Eigentlich suchte Daniel Katzenberger nur ein preisgünstiges Auto als Fahranfänger. Ein Automatikgetriebe sollte es haben, als er 2019 für 1000 Euro einen VW Passat 3 erstand. Dass daraus eine besondere Leidenschaft wurde, die ihn von nun an in seiner Freizeit voll in Anspruch nehmen sollte, war dem Dinkelscherber damals nicht bewusst. Warum der 30-Jährige ein Auto fährt, das älter ist als er selber, und wie er dank seines „Nasenbären“ die Liebe fand.
Oldtimer-Fan: Dinkelscherber schraubt drei Jahre an Passat
Eine Besonderheit des Wagens ist der Spitzname „Nasenbär“, der ihm von Journalisten einer Autozeitung gegeben worden war und der auf seine Frontpartie ohne Kühlergrill und mit mittigem VW-Logo zurückzuführen ist. Die 90 PS starke Limousine mit dem Baujahr 1991 war vor sieben Jahren zwar in ordentlichem Zustand, aufgrund ihres Alters von fast 30 Jahren aber auch reparaturbedürftig. Daher entschloss sich Katzenberger, das Fahrzeug einer Grundsanierung zu unterziehen. Das war für den Metzgerei-Fachverkäufer eine echte Herausforderung.
Mithilfe von Fachliteratur, Videos und Fachleuten gelang es aber dennoch, in rund drei Jahren das Auto in ein Schmuckstück zu verwandeln, das bis heute täglich im Einsatz ist. Oft stand der Dinkelscherber gleich mehrere Tage hintereinander in einer Hobbywerkstatt, um den Wagen auf Vordermann zu bringen. Hilfreich war auch eine Whatsapp-Gruppe von Oldtimerfreunden, mit denen sich Daniel Katzenberger in technischen Fragen austauschen konnte.
Dass die Kosten der Restaurierung gut das Zehnfache des ursprünglichen Kaufpreises ausmachten, verwundert nicht. Fertig mit dem Schrauben wird der 30-Jährige im Übrigen wohl nie sein, da immer mal wieder ein Teil „den Geist aufgibt“ und bestimmte Ersatzteile sehr rar sind. Katzenberger nennt es eine „rollende Restaurierung“. Ein Großteil seiner Freizeit dreht sich um den Erhalt und die Pflege seines VW.
Dank altem Passat: Dinkelscherber findet große Liebe
Ein bedeutender Kostenfaktor sind auch die derzeit extrem hohen Treibstoffpreise, die trotz eines Verbrauches von acht bis neun Litern auf 100 Kilometern das Fahren mit dem „Nasenbär“ zu einer teuren Veranstaltung machen. „Ein Schicksal, dem wir uns fügen müssen“, stellt Daniel Katzenberger fest. Inzwischen ist das Schrauben gegenüber der Pflege des Wagens ins Hintertreffen geraten. Mindestens eine Stunde benötigt der Dinkelscherber dafür.
Das Fahrzeug ist kein Ausstellungsstück, das nur gelegentlich gefahren wird, sondern ist nahezu täglich im Einsatz, gelegentliche Pannen aufgrund des fortgeschrittenen Alters eingeschlossen. Und auch der zwischenmenschliche Bereich wird von der Liebe zum Oldtimer beeinflusst: „Meine Freundin habe ich kennengelernt, weil sie einen Mini, Baujahr 1988 ihr Eigen nennt und dadurch der Kontakt via Social Media zu Stande kam“, berichtet Katzenberger, dessen Partnerin mindestens so für historische Fahrzeuge brennt wie er selbst. Beide fahren regelmäßig auf Oldtimertreffen und sind nahezu jede Woche in der Region unterwegs.
Daniel Katzenberger plant Oldtimertreffen
Nun plant das Paar ein eigenes Oldtimertreffen, und zwar beim Frère-Roger-Kinderzentrum in Augsburg. Dort werden Kinder und Jugendliche mit besonderem Betreuungs- und Förderbedarf begleitet. Denen soll die Veranstaltung eine Freude bereiten und zugutekommen. Daniel Katzenberger befindet sich in den ersten Planungen. Aufgrund persönlicher Erfahrungen möchte der Dinkelscherber dieser Einrichtung etwas zurückgeben.
Doch die meiste Zeit geht für die Pflege des Nasenbären drauf. Und wenn Daniel Katzenberger dann noch Zeit hat, greift er auch gerne mal zur Gitarre. Das Spielen des Instruments lernte der Dinkelscherber als Kind im Frère-Roger-Kinderzentrum.
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