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Landkreis Augsburg
03.01.2022

In der Krise zeigen sich viele Menschen im Landkreis Augsburg spendabel

Nach einer Benefizaktion mit einem E-Auto gab es im Oktober in Zusmarshausen an der Stromtankstelle eine Spendenübergabe an die Kartei der Not und den Bunten Kreis. Von links: Anne-Kristin Langer, Christoph Frey, Stefan Langer Energy Boxx, Markus Sommerer Fahrer, Andreas Haehnel, Jan Schöpf Fahrer, Rita Hörmann Sponsorin, Sonja Utz Bunter Kreis
Foto: Andreas Lode (Archivbild)

Die Kartei der Not hat im Jahr 2021 mehr Spenden bekommen als im Jahr zuvor. Das Geld haben viele Menschen dringend nötig. Vor allem die Wohnkosten werden immer mehr zum Problem.

Armin T. hat schwierige Jahre hinter sich. Der Mitfünfziger aus dem Landkreis Augsburg ist psychisch krank, hatte einen Schlaganfall und einen Herzinfarkt. Seine Ehe ist zerbrochen. Einer seiner erwachsenen Söhne ist alkoholkrank. Er selbst lebt von Sozialhilfe, einen Beruf kann er nicht mehr ausüben. Nun hatte er das Pech, dass seine Küche bei einem Hochwasser zerstört wurde. Da sich Armin T. keine neue Küche leisten konnte, hat die Kartei der Not schnell und unbürokratisch geholfen.

Mit seinem Schicksal ist Armin T nicht allein. Wegen der Pandemie sind in diesem Jahr viele Menschen im Landkreis unverschuldet in Not geraten – sei es durch Kurzarbeit, den Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit oder psychische Beeinträchtigung. Seit 1965 hilft das Leserhilfswerk unserer Zeitung, die Kartei der Not, unverschuldet in Not geratenen Menschen in der Region. Möglich wird dies durch viele Aktionen und Spenden unserer Leserinnen und Leser, die zu hundert Prozent bei den Betroffenen ankommen, weil alle Verwaltungskosten von der Mediengruppe Pressedruck getragen werden. Beispiele für Spendenaktionen sind eine 24-Stunden-Fahrt mit dem E-Auto, die Torjäger-Ehrung mit Sponsoren für jeden Treffer, der Adventskalender des Rotary-Clubs Gersthofen-Nördliches Lechtal oder die Postkartenaktion mit Leserfotos.

Viele kreative Ideen, um Spenden zu sammeln

"Beim Spendenaufkommen war auch in diesem Jahr wieder der Ausfall zahlreicher Benefizaktionen, die von Besuchern und Teilnehmern leben, spürbar", berichtet Arnd Hansen, Geschäftsführer der Kartei der Not. Ganz viele Turniere, Konzerte, Märkte und Aufführungen mussten nach seinen Worten zwar abgesagt werden: "Dennoch wurden kreative und tolle Ideen schnellstmöglich entwickelt, sobald es die Corona-Entwicklungen zuließen."

Und das Geld wird dringend gebraucht. Im Verbreitungsgebiet der Ausgabe AZ Augsburger Land konnten im Jahr 2021 bislang 72 Hilfeanfragen unterstützt werden. Insgesamt half die Kartei der Not dort mit über 62.600 Euro. Ein Jahr vorher war bereits mit über 60.000 Euro ein hoher Wert erreicht worden, der wurde jetzt noch einmal getoppt. Die höchste Spende kam wie in den Vorjahren von der „Familien in Not-Stiftung Haunstetter-Stahl“. Gegründet wurde sie im Jahr 2012 von den Schwestern Hermine Haunstetter und Gertraud Stahl. Der Familie Haunstetter gehörte die gleichnamige Sägenfabrik in Augsburg. Die Stiftung der Familie wird von einer Steuerkanzlei aus Gersthofen verwaltet.

15 Familien baten die Kartei der Not um Hilfe

Die Anfragen an das Hilfswerk kamen in 15 Fällen von Familien mit insgesamt 36 Kindern. Oft drehte sich der Bedarf um das Wohnen. So half die Stiftung 22 mal bei Energie- und Nebenkosten sowie Mietzahlungen, um zu verhindern, dass Menschen ihre Wohnung verlieren oder ohne Strom und Heizung sind. "Corona hat diese Notlagen oftmals befeuert, da durch Kurzarbeit oder einen verlorenen Job beispielsweise die Miete oder der Strom nicht mehr bezahlt werden konnte. Oft war auch die Hilfe bei der Einrichtung wie Kochmöglichkeit, Kühlschrank, Herd oder ein Bett mit Matratze nötig", berichtet Arnd Hansen. In elf Fällen wurde akut der Lebensunterhalt mit Lebensmitteln, Kleidung und Hygieneartikeln gefördert.

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Beim Brand eines Hauses in Lettenbach zum Jahresanfang hat die Kartei der Not schnelle Hilfe geleistet. Zwei Beratungsstellen im Landkreis Augsburg wurden aufgrund der Corona-Krise mit Notfallhilfen unterstützt. Sieben Anträge von Behinderten für einen Zuschuss für eine bessere Mobilität (behindertengerechtes Fahrzeug oder Fahrrad) wurden bewilligt.

Die Torjäger der Saison 2019/21 trafen für die Kartei in Not ins Netz. Stehend von links Christian Bauer und Herbert Lenz (Finanzservice Lenz), Giuseppe Carangelo, Marcus Wehren, Dominique Haselmeier, Christoph Werner, Sascha Mölders, AZ-Sportredakteur Oliver Reiser, Alexander Kohler (Wüstenrot + Württembergische). Vorne von links Oliver Haberkprn, Matthia sBuckow, Jan Blochum, Maximilian Schickentanz, Martin Schnierle.
Foto: Marcus Merk

Die Kartei der Not arbeitet eng mit zahlreichen sozialen Organisationen vor Ort zusammen, die oft mit der persönlichen Situation der Betroffenen vertraut sind. Aber auch die Lokalredaktionen der Augsburger Allgemeinen und ihrer Heimatzeitungen nutzen den direkten Draht und machen auf Notfälle aufmerksam. Um die schlimmsten Folgen zu mindern, fließt dann Unterstützung oft binnen weniger Tage.

Solidarität mit Menschen in unverschuldeter Not

"Mit unseren Hilfen zeigen wir Menschen in Not, dass sie nicht alleine gelassen werden. Und das ist gerade in dieser schwierigen Zeit ein ganz wichtiges und besonderes Signal der Solidarität. Wir sind sehr dankbar über den Zusammenhalt hier in der Region und die Solidarität für Menschen in unverschuldeten Notlagen", so Hansen.

Zuwendungen an die Kartei der Not sind möglich auf das Konto 2030 bei der Stadtsparkasse Augsburg, IBAN DE97 7205 0000 0000 0020 30. Bitte geben Sie auf dem Überweisungsträger Ihre Adresse an, um eine Spendenquittung zur Vorlage beim Finanzamt zu erhalten.

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