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Mittelschule: Schulwahl im Landkreis Augsburg – Tipps von Schulleitern

Landkreis Augsburg

Mittelschule, Realschule oder Gymnasium: Schulleiter aus dem Landkreis Augsburg geben Tipps

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    Die Übertrittszeugnisse für die weiterführenden Schulen in Bayern sind verteilt. Ab 11. Mai 2026 können Familien ihre Kinder für die nächsten fünften Klassen anmelden. Wie findet man die passende Schule?
    Die Übertrittszeugnisse für die weiterführenden Schulen in Bayern sind verteilt. Ab 11. Mai 2026 können Familien ihre Kinder für die nächsten fünften Klassen anmelden. Wie findet man die passende Schule? Foto: Matthias Balk/dpa (Symbolbild)

    Welche Schule ist für mein Kind nach der Grundschule wirklich geeignet? Vor dieser Frage stehen alle Familien spätestens in der zweiten Hälfte der vierten Klasse. Vor wenigen Tagen gab es nun das auch „Grundschul-Abitur“ genannte Übertrittszeugnis, ab Montag, 11. Mai, können Kinder dann für die fünften Klassen der Realschulen oder Gymnasien angemeldet werden. In Bayern hängt dabei auf dem Papier viel vom Notendurchschnitt ab: Wer eine 2,3 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht (HSU) erreicht, erhält den Vermerk, dass er oder sie fürs Gymnasium geeignet ist, bis zu 2,6 ist es die Realschule. Doch wie viel sagt diese Note wirklich aus?

    „Aus Sicht der Mittelschule ist der Übertritt wie ein Wettlauf. Es gibt die ersten, zweiten und dritten Sieger. Am Ende sagt die Übertrittsnote nicht viel über den Menschen aus, sondern eher darüber, wie gut ein Kind in dem ist, was gerade in der Grundschule verlangt wird“, sagt Johannes Glaisner, Rektor der Leonhard-Wagner-Mittelschule in Schwabmünchen. Marcus Langguth, Leiter der Neusässer Realschule, nennt grundlegende Unterschiede zwischen der Realschule und dem Gymnasium: „Wir behüten die Kinder etwas mehr und begleiten sie stärker als auf dem Gymnasium. Wir unterstützen stärker, statt von Anfang an auf Selbstständigkeit zu setzen.“

    Günter Manhardt wirbt für Offenheit gegenüber neuen Schularten

    Dabei sollten Eltern keine Angst vor ihren selbst unbekannten Schularten haben, ermutigt Günter Manhardt, Leiter des Schmuttertal-Gymnasiums in Diedorf. „Auch wer selbst kein Abitur hat, kann sein Kind auf jeden Fall auf diese Schulart schicken, wenn es geeignet ist“, sagt er. Denn die Wahl der passenden Schule sei enorm wichtig, sind sich die Schulleiter einig. Nicht, weil allein mit dem Übertritt aufs Gymnasium die spätere Zukunft feststeht. „Kein Abschluss ohne Anschluss – das gilt wirklich“, sagt Günter Manhardt. Doch Johannes Glaisner erinnert: Auch wenn in Bayern etwa 40 Prozent der Kinder in der fünften Klasse aufs Gymnasium wechseln und nur etwa 25 Prozent auf die Mittelschule, ist die Verteilung auf die drei Schularten wenige Jahre später sehr gleichmäßig. „Jeder Schulwechsel belastet die Familien und die Kinder.“

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    Auf Lehrkräfte der Grundschule hören und Noten genau anschauen

    „Lehrkräfte in der Grundschule kennen das Kind in der Rolle des Schülers oder der Schülerin“, sagt Johannes Glaisner. Auf ihr Urteil sollten Eltern Wert legen. Günter Manhardt sieht mit einer 2,0 in der Regel keine Schwierigkeiten für den Übertritt aufs Gymnasium. „Aber wenn eine 1 in HSU die 3 in Deutsch oder Mathe ausgleichen muss, könnte das kritisch werden.“

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    Welche Arbeitshaltung hat das Kind?

    „Spaß am Lernen und Freude an der Schule sind sowohl für das Gymnasium als auch die Realschule wichtig“, sagt Marcus Langguth. Dennoch gebe es Unterschiede: Ist das Kind besonders fleißig, kann es seiner Meinung nach an der Realschule alles erreichen und bei Interesse anschließend auch das (Fach-)Abitur ablegen. Den typischen Gymnasiasten erkenne man hingegen eher daran, dass er oder sie besonders interessiert ist und immer wissen will, warum und wieso etwas so ist, wie es ist.

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    Sudoku oder Lego?

    Tränen in der Grundschule – die sollte es auf keinen Fall geben, findet Johannes Glaisner. „Schule soll nicht zu Druck auf Kinder führen.“ Je stärker die ganze Familie in den Schulalltag einbezogen ist, desto schwerer könnte es für ein Kind auf einem Gymnasium oder auch auf der Realschule werden. „Schule ist Kinder-, nicht Familiensache“, fasst er zusammen. Wer gerne viel spielt, ist vielleicht noch nicht selbstständig genug fürs Gymnasium. Wer von selbst ein Sudoku-Heft herauszieht und sich lange Zeit darin vertieft, wahrscheinlich eher.

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