Noch ist Christian Schuster „der Praktikant“ im Rathaus. Gemeinsam mit Biberbachs Bürgermeister Wolfgang Jarasch besuchte er verschiedene Einrichtungen der Gemeinde. Am 1. Mai wird es für den 41-jährigen Schuster ernst. Dann zieht der Gewinner der Biberbacher Bürgermeisterwahl ins Rathaus ein. „Am wichtigsten sind mir die Menschen und die Prozesse“, sagt Schuster. Als Geschäftsführer der Werkzeugfirma Lutz in Gersthofen leitete er die Standorte Neuburg und Möttingen und will unter anderem die Digitalisierung im Rathaus voranbringen.
Der 41-Jährige braucht für die Vorbereitung auf seinen neuen Job derzeit den Resturlaub auf. Dabei arbeitet er erste Punkte ab, die er im Wahlkampf angekündigt hatte. So sei er bereits im intensiven Austausch mit AWO-Geschäftsführer Werner Weishaupt. Die AWO baut über die Stiftung „Herz zeigen“ in Biberbach ein neues Seniorenzentrum. Dass dieses Projekt weit größer ist, als vielen in Biberbach bewusst sei, will Schuster auch über eine verstärkte Öffentlichkeit verdeutlichen. Auch für einen Nahversorger, der dem künftigen Bürgermeister am meisten fehlt, zeichnet sich eine Lösung ab. Vor allem die Vereine bräuchten dringend einen Getränkemarkt, weiß der Vereinsvorsitzende der Eisenbrechtshofer Schützen. Mögliche Kandidaten für einen Getränkemarkt und Räume hätte er schon. „Das rettet den Biberbacher Haushalt nicht“, fügt Schuster schnell an. „Wir müssen in kleinen Schritten denken“, sagt der künftige Rathauschef. Dazu gehören auch Synergieeffekte bei anstehenden Projekten. Parallel will der langjährige AEV-Fan die Gewerbetreibende der Marktgemeinde besser miteinander vernetzen. Die Betriebe, das sagte Schuster auch im Wahlkampf schon, sind ihm besonders wichtig.
Im Biberbacher Gemeinderat steht noch eine Veränderung an
Schuster war für die Freien Wähler angetreten, zu der auch der aktuelle Bürgermeister Jarasch gehört. Überraschend deutlich setzte er sich gegen die drei Kontrahenten, die im Gegensatz zu ihm alle im Gemeinderat sitzen, schon im ersten Wahlgang durch. In einer Fraktion, der Bibertalliste, nehmen nun weder der unterlegene Bürgermeisterkandidat Martin Wörle noch sein Nachrücker Fritz Wiblishauser ihr Mandat an. Stattdessen wird wohl Ulrich Kraus ab Mai im neuen Gemeinderat sitzen. Schuster will nicht zurückblicken, sondern vielmehr auf das neue Gremium freuen. Er rede viel mit den aktuellen Ratsmitgliedern und stelle eine positive Grundeinstellung bei allen fest, die ihre Ämter annehmen. Gemeinsam mit den neuen, künftigen Mitgliedern entstehe eine gute Mischung.
Worauf sich der künftige Biberbacher Bürgermeister besonders freut
Am 12. Mai wird die konstituierende Sitzung sein, am 4. Mai Schusters erster Arbeitstag. Außerdem nimmt er am 30. April an der traditionellen Radtour der drei Biberbacher Bürgermeister teil. „Um 18 Uhr starten wir am Maibaum am Rathaus und fahren dann zu den anderen Ortsteil-Maibaumfeiern weiter. Überall wird Station gemacht. Und um 24 Uhr bin ich dann der neue Bürgermeister“, sagt Schuster und strahlt. Er freut sich auf die neue Herausforderung. Als Frühaufsteher und seinem eigenen Anspruch gemäß will er stets der Erste im Rathaus sein, dort in jedem Büro vorbeischauen und „Guten Morgen“ wünschen. Als Fußballer freut er sich am meisten auf das 80-jährige Bestehen des SC Biberbach in diesem Jahr und das neue Fahrzeug für die Biberbacher Wehr. „Es wird schön, diese Veranstaltungen als Bürgermeister begleiten zu dürfen.“ Neben Ehefrau Regina, die lieber im Hintergrund bleiben möchte, sind auch die Kinder Lina, 16 Jahre alt, der elfjährige Janis, die siebenjährige Ida und der vierjährige Mats mächtig stolz auf den Bürgermeister-Papa. Ida hat auch schon ein Bild fürs neue Büro gemalt.
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