte): Als Sitzungspräsident der Faschingsveranstaltung Kol-La. Das Bild zeigt ihn mit Lukas Kiermeyr und Manfred Lamprecht nach der 42. Kol-La-Saison.
    So kennen viele Gersthofer Karl-Heinz Wagner (Mitte): Als Sitzungspräsident der Faschingsveranstaltung Kol-La. Das Bild zeigt ihn mit Lukas Kiermeyr und Manfred Lamprecht nach der 42. Kol-La-Saison. Foto: Marcus Merk (Archivfoto)

    Die neue Bürgermeisterin Susanne Olita sagte, Karl-Heinz Wagner sei der Stadtrat gewesen, vor dem Mitarbeitende in der Verwaltung immer den größten Respekt gehabt hätten. Olita lobte Wagners großen Sachverstand und seine angenehme Art: „Wir haben freundschaftlich zusammengearbeitet und es kam immer ein Dankeschön zurück.“

    Stehende Ovationen für Karl-Heinz Wagner im Rathaus

    Für das vielseitige Engagement Wagners gab es bei der Auszeichnung zum Ehrenbürger im Sitzungssaal des Rathauses minutenlang stehende Ovationen aller Stadträte und Gäste. Wagner nahm dies bewegt entgegen und bedankte sich für diese „eindrucksvolle Ehrerweisung“. Es sei in jungen Jahren nicht sein Ziel gewesen, alles dafür zu tun, eines Tages diesen Ehrentitel zu bekommen, sagte er in seiner bescheidenen Art: „Es ist halt so gekommen.“ Wahrscheinlich liege es an den Genen, scherzte Wagner. Sowohl sein Großvater als auch sein Vater hätten sich politisch engagiert. Der CSU-Stadtrat erinnerte daran, dass vieles in seinem Leben auch anders hätte laufen können. Wenn er beispielsweise 1972 nicht ganz knapp ins Gremium gewählt worden wäre, wenn er nicht so verständnisvolle Arbeitgeber gehabt hätte oder wenn seine Frau Christine ein Veto gegen die zeitraubenden Ehrenämter eingelegt hätte. Bei ihr bedankte sich Wagner ausdrücklich für die stete Unterstützung. „Ich möchte die Urkunde symbolisch mit dir teilen, denn die Hälfte der Auszeichnung gehört dir,“ sagte Wagner zu seiner Frau, mit der er seit 51 Jahren verheiratet ist.

    Ein gut gemeinter Rat Wagners an den neu gewählten Stadtrat

    Die Stadt Gersthofen habe sich in seiner langen Amtszeit sehr verändert, nicht nur wegen des großen Zuwachses an Einwohnern, sagte der neue Ehrenbürger. „Gersthofen wurde in dem halben Jahrhundert eine reiche Stadt am Speckgürtel der Stadt Augsburg.“ Er habe sich immer dafür eingesetzt, dass Gersthofen seine Selbstständigkeit bewahren kann, betonte Wagner. Auch auf die gelungene Abwehr einer Müllverbrennung oder der Ansiedlung eines Stahlwerks sei er stolz. Nur beim Thema Verkehr sei man seiner Ansicht nach bis heute nicht weiter gekommen. Wagner endete mit einem Appell an den neuen Stadtrat: „Streitet um die beste Lösung, nicht persönlich, sondern in der Sache - dann wird es gut!“

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