In Bonstetten haben viele Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer Angst, mit ihren Tieren Gassi zu gehen. Der Grund: Mehrfach soll ein Schäferhund im Nordosten der Holzwinkelgemeinde andere Hunde attackiert und gebissen haben. Der jüngste Vorfall ereignete sich am 9. Januar. Dabei erlitt ein Hund fünf Bisswunden und musste beim Tierarzt unter Narkose genäht werden. Es ist einer von vielen Fällen, der den Menschen in Bonstetten Sorge bereitet.
„Viele Hundebesitzer gehen mit einem unguten Gefühl nach draußen“, erzählt Knut Kirchmann, dessen Hündin Nelly vom besagten Schäferhund gebissen worden ist. „Seit mehr als einem Jahr gibt es erhebliche Probleme mit dem Tier. Immer wieder werden andere Hunde attackiert und die Halter unternehmen nichts.“ Nelly trug Hämatome und eine Rippenprellung davon. „Es ist nochmal etwas anderes, wenn ein Hund auf Hündinnen losgeht. Muss denn erst ein Mensch gebissen werden, damit jemand einschreitet?“
Das fürchten nicht wenige Hundebesitzer in Bonstetten. „Wir gehen zu gewissen Uhrzeiten schon gar nicht mehr mit unserem Hund raus. Unsere Tochter ist zwar schon erwachsen, aber ich hätte dennoch Angst, wenn sie dem Tier mit unserem Hund begegnet“, berichtet Herbert Sancho, dessen Hund Monti bereits dreimal angegriffen wurde. Beim ersten Vorfall vor rund einem Jahr musste Sancho seinen Hund zum Tierarzt bringen. Auch hier kam es zu einer Rippenprellung. Bei den anderen beiden Malen habe seine Frau Schlimmeres verhindern können. „Unser Monti konnte nicht einmal mehr laufen und hat richtig Angst. Viele haben Angst.“
Mehrere Hundeattacken in der VG Welden gemeldet
Gleich mehrere Vorfälle wurden bislang bei der zuständigen Verwaltungsgemeinschaft Welden zur Anzeige gebracht. Das bestätigt Bonstettens Bürgermeister Anton Gleich auf Nachfrage. Im vergangenen Jahr gab es gegen die Halter des Schäferhundes acht Anzeigen bei der Verwaltung, wobei einige Meldungen erst in der vergangenen Woche aufgegeben wurden. „Der Hund ist im Ort mittlerweile bekannt. Dennoch sind vermutlich nicht alle Zwischenfälle gemeldet worden. Ich kann nur, wie bei anderen Themenfeldern auch, dazu aufrufen, Vorfälle bei der Verwaltung zu melden, denn sonst können wir nichts machen“, appelliert Gleich.
Die Dunkelziffer liege laut Knut Kirchmann deutlich höher. „Leider geben nur die wenigsten einen Vorfall zur Anzeige.“ Der Bonstetter habe nichts gegen die Halter, aber er sieht mittlerweile Handlungsbedarf. „Man kann nicht alles verhindern, aber ich erwarte, dass bei den Besitzern ein Umdenken einsetzt. Sie sind nicht bereit, den Hund anzuleinen oder ihm einen Maulkorb zu verpassen, geschweige denn ihr Verhalten zu ändern.“ Eine generelle Leinenpflicht wünscht sich Kirchmann aber nicht. „Warum sollen sich alle wegen eines aggressiven Hundes einschränken? Das wäre der falsche Weg.“ Auch Herbert Sancho und weitere Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer, die sich an unsere Redaktion gewandt haben, lehnen eine Leinenpflicht ab.
Aggressiver Schäferhund in Bonstetten: Hundebesitzer haben Angst
Die Polizeiinspektion Zusmarshausen bestätigt, dass das Tier auf Hinweis der Verwaltungsgemeinschaft zweimal kontrolliert wurde. Laut dem stellvertretenden Dienststellenleiter Mike Rauhoff gab es eine Überprüfung im November 2024 und am 19. Januar dieses Jahres. „Wir bewegen uns im Bereich der Sachbeschädigung. Die Verwaltungsgemeinschaft ist als Sicherheitsbehörde zuständig“, so Rauhoff. Die unangekündigte Überprüfung führten Beamte der Augsburger Hundestaffel durch. „Gegenüber den Beamten gab es meines Wissens keine Auffälligkeiten bei der Überprüfung.“
Das bestätigt Anton Gleich. „Die Halter des Schäferhundes haben sich mittlerweile gemeldet und wollen ihren Hund künftig an die Leine nehmen. Wir können nur hoffen, dass das auch der Fall sein wird.“ In Bonstetten sind 2026 laut Gleich etwa 130 Hunde gemeldet. Zum Vergleich: In der Stadt Schwabmünchen sind es 943. Im vergangenen Jahr gab es vier gemeldete Zwischenfälle mit Hunden, wie die Stadt auf Nachfrage angibt. Bei einem Vorfall wurde auch eine Person verletzt. Im gesamten Landkreis gab es laut Landratsamt 2025 insgesamt 25 Beißvorfälle.
In der Holzwinkelgemeinde hoffen viele Hundehalterinnen und Hundehalter, dass sie künftig wieder angstfrei mit ihren Tieren Gassi gehen können. Knut Kirchmann, Herbert Sancho und weitere Betroffene, die sich bei unserer Redaktion gemeldet haben, möchten jedenfalls nicht länger tatenlos zusehen. Dem vor rund drei Wochen attackierten Hund geht es mittlerweile wieder gut, berichtet der Besitzer, der nicht nur Anzeige erstattet, sondern auch einen Anwalt eingeschaltet hat. „Wir wollen dem Hund ja nichts Böses, aber wir wollen wieder ohne Angst mit unseren Hunden rausgehen können.“ Die Halter des Schäferhundes wollten auf unsere Nachfrage nichts zu den Vorwürfen sagen.
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